Schlaflabor

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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frontal
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Schlaflabor

Ungelesener Beitragvon frontal » Mo 7. Mär 2011, 16:54

Ich war 2009 in einem Schlaflabor bei einem Lungenfacharzt wegen meiner ständigen Tagesmüdigkeit, die schon ungefähr 20 Jahre anhält, in den letzten Jahren aber immer stärker wird, gewesen. Mittlerweile ist sie jetzt täglich meistens gegen Abend. Wenn ich mich ruhig hinsetzen möchte, bin ich nach ein paar Minuten eingeschlafen, das gleiche passiert mir als Beifahrerin im Auto ua. Aber auch selbst beim Autofahren, hauptsächlich auf Schnellstraßen (eintönig) überkommt mich in den letzten Wochen ganz plötzlich eine schwere Müdigkeit, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Ich habe nun Angst, am Steuer einzuschlafen.

Er hatte damals einige Atemstillstände festgestellt. Er sagte damals, das Gehirn sendet keine Signale an die Lunge weiter.
Daher die Atemstillstände. Warum das so ist, könne er mir aber nicht sagen. Er könne aber nicht mehr tun. Da es vom Gehirn käme, müsse ich in ein Schlaflabor für Neurologie gehen.

Stimmt das?
Ist ein Schlaflabor für Neurologie der richtige Weg für mich?
Besten Dank
Freundliche Grüße

desesperada
Beiträge: 1
Registriert: So 6. Mär 2011, 17:37

Re: Schlaflabor

Ungelesener Beitragvon desesperada » Di 15. Mär 2011, 17:17

Liebe frontal:
Die Diagnose kann im Einzelfall durch eine immungenetische Untersuchung [hohe HLA-Assoziation
von Narkolepsie (HLA DRB1*1501, DBQ1*0602)] und durch den Nachweis einer
extrem erniedrigten Konzentration des Botenstoffs Hypocretin-1 im Liquor zusätzlich gestützt
werden. Beide Befunde treffen auf die meisten (> 90 %) Narkolepsie-Patienten zu.

Die Diagnose der Narkolepsie erfordert die Erhebung einer ausführlichen Eigen- und
Beschwerdenanamnese, möglichst ergänzt durch eine Fremdanamnese. Spezifische
Fragebögen wie der Epworth-Sleepiness-Score (ESS), der Stanford Narcolepsy
Questionnaire oder der Sleep-Propensity-during-Active-Situations-Score (SPAS) können die
Dokumentation unterstützen.

Die eingehende allgemeine und neurologisch-psychiatrische Untersuchung dient unter
anderem der Differenzialdiagnose idiopathischer und symptomatischer Formen der
Narkolepsie. Bei Verdacht auf eine symptomatische Narkolepsie sollte eine erweiterte
Diagnostik einschließlich Bildgebung erfolgen. In jedem Falle müssen eine Epilepsie, ein
Medikamenten- oder Drogenabusus und ein Schlaf-Apnoe-Syndrom differenzialdiagnostisch
berücksichtigt werden. Sofern sich Anhaltspunkte für psychische Einflussfaktoren oder eine
psychische Komorbidität ergeben, kann eine zusätzliche testpsychometrische Untersuchung
hinsichtlich kognitiver und affektiver Funktionen einschließlich des Einsatzes von
Beschwerdevalidierungsinventaren sinnvoll sein.
Eine wichtige Rolle bei der Sachaufklärung spielen Vorbefunde aus dem Schlaflabor, diese
sollten in jedem Falle Berücksichtigung finden. Charakteristisch und diagnostisch bedeutsam
ist das vorzeitige und der willkürlichen Kontrolle entzogene Auftreten von REM(Rapid Eye
Movement; bezeichnet ein Charakteristikum der Schlafphase, in der das Träumen stattfindet
und die mit einem erniedrigten Muskeltonus der Skelettmuskulatur verbunden ist, tritt bei
gesunden Personen nach dem Einschlafen durchschnittlich nach circa 90 Minuten erstmals
auf)-Schlaf sowohl im Nachtschlaf als auch während der Tagschlafepisoden.
Schlafmedizinisch ist die Diagnose mittels der Untersuchung der Tagesschläfrigkeit und der
Einschlafneigung am Tage durch den Einsatz des Multiple-Schlaflatenz-Tests (MSLT) zu
bestätigen. Die Durchführung des MSLT sollte immer am Tag nach der nächtlichen
Polysomnografie-Untersuchung erfolgen. Dazu werden die Patienten vier bis fünf mal am
Tag aufgefordert, sich zum Schlafen (circa 20 Minuten) hinzulegen. Währenddessen wird
eine Ableitung von Elektroenzephalogramm (EEG), Elektrookulogramm (EOG) sowie
Elektromyogramm (EMG) vorgenommen. Für die Diagnose einer Narkolepsie ist die
Registrierung einer mittleren Einschlaflatenz von unter acht Minuten und zweier vorzeitiger
REM-Schlaf-Perioden (Sleep-Onset REM-Perioden, SOREM) im MSLT wegweisend,
allerdings zeigen sich bei etwa 20 % der Narkolepsie-Patienten keine zwei SOREM Perioden.

Alles Liebe

frontal
Beiträge: 5
Registriert: So 6. Mär 2011, 11:43

Re: Schlaflabor

Ungelesener Beitragvon frontal » Di 15. Mär 2011, 20:10

Hallo,

vielen Dank für die vielen Hinweise.

Ich habe nun am 22.03. einen Termin bei meinem Neurologen.

Soll ich danach über das Ergebnis des Neurologen berichten?

Herzliche Grüße

frontal
Beiträge: 5
Registriert: So 6. Mär 2011, 11:43

Re: Schlaflabor

Ungelesener Beitragvon frontal » Di 15. Mär 2011, 20:21

Hallo liebe desesperada,

vielen Dank für Deine vielen Hinweise.

Ich habe nun am 22.03.11 einen Termin bei meinem Neurologen.

Ich bin echt gespannt, ob er mir weiter helfen kann.

Leidest Du auch unter starker Tagesmüdigkeit?

Möchtest Du das Ergebnis vom 22.03.11 wissen?

Herzliche Grüße


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