Narkolepsie und Vollnarkose

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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bärbelchen
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Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon bärbelchen » So 17. Jan 2010, 07:21

Hallo zusammen, ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen.

Ich muss relativ schnell eine OP am Ober- und Unterkiefer unter VN gemacht bekommen. Jetzt bin ich aber etwas erschüttert. War in der Anästhesiepraxis, die mit der Zahnarztpraxis zusammmen arbeitet um alles zu besprechen. Die Ärztin macht den Eindruck, dass sie völlig überfordert mit dem Begriff Narkolepsie ist. Sie kennt das Medikament VIGIL nicht!!!!!!! Fand es auch nicht in der "Roten Liste".
Meine ZA hat angegeben, dass der Eingriff 3-4 Stunden dauern soll. Und dies ist wohl das große Problem. Bei N wäre es schwierig, so lange jemand in Narkose zu halten. Ich müßte dann ein paar Tage auf die Intensivstation. Haben die aber nicht. Ist auch völliger Quatsch, habe vor einem Jahr eine Bauch-OP gemacht bekommen. Bin nach der OP sofort wieder aufgestanden und auf die Normalstation.
Sie meinte wegen der Nebenwirkungen wäre es zu gefährlich zu lange in Narkose zu bleiben.

Was soll ich tun? Unbestreitbar ist, dass der Eingriff durchgeführt werden muss. Wäre schön, wenn ich vielleicht von dem ein oder anderen was höre, der vielleicht Erfahrung damit gemacht hat.

Gruß Martina
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Narki
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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Narki » So 17. Jan 2010, 16:43

Hallo Bärbelchen

Meines Wissens fällt das Vigil nicht unter das Btm-Gesetz und ist demnach nicht auf der roten Liste. Trotzdem sollten die Ärzte Zugriff auf eine Datenbank mit allen Medikamenten haben, nicht? Sonst schau Dir die Infos auf der Homepage des Schweizerischen Arzneimittelkompendiums an (bei uns sind die Infos für Alle zugänglich :shock: )
http://www.kompendium.ch :arrow: Vigil findest Du unter dem Präparatnamen Modasomil!!

Ansonsten kommen mir spontan zwei weitere Vorschläge in den Sinn:

1.) Könntest Du das Vigil vorher absetzen (auschleichen lassen)?

2.) Die Anästesiepraxis könnte beim Kollegen, welcher Dir für die Bauch-OP die Narkose verabreicht hatte, nachfragen, welches Präparat und welche Dosis er Dir gegeben hat.

Gruss,
Narki

Akshaya
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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Akshaya » So 17. Jan 2010, 23:12

Kurze Anmerkung zur Roten Liste:

In Deutschland ist die Rote Liste ein Gesamtverzeichnis aller verschreibungspflichtigen Medikamente. BTM fällt nicht darunter. Da Vigil jedoch noch nicht allzu lange von der BTM-Pflicht befreit ist, könnte es sein, dass das Medikament noch nicht in die Rote Liste aufgenommen wurde oder die Ärztin eine ältere Ausgabe zur Verfügung hatte.

Gruß von
Akshaya

Sternenbande85
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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Sternenbande85 » Di 2. Feb 2010, 19:25

Ich hatte ein mal eine Vollnarkose unter Narkolepsie. Der Eingriff dauerte 20min, wachgeworden bin ich nach rund 14 Stunden.

Eule
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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Eule » Mi 24. Mär 2010, 02:51

:roll: Hallo, ich habe heute die Bestätigung von meinen Orthopäden bekommen, dass meine rechte Schulter operiert werden muss.
Die Operation wird zwar Ambulanz durchgeführt aber mit Vollnarkose. Davor habe ich ehrlich gesagt riesige Angst. Es kann vorkommen, dass die Narkose bei Patienten mit Narkolepie Probleme bereitet.
Ehrlich gesagt, habe ich Angst ,weil ich nicht weiß ob die Vollnarkose richtig wirkt. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 8 Jahre alt war und nach einen schweren Unfall mein Arm wieder zusammengeflickt werden musste. Als ich dann ein weiteres mal am Arm operiert wurde, bin ich mir sicher das ich schon wach wurde bevor die OP fertig war. Ich habe genau mitbekommen wie an meinem Ellenbogen gehämmert wurde und das Sie ihn ständig bewegten, ich kann aber nicht sagen das die Schmerzen nicht auszuhalten waren. Ich wollte unbedingt meine Augen auf machen oder was sagen damit der Arzt weiß das ich nicht mehr tief schlafe. Aber das ging alles nicht und bewegen konnte mich auch nicht. Ich hörte ganz genau wie sich der Arzt mit den OP- Schwestern unterhielt. Ich habe mein Erlebnis am nächsten Tag den Arzt erzählt und gesagt, das ich mir sicher bin das ich noch während der OP wach wurde.
Der Arzt meinte, ich hätte mir das nur einbilden.
Ich bin bis heute fest davon überzeugt, dass ich mir das damals nicht nur eingebildet habe.

Ich möchte, dass während meiner OP das EEG angeschlossen ist. Ich habe das auch schon mit meinem Orthopäden besprochen und er meinte auch das es wohl besser sei.
Der Haken an der ganzen Sache ist die, dass mein Orthopäde erst einen Klinik finden muss, wo das auch machbar ist . Also habe ich die Ammerlandklinik vorgeschlagen. Die haben eine moderne Orthopädische Chirurgie und dort ist auch Fr.Prof.Kotterba.
Am Montag werde ich dann erfahren, ob ich dort einen OP-Termin bekomme. Wenn das alles klappt werde ich fragen ob die Hirnströme auch aufgezeichnet werden. Und ich werde dann Fr.Prof.Kotterba darüber informieren. Vielleicht möchte sie ja die Aufzeichnung für ihre Vorträge verwenden. Ich hätte jedenfalls nix dagegen.
Bei einer OP mit Vollnarkose muss man ja vorher nüchtern sein, sprich min.6 Stunden vorher nix mehr essen. Aber wie ist das mit den Medikamenten? Die muss ich doch bestimmt auch schon einen Tag vorher absetzen. Also das heißt, ich werde reichlich Kataplexien bekommen. Aber ich habe ja vorher noch ein Gespräch mit den Anästhesist, der mir hoffentlich alles genau sagen kann.

Wer von Euch Narkis, hatte schon eine OP unter Vollnarkose.
Ich würde gerne wissen, was Ihr für Erfahrungen gemacht habt.
Und wie war das dann mit den Medikamenten absetzen?

LG Schocki

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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Akshaya » Mi 24. Mär 2010, 09:44

Hallo Eule,

ich hatte eine Zahn-OP unter Vollnarkose vor rund 2 Jahren (oder so). Jedenfalls war die Narkolepsie da schon diagnostiziert und voll ausgebildet, Medikation unter anderem Vigil und Trevilor (oder schon Imipramin, weiß ich nicht mehr genau). Ich sollte die Medis *nicht* absetzen, sondern genau so weiter nehmen, bis auf die Muntermacher.
Es gab keine Probleme mit der Narkose.

Sprich vorher genau mit dem Anästhesisten. Erzähl ihm auch von Deinem Erlebnis (die Ärzte sagen gern mal, man hätte sich das eingebildet, aber ich glaube Dir, dass das so war!), inzwischen ist bekannt, dass Narkosen auch mal nicht so wirken. EEG während der Narkose ist eine gute Idee.

Ich drück Dir die Daumen!

Gruß von Akshaya

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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon bärbelchen » Sa 24. Jul 2010, 09:37

Sorry, dass ich mich jetzt erst melde um meine Erfahrung weiter zu geben. Es war tatsächlich so, dass alles super gelaufen ist.

Das Vigil wurde nicht ausgeschlichen, lediglich am Tag der OP keine am Morgen genommen. Die OP war morgens um 8.00 Uhr, mittags sollte ich ruhig meine Vigil nehmen. Habe ich auch gemacht. Nach vier Tagen habe ich den sogenannten "Narkoseüberhang" erbrochen (lt. meines Neurologen). Bis zum Erbrechen hatte ich die ganze Zeit nach der OP ein "Wattegefühl" im Kopf. Mir ging es aber trotzdem gut.

War 45 Minuten in Vollnarkose, kann ich jedem nur empfehlen. Sonst keine Nebenwirkungen. Hatte aber auch eine erstklassigen Kieferchirurgen. Keine Schwellungen, keine Verfärbungen, ein wenig Wundschmerz. Mit einer bis zwei Ibuprofen war das auch weg.

Hatte von April bis jetzt so ca. 20 Behandlungstermine, eine sehr aufwendige Prozedur. Habe jedes Mal eine Menge Spritzen bekommen. Habe die aber nie groß gemerkt, da die ZA vorbetäubt hat mit irgendeinem Gel aus den USA.
Das war ja meine größte Angst, die Spritzen. Ich habe durch Vigil eine sehr hohe Schmerzempfindlichkeit entwickelt. Das heißt, ich breche wirklich in Tränen aus, wenn ich meine Augenbrauen zupfen lasse. Das mache ich nicht mehr. So schön will ich gar nicht sein, dass ich so leide.

Ach noch was, der Neurologe, die Zahnärztin, der Kieferchirurg und die Anästhesistin haben sich vor der OP zusammengesetzt und das Ganze besprochen. Das war auch gut so. Ich finde so muss es sein, aber so eine Zusammenarbeit unter Ärzten findet man selten.

So, ich bin jetzt mit meiner Zahnsanierung fast durch und kann nur sagen, man braucht keine Angst vor einer Vollnarkose haben, wenn man die richtigen Ärzte hat.

Gruß Martina
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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon sandraxy » Sa 24. Jul 2010, 14:24

hallo!hatte vor ca.3 wochen eine op wegen oberschenkelhalsbruch. ich nehme auch vigil! es ist alles gut verlaufen obwohl ich anfangs riesenangst hatte! also keine panik!die haben das im griff!alles gute für dich!!! gruss sandra

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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon bärbelchen » So 25. Jul 2010, 09:06

Hallo Sandra,

schön zu hören, dass es auch bei Dir gut verlaufen ist. Das Thema Narkolepsie ist einfach zu unbekannt. Ich weiß nicht, ob es jemals so publik wird wie z.B. Diabetes. Wenn man so was hat und das sagt, dann weiß jeder Bescheid. Bei N. guckt fast jeder nur und weiß nicht, was los ist.

Dir auch alles Gute mit Deinem Bein. Gruß Martina
Et kütt wie et kütt

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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon Bernd » Mo 3. Jan 2011, 16:39

Hallo Narcis ,ein schönes neues Jahr nartürlich vor allem ein waches 2011
Ich möchte bezüglich des von Sandraxy ? beschriebenen Obs.-Bruchs einmal anmerken
Ich habe auch eine Operation am gebrochenen Oberschenkel nach einem Autounfall gehabt ,
das die Sache nun ca.20 Jahre her ist will ich deshalb anführen ,zuder Zeit war ich W-15 (Soldat )
bei der Bundeswehr und habe von Narcolepsie noch nie gehört die Ärzte ebenfalls d.h Ich bin direkt nach dem Unfall operiert worden ,ohne vorkehrungen wegen meiner Narco. was ja auch logisch , ist getroffen worden.ich habe es auch überlebt :D war aber ca. drei tage am schlafen was auf die Narcose zurück geführt wurde.Es ist auf jedenfall gut das Du dir darüber gedanke gemacht hast.Aber wie Du siehst
Es ist halb so schlimm.Zumal ich dieses Jahr im Sommer mir bei einem Arbeitsunfall den Ellbogen so
aufgeschlagen habe ,das er mehrfach Ambulant mit Örtlicherbetäubung operiert wurde.Was heist örtliche Betäubung wegen Narcolepsie Medikamenten laut Arzt. Ich will hier auf keinen Fall verbindliche
Ratschlägen geben sondern nur meine eigenen Erlebnisse zu der sache erzählen.
Alles Gute nachträglich BERND
Nimms leicht,mit einem Lächeln.....und denke dir deinen teil.

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Re: Narkolepsie und Vollnarkose

Ungelesener Beitragvon bobby » Fr 28. Jan 2011, 14:05

Hi Akshaya :)

Akshaya hat geschrieben:Kurze Anmerkung zur Roten Liste:

In Deutschland ist die Rote Liste ein Gesamtverzeichnis aller verschreibungspflichtigen Medikamente. BTM fällt nicht darunter. Da Vigil jedoch noch nicht allzu lange von der BTM-Pflicht befreit ist, könnte es sein, dass das Medikament noch nicht in die Rote Liste aufgenommen wurde oder die Ärztin eine ältere Ausgabe zur Verfügung hatte.

Gruß von
Akshaya


Hinsichtlich Deines Postings muss ich Dich korrigieren. In meiner mir vorliegenden "Roten Liste" stehen auch die Btm-pflichtigen Verschreibungen. Durch die Kennzeichnung "Btm" wird gleich neben der Überschrift des Medikaments der Hinweis gegeben, dass es sich hierbei um ein Btm-Medi handelt :!:

Eine Ärztin, die sich in der "Roten Liste" nicht auskennt oder ein altes Schätzchen bei sich rumstehen hat... :shock: ja auch nicht schlecht ;)

Viele Grüsse

Bobby :)
D 2017: Wahlen kommen und gehen - die Politik bleibt (Merkel, Merkel, Merkel) :evil:


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