Medikamente vs. Langeweile

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Vielzitzenmaus
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Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Vielzitzenmaus » So 4. Feb 2018, 19:25

Hi,
bei mir wurde die Narkolepsie leider zu spät diagnostiziert. Ich erhielt die Diagnose erst nachdem ich berentet wurde und man mir ein Berufsverbot für mein Bundesland ausgesprochen hatte, da mir zu viele Fehler durch Schlafanfälle auf der Arbeit passiert sind.

Versuche mit Medikamenten fanden nur sehr halbherzig statt und es waren wohl auch die falschen Medikamente. Ich war aber auch noch nie bei einem Arzt der sich wirklich mit Narkolepsie auskannte. Sowas scheint es hier in meiner Gegend auch nicht zu geben.

Ich lebe im Großen und Ganzen ganz gut ohne Medikamente. Ich merke aber immer wieder, dass ich vor allem im sozialen Bereich sehr unter der Erkrankung leide. Ich kann abends meist nicht weg gehen, da zu müde. Ich kann viele Dinge wie Gottesdienste besuchen, Fernsehabend mit Freunden, Kino, essen gehen, etc. nicht machen - da zu müde. Ich fühle mich durch die Narkolepsie also sozial relativ isoliert. Wenn andere was zusammen machen, muss ich absagen, da zu müde. Die Folge ist dann natürlich, dass ich irgendwann gar nicht mehr gefragt werde. Zudem kommen die Schlafattacken oft dann, wenn ich gerade irgendwo hin gehen wollte, sei es zum Sport, zum Ehrenamt, etc. Wenn ich dann wach werde ist es zu spät um noch los zu fahren und ich merke, dass mich die Narkolepsie wieder einmal daran gehindert hat unter Leute zu gehen.

So gesehen denke ich, dass mir Medikamente in dieser Hinsicht zu mehr Lebensqualität verschaffen könnten. Andererseits fürchte ich mich aber vor Langeweile. Ich schlafe ja nun sehr viel, durchaus 14 Stunden am Tag. Die restlichen 10 Stunden bekomme ich auch ohne Arbeit gut rum. Zeitlich sind meine Tage gut ausgefüllt. Ich habe Angst, dass ich mit Medikamenten vielleicht nur noch 7 oder 8 Stunden Schlaf brauche und dann nicht weiß, was ich den ganzen Tag anfangen soll. Eine Rückkehr ins Arbeitsleben kann ich mir nicht vorstellen. Dazu müsste ich erstmal umziehen, was ich auf keinen Fall will und da ich schon viele Jahre raus bin aus meinem Beruf und im Studium auch nicht wirklich was gelernt habe (habe ja immer nur gepennt in den Vorlesungen) traue ich es mir auch fachlich einfach nicht zu. Für ein neues Studium fehlt mir natürlich das Geld.

Kann jemand meinen inneren Konflikt nachvollziehen? Wie geht es euch mit und ohne Medikamente? Oder sind meine Ängste vor den Medikamenten total unbegründet?

LG

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Kyra
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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Kyra » So 4. Feb 2018, 22:50


Vielzitzenmaus
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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Vielzitzenmaus » Mo 5. Feb 2018, 10:33

Naja ich schlafe jetzt schon oft 14 Stunden am Tag und trotzdem ist mir gerade unter der Woche oft langweilig oder an Feiertagen, etc.

bobby
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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon bobby » Di 6. Feb 2018, 00:39

D 2018: Trump - der Wahnsinn in blond :lolno:

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Vielzitzenmaus » Di 6. Feb 2018, 11:33


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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon EyAlder » Di 6. Feb 2018, 15:36


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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Kyra » Di 6. Feb 2018, 16:54

Hallo Vielzitzenmaus,

manchmal kann Jammern für eine Weile hilfreich sein, um sich von Ballast zu befreien, aber danach sollte es meiner Ansicht nach mit Mut für die Zukunft weitergehen.
Sonst mündet es in ein Endlosgejammer, das auf Kosten anderer geht.

Warum überhaupt deine Fragestellung, wenn du sowieso die Antwort im Voraus weißt?!

Schreibst du hier aus Langeweile?
Dann sollte es nun gut sein, sonst haben wir wieder Endlos-Threads, die sich im Kreis drehen und zu keinem positiven Ergebnis führen.

LG
Kyra

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Emmi » Di 6. Feb 2018, 18:09

Hallo,

ist ja mühsam, das zu lesen :crazy:

Ich empfehle die im Forum schon oft angegebene Klinik in Schwalmstadt-Treysa.

Über Google fand ich in Hannover einen Neurologen, der Narkoleptiker behandelt.
Nicht schwer zu finden.

Auch wurde mal eine sehr schöne Reha Klinik genannt, finde ich jetzt eben nicht.

Meine Ansicht ist: Mit dem halbwegs richtigen Medikament (oder Medikamenten kommt die Lebensfreude zurück!

Adieu,
Emmi

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Vielzitzenmaus » Di 6. Feb 2018, 19:52


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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Emmi » Di 6. Feb 2018, 20:40

V-Maus,

wenn du schon weißt, dass dir niemand helfen kann, warum fragst du dann so viel?

Sähe ich die Gefahr eines unendlichen Jammertals, hätte ich mich längst auf die Socken nach einem Psychiater gemacht. Normalerweise will doch jeder so glücklich wie möglich sein!? Du hütest deine Sorgen und Ängste. Es gibt Foren für Depressive, den Psychiater lehnst du doch gleich wieder ab, weil er dich sowieso nicht verstehen kann, ja?

Gruss
Emmi

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon bobby » Mi 7. Feb 2018, 02:39

Hi Vielzitzenmaus :)

zwischen Ausbruch meiner Symptome und der Diagnose lagen über zehn Jahre. Im Rückspiegel betrachtet waren das die zehn beschissensten (sorry) Jahre meines Lebens, in denen ich zum Zeil auch arbeitslos war. Ich hatte sehr lange ausgeprägte depressive Phasen, weil ich auch sehr Vieles nicht auf die Kette bekommen habe. Ich habe zwei Berufe gelernt. Den ersten konnte ich mangels Angebot auf dem Arbeitsmarkt nicht ausüben. Dem ersten Beruf hänge ich heute in meinen Träumen immer noch nach. Aber es half nichts. Also habe ich mein Abitur nachgeholt und ein Studium (gerade so noch) absolviert - fast in Trance. Megaätzend.
Im Verlauf wurden meine Symptome schlimmer und schlimmer. Meine damalige Freundin drängte mich immer wieder zu diversen Ärzten zu gehen, was ich auch tat. Und irgendwann kam nach einer sehr langen Odyssee die Diagnosestellung "Narkolepsie". Noch am selben Tag verabschiedete sich meine damalige Freundin - denn sie wollte eine Familie gründen und nicht "Behinderte pflegen". Das war kein schöner Tag, denn die gemeinsame Wohnung konnte ich mir alleine auch nicht mehr leisten. Aber: für mich war die Diagnose nicht das Ende meines Lebens, sondern ein Aufbruch. Denn jetzt endlich endlich endlich wusste ich zumindest, warum nicht alles bei mir klappte. Ich wollte unbedingt mehr erfahren und mich auch mal mit Leuten treffen, denen es ähnlich ging wie mir. Also traf ich mich in einer damaligen SHG in Hannover - die es leider nicht mehr gibt. Es kamen dreissig Leute zu einen Treffen und das war schon sehr spannend sich mit "Gleichgesinnten" zu unterhalten. Leider musste ich beruflich weit weg ziehen, um meinen neuen Beruf auszuüben. Dort gab es damals keine SHG. Den super Arzt verlor ich dadurch auch und ich hatte (nicht ganz zu Unrecht) panische Angst keinen Arzt am neuen Wohnort zu finden, der mir die Btm-Medikamente weiter verschrieb. Ich habe mich durchgebissen und hatte vielleicht auch Glück. Ich hatte aus damaliger Sicht nichts mehr zu verlieren. Der Weg war mit Sicherheit nicht einfach. Aber jetzt habe ich Arbeit, Haus, Frau und Kind.
Es hat allein Jahre (nach der Diagnose) gebraucht, um für einen selbst die Krankheit N. zu verstehen. Sich selbst einzugestehen, dass man behindert ist(!) dauert gaaaaanz lange. Man (selbst) sieht einem die Krankheit ja nicht an.
Deine Frustrationstoleranz ist offensichtlich nicht besonders ausgeprägt. Deswegen meine Frage, ob Du vielleicht weitere Einschränkungen hast. Schmerzen sind ein weites Feld.
Vielleicht ist es aber für Dich ja in Ordnung, wenn Du im Grossen und Ganzen mit Deinen jetzigen Lebensumständen zufrieden bist.

Viele Grüsse

Bobby :)
D 2018: Trump - der Wahnsinn in blond :lolno:

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon Agent Sleep » Mi 7. Feb 2018, 15:12

Du kannst dir die Medikamente (Stimulanzien) ja probeweise verschreiben lassen, die Wirkung testen und entscheiden, ob du zurecht kommst. Man braucht sie nicht ein- und auszuschleichen. Wenn es nix ist, lässt man sie halt wieder weg.

Dein innerer Konflikt ist (mir) schon verständlich, du hast die Situation aber jetzt gründlich durchdacht und kannst sicher bald eine Entscheidung treffen. Wenn du dich vorerst oder grundsätzlich gegen Medikamente entscheidest, ist das auch völlig ok und du musst das nicht immer wieder hinterfragen.

Mein Tipp gegen Langeweile: Lernen, Langeweile auszuhalten. Den Tag mit allen möglichen Aktivitäten anzufüllen bringt nur bedingt was, denn die können alle wegbrechen.

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon janet73 » Fr 9. Feb 2018, 09:22

Langeweile? Ein Fremdwort für mich, da ich deutlich mehr machen möchte, als die Narkolepsie erlaubt. Und ohne Modafinil wäre Arbeiten fast unmöglich. Ich finde das hört sich bei Dir nach einer Depression an. Jemand, der keine Medis nehmen möchte, weil er/sie dann noch mehr Zeit totschlagen muss, sieht keinen Lebenssinn mehr. Nimm das ernst, bitte! Depression und Narkolepsie ergänzen sich nicht selten sehr gut. Arrangier Dich nicht damit! Du hast nur dieses eine Leben,
Janet

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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon bobby » Fr 9. Feb 2018, 11:04

Hi V.

Ich gehe auch davon aus, dass bei Dir die N. (wenn Du sie überhaupt hast) nur eine untergeordnete Rolle spielt. Deine depressive Grundhaltung, die Sozialphobie und Deine Müdigkeit sprechen eher für eine klassische Depression. Wir können Dir hier nicht helfen.

Versuch es woanders, aber bitte bitte nicht mehr hier (auch nicht unter noch einem neuen Nickname).

Tschüss

Bobby
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Re: Medikamente vs. Langeweile

Ungelesener Beitragvon bobby » Fr 9. Feb 2018, 11:16

Irgendwie könnte sich bei Dir um eine Posttraumatische Verbitterungsstörung (PTED) handeln. Würde jedenfalls passen.
D 2018: Trump - der Wahnsinn in blond :lolno:


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