Narkolepsie vs. Hypersomnie

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Aurelia
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Narkolepsie vs. Hypersomnie

Ungelesener Beitragvon Aurelia » So 9. Jun 2013, 22:34

Hallo,

meine Tochter (knapp 18) hat Narkolepsie. Bis letzten Sommer hieß die Diagnose noch Idiopathische Hypersomnie. Sie hat keine Kataplexien und nimmt Methylphenidat.
Was ist der Unterschied zwischen I. Hypersnomnie und Narkolepsie?
Meine Tochter fällt nie um und schläft ein, sondern sie leidet unter Schlafstörungen, Albträumen, Tagesmüdigkeit und schläft- wenn sie kann- bis zu 15 Stunden innerhalb 24 h. Wenn sie stark belastet ist (egal ob psych. oder phys.) schläft sie auch mal im Unterricht oder im Bus oder.... ein (aber nie fällt sie plötzlich um!) und ist dann nur sehr schwer weckbar. Sie hat keine flachen Schlafphasen, sondern fällt sofort in den Tiefschlaf.
Dieses plötzliche Einschlafen am Tag ist bisher 4 Mal in 3 Jahren vorgekommen. Die ersten 3 Male hatte sie über Tage hin Schlafentzug. Das 4. Mal war letzte Woche im Rettungswagen. Allerdings mitten in der Nacht. Abgesehen davon ist es "nur" die ständige Müdigkeit, die sie belastet.
Ist das Narkolepsie oder I. Hypersomnie?
Nach der Lumbalpunktion sagte uns die Ärztin, es wäre Narkolepsie. Die habe ich mir aber immer anders vorgestellt.

Meine Großmutter mütterlicherseits hatte Narkolepsie. Wie groß ist die Gefahr, dass meine Tochter die Krankheit an ihre Kinder weiter geben könnte?

Aurelia

Beirat
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Re: Narkolepsie vs. Hypersomnie

Ungelesener Beitragvon Beirat » Fr 14. Jun 2013, 22:05

Die Übergänge zwischen der Narkolepsie [u]ohne[/u] Kataplexie (=monosymptomatische Narkolepsie) und der Idiopathischen Hypersomnie (IH) sind etwas fliessend und manchmal ist es sogar im Schlaflabor schwierig diese Unterscheidung mit Sicherheit zu machen.
Offiziell gilt das mehrmalige Auftreten von REM Schlaf (>2 von 5 Tests) im Multiplen Schlaflatenz Test (MSLT) als Kriterium für die Narkolepsie. Bei beiden Krankheiten muss die mittlere Einschlaflatenz im MSLT unter 8 Minuten sein.
Bei der IH unterscheidet man noch eine IH [u]mit[/u] verlängertem Nachtschlaf von der IH [u]ohne[/u] verlängertem Nachtschlaf. Für die erste Form typisch ist die grosse Mühe am Morgen überhaupt den Wecker zu hören, weil diese Patienten auch am Ende der Nacht noch im Tiefschlaf sind. Der Narkoleptiker erwacht typischerweise am Morgen ausgeruht, hat dann aber nach wenigen Stunden schon wieder die erste Krise. Die Schläfrigkeit bei der IH ist oft nicht ganz so ausgeprägt wie bei der Narkolepsie dafür "chronischer" weil z.B. ein Power Nap viel weniger nützt als bei der Narkolepsie und manchmal sogar mehr schadet als nützt, weil die Betroffenen dann noch schläfriger sind als vor dem Power Nap.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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