Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Diskussionen um Schlafapnoe, RLS, Idiopathische Hypersomnie und ähnliche Schlafstörungen

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Andi.IH
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Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Andi.IH » So 1. Apr 2012, 17:17

Hallo liebes Forum,

ich brauche dringend euren Rat. Ich schlage mich eigentlich schon mein ganzes Leben lang mit einem erhöhten Schlafbedürfnis und einer starken Tagesmüdigkeit herum. Den letzten Tag an den ich mich erinnern kann, wo ich morgens früh aufgewacht bin und voller Elan und Tatendrang in den Tag gestartet bin, muss wohl irgendwann im Kindergartenalter gewesen sein. Ab da ist es schleichend schlechter geworden mit meiner Tagesmüdigkeit, bis es sich auf den jetzigen konstant schlechten Zustand eingependelt hat. Wenn ich ausschlafen kann, schlafe ich zwischen 11 und 13 Stunden am Stück durch. Dann geht es mir etwas besser was die Tagesmüdigkeit betrifft. Wobei ich mich auch dann noch nicht richtig fit fühle. Ich bin sehr unkonzentriert und unmotiviert tagsüber. Soziale Kontakte sind nur noch sehr eingeschränkt möglich. Aus meiner Schulzeit ist nur noch ein sehr guter Kumpel übergeblieben, der Gott sei Dank, Verständnis für mein Problem zeigt und auch nicht nachtragend ist wenn ich mich mal wieder zwei Wochen am Stück nicht bei ihm gemeldet habe, weil ich einfach zu müde und abgeschlagen war. Meine Freundin hat mich als Schlafbär kennengelernt und weitestgehend auch so akzeptiert. Es kommt aber auch hier immer wieder zu Auseinandersetzungen. Gerade am Wochenende wenn Freizeitaktivitäten geplant sind und ich nicht so richtig in Gang kommen will bzw. ich auch eine gewisse Unmotiviertheit an den Tag lege, was wiederum auch bei ihr auf die Stimmung schlägt. Und ganz zu schweigen von Aufgaben im Haushalt die mir auferlegt wurden und wie sollte es anders sein, meist auch nur unzulänglich von mir bearbeitet werden. ;-) Fast vergessen! Behördengänge, die Bearbeitung der Post usw. bleibt regelmäßig auf dem Abstellgleis, bis mich der Haufen an unerledigten Aufgaben fast erschlägt. Dann raff ich mich irgendwie auf und erledige die drei wichtigsten Dinge meiner "50" Einträge umfassenden To-Do-Liste.

Ich weiss einfach nicht was mit mir los ist! Ist es eine idiopathische Hypersomnie? Eine Depression? Oder ein angelernter falscher Umgang mit meinem Schlaf? Die gängigen Hilfsmittel und Untersuchungen habe ich schon versucht/gemacht. Schilddrüse wurde untersucht, ist in Ordnung. Ich habe es mit Sport versucht, vergeblich. Die Belastung nach der Arbeit noch irgendeine sportliche Aktivität auszuüben, ist zu groß. Oft werde ich dann auch schnell krank, bekomme eine Erkältung etc. Ich habe mir eine Lichttherapielampe gekauft und morgens angewendet, kaum bzw. kein Effekt.

Ich habe mal zusammengeschrieben, was gerade so in den letzten zwei Jahren passiert ist. Ich hoffe es ist einigermaßen Struktur drin und für euch verständlich. Ich schaffe es nicht so einen langen Text an einem Stück zu verfassen. Vielleicht sind Dinge doppelt erwähnt oder es fehlen wichtige Punkte. Bitte fragt mich dann einfach danach, sodass ich diese dann gesondert beantworten kann.

Ich habe vor einem Jahr noch bei einer Tageszeitung gearbeitet. Irgendwann ging es dann mit Bereitschaftsdiensten (welche mich auch Nachts aus dem Bett geklingelt haben) und wo in regelmäßigen Abständen auch Nachtschichten anstanden, los. Normalerweise hätte ich in meinem Zustand sofort abwinken müssen, als mein damaliger Chef mit diesen Forderungen kam aber wenn man im Halbschlaf zur Arbeit kommt und am Hinterkopf noch die Standby-LED leuchtet, sagt man schnell mal "Ja und Amen" zu allem nur um schnell wieder in Ruhe gelassen zu werden. Naja, wie auch immer. Es kam wie es kommen musste. Nach einem knappen Jahr war meine Belastungsgrenze um Meilen überschritten. Konzentration, Antrieb, Spass am Leben, alles war auf dem absoluten Nullpunkt. Ich war ständig gereizt und aggressiv. Die Beziehung zu meiner Freundin hat zu diesem Zeitpunkt besonders gelitten.

Als nichts mehr ging habe ich auf anraten meiner Freundin eine Gesprächstherapie angefangen und wurde auf ein Antidepressivum eingestellt (Citalopram). Auf die Müdigkeitssymptome hat sich dieses aber wenig bis gar nicht ausgewirkt. Lediglich meine Stimmung hat sich vielleicht ETWAS gebessert. Ich habe mir nicht mehr ganz so sehr zu herzen genommen wenn es auf der Arbeit wieder Ärger mit dem Abteilungsleiter oder Kollegen gab weil wieder mal irgendetwas an Arbeit von mir liegen geblieben war. Aus heutiger Sicht kann ich nicht mehr nachvollziehen wo ich noch die Energie für neue Bewerbungen hernahm. Lag es vielleicht doch am Citalopram oder hat mich die unendliche Wut auf meinen Arbeitsplatz beflügelt!? Denn zu diesem Zeitpunkt habe ich alle persönlichen Probleme auf die Arbeitsplatzsituation geschoben und für mich gab es nur noch den Gedanken: "RAUS! SO SCHNELL ES GEHT DORT WEG".

Nun ich hatte Glück. Es klappte mit einem neuen Job. Jetzt waren also "nur" noch 1 1/2 Monate zu überstehen (mit genügend Resturlaub und angehäuften Überstunden sogar noch deutlich weniger). In diesem Zeitraum hatte ich einen Termin beim Neurologen. Es wurden diverse Tests durchgeführt und ein Bluttest auf Narkolepsiemarker gemacht (welcher negativ ausfiel). Der Neurologe überwies mich wiederum in ein Schlaflabor. Dort wurde eine idiopathische Hypersomnie mit langer Schlafdauer diagnostiziert (oder besser gesagt die Vermutung geäußert. 100% sicher ist es nicht). "Idiopathische Hypersomnie", jetzt hatte ich einen Namen für das was mich schon so lange so quälte. Was im Familien- und Freundeskreis immer auf Unverständnis stieß, wenn man die Disco um spätestens 01.00 Uhr wieder verlassen musste, weil man sonst im stehen auf der Tanzfläche eingeschlafen wäre, wenn man es am Wochenende nicht mal pünktlich zum Mittagessen aus dem Bett geschafft hat (gesegnet sei der Erfinder der Mikrowelle) oder das standardmäßige 5 bis 10 min zu spät zur Arbeit kommen weil der Wecker um 6:30 Uhr trotz fiesestem Weckton einfach nicht den Gehörgang durchdringen wollte (und wenn er es dann doch tat, sich der ganze Körper wie mit Blei gefüllt anfühlte, was ein zeitiges aufstehen in aller letzter Konsequenz zu Nichte machte).

Aber da war sie. Die vermeintliche Wunderwaffe gegen mein Leiden. "Wir stellen Sie auf Vigil ein." meinte mein Neurologe. Ich hatte zuvor noch nie etwas von diesem Medikament gehört. Aber es war mir sowieso ziemlich egal was ich da bekam. Es sollte nur helfen. Also mit dem Rezept ab in die nächste Apotheke. "Okay, aber das müssen wir bestellen." meinte die Apothekerin. Ärgerlich, aber ich hatte auch nicht wirklich damit gerechnet das es vorrätig ist. Drei Tage sollte es nun noch dauern bis der ganze Spuck durch eine kleine weiße Pille aufgehoben wird. Also noch genug Zeit um im Netz zu schauen was das denn für ein Wundermittelchen ist. Ich habe die ersten drei Seiten auf google regelrecht verschlungen. "100 Milligramm Arbeitswut" hieß dort ein Artikel, von Gehirndoping war die Rede, sogar mit diversen links auf dubiose Internetapotheken. Das US-Militär verabreicht seinen Piloten das Mittel auf Langstreckenflügen und wach und konzentriert zu bleiben. Ein grinsen überkam mein Gesicht und meine Augen strahlten. "Das muss es sein! Wenn das nicht hilft, was sonst?"

Die Drei Tage waren rum! Ich bekam die kleine blau-weiße-Schachtel sogar nach Hause geliefert. Mit 100 mg sollte ich beginnen, bei bedarf könnte ich auf eine Maximaldosis von 400 mg pro Tag hoch gehen (allerdings nicht in der ersten Woche der Einnahme). Jetzt aber rein mit dem Ding in die Futterluke! Nach ca. einer halben Stunde merkte ich das sich irgendetwas tat. Ich hatte plötzlich einen leichten Nebel vor den Augen, ein bisschen so als würde ich durch Milchglas blicken. Ich hatte subjektiv den Eindruck viel klarer und strukturierter zu denken. Es funkten nicht mehr so viele Wirre Gedanken in meinem Kopf herum. Es fühlte sich an als lägen alle Gedanken in kleine Pakete verpackt auf einem Förderband und wurden ruhig und sachlich nacheinander abgearbeitet. Ich verspürte den Drang mit anderen Menschen zu kommunizieren. Was ich so gar nicht von mir kenne. Normalerweise bin ich viel zu träge im Kopf um einer Unterhaltung folgen oder gar aktiv an ihr teilnehmen zu können. Mein Vokabular beschränkt sich auf der Arbeit eher auf "Guten Morgen", "Tschüss bis morgen" und wenn es hoch kommt noch auf drei bis fünf weitere vollständige Sätze über belangloses zwischenmenschliches Palaber und natürlich die Dinge die zwangsweise für die Ausübung der Arbeit geklärt werden müssen. "Na gut, etwas besser ist es ja schon mit Vigil!" dachte ich. Ich habe mich durch Vigil nicht in Superman verwandelt aber es war doch irgendwo ein zufriedenstellendes Ergebnis. ZUMINDEST bis die Sache mit dem Schwindel anfing. Drehschwindel. Nach einer guten Stunde war nichts mehr da von der schönen Wirkung. Alles drehte sich und als die Wirkung komplett nachließ inkl. des Schwindelgefühls, fühlte ich mich noch elender als es ohnehin schon der Fall war.

Ich habe es noch einige Male unter den kritischen Blicken meiner Freundin mit Vigil versucht. Nie regelmäßig da meine Partnerin solche Mittel kategorisch ablehnt und es somit immer wieder zu Auseinandersetzungen über die Einnahme des Medikamentes kam. Ich bin ein paar mal auf max. 300 mg pro Tag gegangen. Schwindel trat immer wieder auf. Die Wirkungsdauer blieb weiter deutlich unter den Erwartungen zurück. Zudem kam es gerade bei höherer Dosierung in der Nacht zu nicht unerheblichen Ein- und Durchschlafstörungen. So das ich am Folgetag so richtig fertig war. Eine weitere Einnahme von Vigil konnte dann auch nicht mehr helfen.

Der Umzug kam. Denn ich musste für meinen neuen Job in eine andere Stadt ziehen. Ich konnte mich mit frühzeitigem zu Bett gehen einigermaßen über die ersten Arbeitstage retten (nicht das ich gleich eingeschlafen wäre, nein, aber die Ruhe hat meinem Körper nach dem Stress der Vortage gut getan). Mir kam zugute das ich einem Früh- und Spätdienst zugeteilt wurde. D.h. früh (Beginn 8.00 Uhr) und spät (10.00 Uhr). Gerade in der Spätschichtwoche konnte ich meiner Arbeit einigermaßen passabel nachgehen. Ich habe keine Wunder verbracht aber es genügte um nicht im ersten Monat der Probezeit gleich wieder gekündigt zu werden. Ich arbeite heute noch langsamer als die anderen (ich bin als Mediengestalter tätig) jedoch sind die Ergebnisse wohl gut genug um mit meiner verlangsamten Arbeitsweise nicht überdurchschnittlich negativ aufzufallen. Besonders die Konzentrationsschwäche kostet mir viel Zeit da ich Dinge manchmal zwei Mal machen muss, weil ich zuvor irgendetwas nicht bedacht habe. Nach der Arbeit esse ich schnell etwas und haue mich dann oft 1 bis 2 Stunden aufs Ohr. Oder wenn ich wirklich nicht gleich ins Bett gehe, verbringe ich meinen Abend passiv auf der Couch. Bzw. halte mich mit einem Videogame auf dem PC irgendwie noch wach. Es ist so eine Art Rhytmus. Einen Tag nach der Arbeit gleich aufs Ohr hauen um am Folgetag dann noch etwas Energie für ein Spielchen am PC zu haben, was mir zumindest das Gefühl gibt, etwas für mich selbst zu tun und ich mich nicht vollkommen der Müdigkeit hingeben muss.

Es folgte ein MRT des Kopfes (oder MET) und eine Blutabnahme beim Hausarzt. Der Radiologe meinte es würde wohl auf eine Normaldiagnose hinauslaufen, allerdings wären kleine "Zipfel" an der Hypophyse erkennbar (was auch immer das bedeutet). Ich hätte den Termin zur Klärung der Ergebnisse des MRT und der Blutabnahme vor 4 Tagen bei meinem Hausarzt gehabt (leider verschlafen :? ) jetzt muss ich wieder einen neuen Termin machen und wohl wieder ca. 3 Wochen warten müssen, womit wir in der Gegenwart wären und vorerst zum Ende meines kleinen Romanes gekommen sind! :roll:

Ich hoffe es war nicht all zu viel Text und danke allen die es bis hierhin geschafft haben! Bitte bitte schreibt mir wenn euch etwas von dem bekannt vorkommt oder ihr vielleicht einen Tip für mich habt was ich noch tun oder ausprobieren kann!!!!!!

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Narki » So 1. Apr 2012, 22:05

Hallo Andi

Zuerst mal vorweg: ich selber nahm nie Citalopram oder Vigil. Hoffentlich melden sich hier noch User, die Dir aus eigener Erfahrung weiterhelfen können.

Ein paar Fragen habe ich nach dem Lesen deiner Geschichte (war nicht ganz einfach in dieser Länge :roll: ):

1. Zuerst hast Du eine Psychotherapie gemacht und Citalopram genommen. Einige Psychopharmaka machen müde, also wenn Du eine Hypersomnie hast, wäre das dann ziemlich ungeignet, nicht?

2. Nach dem Schlaflabor hat man Dir die Diagnosevermutung auf Hypersomnie gestellt und Dir Vigil gegeben. Du beschreibst herrlich plastisch, wie Du Dir vom Medikament eine Wunderwirkung erhofft hast. Eiin Medikament allein kann aber niemals die Lösung sein. Es braucht auch immer eine Anpassung der Lebensführung. Hast Du Dich damit auseinandergesetzt?

3. Du nimmst Vigil gelegentlich und dann an einem Tag aber gleich 300mg. Meines Wissens sollte Vigil regelmässig genommen und die Dosis langsam gesteigert werden. Ob mit deiner Einnahmedosis und -frequenz Vigil je wirken kann, wäre wohl mit einem Arzt mal zu besprechen, nicht?

4. Kürzlich hast Du ein MRT machen lassen. Leider schreibst Du nicht (oder ich hab es im langen Text übersehen), wie es zu diesen weiteren Untersuchungen kam. Hast Du dem Arzt irgendwelche Symptome geschildert, die ihn zu diesen Abklärungen bewegten?

5. Vielleicht hilft es, wenn Du nochmals auf die Verdachtsdiganose Hypersomnie zurückkommst. Warum wurde nur ein Verdacht auf... geäussert und keine feste Diagnose?

Gruss,
Narki

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon somnueschen » Mo 2. Apr 2012, 15:20

Hallo Andi,

was auch immer Deine Müdigkeit verursacht, hier wissen alle, wie schwer es für Dich sein muss, immer wieder gegen diese weichen Mauern anrennen zu müssen. Narki hat Recht, erst einmal musst Du Deine Ärzterunde fortsetzen, es könnte ja auch eine ganz andere Grunderkrankung hinter Deiner Müdigkeit stecken.
Vigil habe ich selbst mehrere Wochen genommen und man soll es tatsächlich über längere Zeit einnehmen, damit eine bewertbare Wirksamkeit eintritt. Die war bei mir allerdings auch nicht so doll, ich habe mich keinen Deut wacher gefühlt, mir war es nur auf eher unangenehme Art egal, müde zu sein. Schwindel ist keiner aufgetreten, dafür enormes Zittern der Hände (bei niedrigster Dosierung), und ich bin gegen Ende der Einnahme ständig gegen Türrahmen und Möbelstücke gelaufen.
Wie reagierst Du auf Kurzschlaf tagsüber? Kannst Du Auto fahren?
Es gibt auch Schlafstörungen, die in einem extrem verschobenen Wach-Schlaf-Zyklus bestehen. Geht es Dir in den Ferien besser, wenn Du spät aufstehst?

Es ist jedenfalls gut, dass Du nach körperlichen Erkrankungen suchst. In die Depressionsschublade werden viel zu viele Erschöpfungspatienten zu Unrecht gesteckt. Such weiter und hol Dir so viel Unterstützung in Deiner vertrauten Umgebung, wie es geht!

Viel Glück
somnueschen

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Andi.IH
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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Andi.IH » Di 3. Apr 2012, 21:47

Hallo, danke für eure schnellen Antworten! Super! Hatte schon befürchtet das es sehr lange dauert, bis jemand meine Nachricht liest (der letzte Eintrag hier im IH Forum war vom 18. Januar). :wink:

*gähn* bin noch etwas träge jetzt. Hatte mich eben für 2 1/2 Std. hingehauen. Okay dann mal los ...

@Narki

Zu 1) Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das es eine Hypersomnie sein könnte. Im Bekanntenkreis (und auch insbesondere meine Partnerin) haben zuerst auf eine Depression getippt (müde, abgeschlagen, Rückzug aus dem Sozialleben), liegt ja auch nicht so fern. Bin selber der Meinung an KEINER Depression zu leiden (kann ich das überhaupt so beurteilen!?) und wenn ich schlecht drauf bin dann eher wegen des Umstandes müde zu sein. Wenn man sich ausgeschlossen vom Leben um einen herum fühlt, entwickelt man schnell negative Gefühle, denke ich! Aber ob eine Depression die Ursache für die Müdigkeit ist? Ich glaube es bei mir nicht.

Zu 2) Um ehrlich zu sein wahrscheinlich nur unzureichend. Zu meiner Verteidigung ist aber zu sagen das ich das Mittel kurz vor meinem Umzug bekommen habe und somit keine Rücksprache mehr über die Wirkung/Nebenwirkung mit dem Arzt halten konnte. Auch bezüglich evtl. Änderungen meiner Lebensführung. Ich war der festen Überzeugung, die Lösung des Problems mit dem Mittel gefunden zu haben (im Nachhinein naiv, ich weiss). Ich hatte mir schon eher Gedanken über eine Ernährungsumstellung gemacht (angeblich geht Vigil ja auf die Leber). :shock:

Zu 3) Du hast absolut recht. Ich habe von meinem Neurologen allerdings nur die Anweisung bekommen in der ersten Woche die 100 mg nicht zu überschreiten. Alles weitere müsse man von Patient zu Patient unterschiedlich beurteilen und ich solle mit der Einnahme ruhig etwas "herumexperimentieren", um die für mich beste Einnahmedosis und -frequenz zu finden (was ich ja getan habe). Na und ein weiterer Punkt wäre (wie erwähnt) meine Freundin die der ganzen Medisache eher kritisch gegenüber steht. :wink:

Zu 4) Auch bedingt durch den Umzug und Ärztewechsel. In meinem Befund aus dem Schlaflabor steht (Auszug): In Zusammenschau mit den Ergebnissen der Polysomnographien und der MSLTs gehen wir von einer idiopathischen Hypersomnie mit langer Schlafdauer aus (ALSO KEINE DEF. DIAGNOSE). Zur weiteren Abklärung empfehlen wir wir ein cMRT (WAS JETZT GEMACHT WURDE) und eine Liquoruntersuchung ...
Es sollte die Hypophyse näher untersucht werden um evtl. pathologische Dinge dort zu erkennen (wieso das jetzt ganz genau im Detail so ist, weiss ich nicht).

Zu 5) Siehe Punkt 4. Ich habe mal gelesen das eine idiopathische Hypersomnie eher über eine Ausschlussdiagnose festgestellt wird. Deshalb wohl nur "Vermutung auf IH", weil noch Tests ausstehen.



@somnueschen

Noch Mal Danke für das Verständnis! :wink: Tut mal gut von Leuten zu hören die gleiche Erfahrungen machen mussten.
Das mit dem gegen Möbelstücke rennen kann ich nachvollziehen. Ich hatte auch die Nebenwirkung wie durch Milchglas zu sehen (so nach einer halben Stunde fing es an und dauerte dann ca. noch Mal so lange). Kurzschlaf ( du meinst so 15 min). Das hab ich so noch nicht probiert. Könnte ich auf der Arbeit auch schlecht durchführen. Richtig einschlafen würde ich in der kurzen Zeit auch nicht (Einschlafdauer generell ca. 15 bis 30 min). Ich fahre jeden Tag zur Arbeit mit dem Auto (bisher ohne Zwischenfall :wink: ). Ich bin stark müde aber der Geist ist des Körpers immer noch mächtig genug. Ich schlafe beim fahren nicht ein. Außerdem fahre ich nur 15 min. Bei Langstrecken hätte ich aber schon bedenken (auf alle Fälle mit vielen Pausen)!

Wenn ich spät aufstehe (so zwischen 12.00 und 14.00 Uhr) geht es mir definitiv besser. Allerdings müsste ich das so 3 Tage hintereinander machen damit sich mein Wohlbefinden merklich bessert und selbst dann ist es nicht so das ich mich super fühle (aber eben doch ne ganze Ecke besser).

Und die wichtigste Frage! Konntest du etwas finden um deine Erkrankung in den Griff zu bekommen? Nimmst du jetzt ein anderes Medikament? Hast du deine Lebensumstände geändert etc.? Oder bist du auch noch auf der Suche nach eine Lösung??? :shock:

Gruß
Andi

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon annas » Di 3. Apr 2012, 23:08

Hallo Andi

ich selber kann dir leider keine eigenen Erfahrungen im Zusammenhang mit Hypersomnie erzählen da ich Narkolepsie mit Kataplexie habe, eine Freundin hat jedoch die Diagnose Hypersomnie und was mir als erstes aufgefallen ist beim Vergleich Narkolepsie/Hypersomnie ich bin nach einem Nickerchen egal ob 15min oder 2 1/2 Std. besser drauf und ausgeruht, die Kollegin jedoch kann zur gleichen Zeit und gleich lange schlafen wie ich und ist danach immer noch müde. (dass du nach 1 1/2 Std. Schlaf also noch müde bist passt zu den Symptomen meiner Freundin mit Hypersomnie) Allerdings schläft sie im Gegensatz zu dir etwa gleich schnell ein wie ich (2-10min). Das Gefühl der Müdigkeit begleitet sie jedoch ständig, es gibt fast kein Zeitpunkt an dem sie nicht müde ist, ich hingegen habe einige Stunden am Tag(Je nach dem wie ich meine Powernaps und Medikamente dosiere) in denen ich hellwach bin und Bäume ausreissen könnte.

Zum Vigil, ich habe mich nach dem ersten Tag mit Vigil besser und wacher gefühlt und konnte auch in der Nacht besser schlafen. Zur Zeit habe ich 200mg an einem normalen Tag und kann zwischen 0 - 400mg anpassen, ja nach dem was ich unternehmen möchte. (Sonntag zu Hause am rumliegen = 0mg, ein Tag mit Powernap um 10:00, 13:00 und 17:00 und vollem Programm tagsüber und abends = 400mg).

Dass du zum Thema Hypersomnie auf deinen Eintrag seit dem 18. Januar kein Feedback erhalten hast liegt vermutlich daran, dass hier hauptsächlich Narkis rumstöbern und somit nicht viel Informationen resp. Erfahrungen zur Hypersomnie austauschen können. Hoffe die Schilderungen und Vergleiche konnten dir weiter helfen.

Ich drück dir die Daumen!

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon somnueschen » Mi 4. Apr 2012, 12:18

Hallo Andi,

Falls Du Englisch kannst ... im englischsprachigen Raum findest Du mehrere Foren (zumindest zum Thema Narkolepsie), ich nehme an, dass das Angebot bei anderen Krankheiten bzw. Symptomen ähnlich groß ist. Das wäre einen Versuch wert, z.B. talkaboutsleep :) .
Meine Erfahrungen mit Vigil beziehen sich auf Narkolepsie, aber eine Ähnlichkeit mit Deinem Schwindel sehe ich auch. Diese Medikamente wirken nicht nur bei unterschiedlichen Grunderkrankungen verschieden sondern auch in Abhängigkeit unterschiedlichster körperlicher Voraussetzungen.

Viele Grüße
somnueschen

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Andi.IH » Mo 7. Mai 2012, 23:43

Hallo Schlafies,

möchte euch gerne über den aktuellen Stand der Dinge informieren und habe natürlich auch wieder ein paar Fragen an euch. :wink:
Zuerst: Beim MRT des Kopfes ist nach genauerer Auswertung nichts ungewöhnliches festgestellt worden und auch bei den Blutwerten ist alles im Normbereich (wer hätte es gedacht :shock: ). Ich bekomme nun Equasym Retard 20 mg und nehme jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen eine Tablette ein. Habe heute früh die achte Tablette genommen. Wer kennt das Medikament und wie ist die Wirkung bei euch? Im Vergleich zum Vigil, welches bei mir ja Schwindelgefühle verursacht hat, habe ich bei dem Equasym Retard (noch) keine nennenswerten Nebenwirkungen. Hatte nur bei den ersten 2-3 Einnahmen leichte Kopfschmerzen und einen gefühlt stärkeren und schnelleren Herzschlag. Aber was soll ich sagen ... so richtig bin ich auch davon nicht überzeugt. Insbesondere die Wirkdauer ist viel zu kurz. 1 bis 1 1/2 Std. hält die Wirkung an. Ich rede dann viel mit meinen Kollegen und bin auch sehr an deren Geschichten und Lebensweisheiten interessiert oder quatsche am Wochenende meine Freundin mit irgendeinem Dummschnack zu! :D Aber danach ist das ganze Spektakel auch vorbei und ich fühle mich genau so müde und antriebslos wie sonst, wenn ich kein Medikament eingenommen habe. Zeitweise habe ich auch den Eindruck das ich mich sozial noch mehr abkapsel. Die Luft ist dann echt raus und ich bin froh wenn man mich in Ruhe lässt. :? Was soll ich tun? Muss ich mich vielleicht erst noch an den Wirkstoff gewöhnen? Braucht das einfach nur seine Zeit und ich verlange schon wieder zu schnell zu viel? Oder Hilft es vielleicht die 20 mg aufzuteilen? Morgens und mittags z.B. Das wäre nur etwas schwierig, da die Pillen mit einem Pulver gefüllt sind. Man nervt mich die ganze Sache wieder an momentan. Hoffentlich tut sich da bald noch was. :(

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon annas » Di 8. Mai 2012, 04:17

Hi Andi

Equasym enthält, glaube ich zumindest den gleichen Wirkstoff wie Concerta/Ritalin retard. Wenn du keine Wirkung spürst, muss evtl. die Diagnose nochmals überdacht werden?!
Habe heute früh die achte Tablette genommen

Kannst du da beliebig viele Tabletten/Kapseln reinschmeissen? Ich würde mich an deiner Stelle genau an die vom Arzt festgelegte Maximaldosis halten, 8x20mg(160mg) ist selbst für ein ADHS oder Narkolepsie Patienten viel zu viel. Ich komme mit 20-30mg Ritalin gut zurecht. Auch die retard Version macht meiner Meinung nach keinen Sinn, du möchtest ja nach einnahme des Medikaments wach sein und nicht über mehrere Stunden?!

Da ich kein Arzt bin kann ich dir leider nicht viel mehr dazu sagen, würde dir aber dringend raten Kontakt mit deinem Arzt aufzunehmen um sowohl die Diagnose als auch die medikamentöse Behandlung zu besprechen.

Ich wünsch die alles Gute!

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon annas » Di 8. Mai 2012, 04:17

Hi Andi

Equasym enthält, glaube ich zumindest den gleichen Wirkstoff wie Concerta/Ritalin retard. Wenn du keine Wirkung spürst, muss evtl. die Diagnose nochmals überdacht werden?!
Habe heute früh die achte Tablette genommen

Kannst du da beliebig viele Tabletten/Kapseln reinschmeissen? Ich würde mich an deiner Stelle genau an die vom Arzt festgelegte Maximaldosis halten, 8x20mg(160mg) ist selbst für ein ADHS oder Narkolepsie Patienten viel zu viel. Ich komme mit 20-30mg Ritalin gut zurecht. Auch die retard Version macht meiner Meinung nach keinen Sinn, du möchtest ja nach einnahme des Medikaments wach sein und nicht über mehrere Stunden?!

Da ich kein Arzt bin kann ich dir leider nicht viel mehr dazu sagen, würde dir aber dringend raten Kontakt mit deinem Arzt aufzunehmen um sowohl die Diagnose als auch die medikamentöse Behandlung zu besprechen.

Ich wünsch die alles Gute!

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Narki » Di 8. Mai 2012, 08:43

Hallo Andi

Ich schliesse mich weitgehend dem Kommentar von Annas an.

Retard kommt aus dem französischen und bedeutet verspätet, d.h. der Wirkstoff bei dieser Medikamentenform wird so in die Tablette verpackt, dass die Wirkung langsam auf mind. 8 Stunden verteilt dem Körper zugeführt wird. Retardtabletten sollten nie geteilt werden, weil dann die verzögerte Abgabe nicht mehr zum Tragen kommt.
Bei mir wirken Retardtabletten nur, wenn ich dazwischen trotzdem ein Nickerchen machen kann und einfach lange, aber nicht unbedingt konzentriert wach sein muss (z.B. bei einem Tagesausflug).

Frag doch deinen Arzt einmal, ob er Dir nicht Ritalin (normal) verschreiben kann. Das enthält wie Equasym Methylphenidat, die gefühlte Wirkung ist jedoch um einiges besser (zumindest bei Narkolepsie).

Gruss,
Narki

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Re: Ist es IH, eine Depression oder doch etwas ganz anderes?

Ungelesener Beitragvon Andi.IH » Sa 14. Jul 2012, 21:39

Habe im August einen Termin beim Psychiater. Werde das Thema dort nochmal aufgreifen obwohl ich mit Methylphenidat bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht habe.

Trotzdem danke für den Tipp! ;-)


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