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Statistik

Verfasst: Sa 26. Mai 2012, 08:17
von binmüde
Hallo zusammen,

auch bezüglich Narkolepsie und Kataplexie (ICD10: G47.4) gibt es bei http://www.gbe-bund.de statistisches Zahlenmaterial. So wird unter "Diagnosedaten der Krankenhäuser" für Deutschland angegeben:
Jahr 2010: 878 Fälle (414 Frauen),
Jahr 2009: 809 Fälle (391 Frauen),
Jahr 2008: 787 Fälle (367 Frauen),
Jahr 2007: 889 Fälle (424 Frauen),
Jahr 2006: 780 Fälle (317 Frauen).
Dauer pro "Fall" war im Durchschnitt knapp über 3 Tage gegenüber 5,8 Tage im Jahr 2001.

Das Verhältnis der Fall-Zahlen für Krankenhausaufenthalte zu anderen Schlafstörungen am Beispiel
Jahr 2002:
G47 Schlafstörungen: 156.460 (33.597 Frauen)
G47.3 Schlafapnoe: 149.441 (30.738 Frauen)
G47.4 Narkolepsie und Kataplexie: 707 (287 Frauen)

Weitere Anmerkung:

Ganz nett fand ich den Satz: "Die Angaben zur Prävalenz der Narkolepsie schwanken zwischen 0,03% und 0,18%. Die Unsicherheit in den Angaben zur Verbreitung und die Tatsache, dass die Narkolepsie unterdiagnostiziert ist, beruht nicht nur darauf, dass es eine relativ seltene Erkrankung ist, sondern vor allem auf einer Banalisierung der exzessiven Schläfrigkeit, die das häufigste Frühsymptom der Narkolepsie ist. " in einem dortigen Text-Dokument (Heft 27 - "Schlafstörungen" aus der Reihe "Gesundheitsberichterstattung des Bundes", Robert Koch-Institut und Statistisches Bundesamt, dort auch als PDF-Datei). Unwissenheit und Banalisierung hab ich schon mehrfach antreffen müssen. Ihr auch?

Auch der Satz stammt aus dem o.a. Heft: "Die Zahlen verdeutlichen, dass in Deutschland derzeit die Schlafapnoe sehr einseitig im Blickpunkt der aktuellen Versorgung von Patienten mit schlafmedizinischen Erkrankungen steht. Patienten mit Narkolepsie sind völlig unterrepräsentiert. Auffällig ist auch, dass die Krankenhausbehandlungsrate wegen Schlafapnoe (G47.3) bei Männern viermal höher ist als bei Frauen, obwohl für die Prävalenz des Obstruktiven Schlafapnoesyndroms ein Verhältnis Männer zu Frauen von 2,5 : 1 gilt." Manches wird erkannt, bis das aber zu Veränderungen in den Köpfen der Beteiligten und zu entsprechender Umsetzung führt - da fließt noch viel Wasser der Rhein runter.

In Bremen gibt es übrigens deutlich weniger Krankenhaus-Fälle pro 100.000 Einwohner als z.B. in NRW oder Bayern. Allerdings waren über die Jahre dort auch weniger Schlaflabor-Plätze als andernorts (z.B. in Thüringen etwa 5 mal mehr Plätze).

Bekanntlich soll man nicht mal an eine Statistik glauben, die man eigenhändig gefälscht hat (oder so ähnlich lautet doch die Redensart?), doch vielleicht gibt es ja unter Euch jemanden, der sich diese Zahlen trotzdem genauer ansehen würde (z.B. nach Alter, Geschlecht oder Bundesländern). Drum dieser Hinweis.

Der Datenbank-Server zu o.a. Website läuft recht flott und verwendet übrigens Oracle9i OLAP WebAgent. Das steht jedenfalls in der Fehlermeldung, die ab und zu auftrat. Einfach die Suchbegriffe notieren, für einen eventuellen "Neuanfang".

Es grüßt nach weitgehend schlafloser Nacht
binmüde