Fluoxetin als Auslöser von Narkolepsie?

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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Habt Ihr einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Fluoxetineinnahme und Narkolepsie beobachtet?

Ja.
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50%
Nein.
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Nein, aber ich habe davon gehört.
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Keine Stimmen
Nein, habe noch nie darüber nachgedacht.
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Keine Stimmen
 
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Kah
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Fluoxetin als Auslöser von Narkolepsie?

Ungelesener Beitragvon Kah » Fr 6. Mär 2009, 09:03

Guten Tag,
da ich über die Suche nichts gefunden habe - was mich wundert - stelle ich die Frage in einem neuen Thread: Ich habe 6 Jahre lang tgl. 20mg Fluoxetin wg. Depressionen bekommen. Ca. 1 Jahr nach dem Ansetzen von Fluoxetin bekam ich Narkolepsie, was im Schlaflabor und mit Schlaflatenztest (MSLT) bestätigt wurde und dann mit Vigil mit magerem Erfolg behandelt wurde. Knapp ein Jahr, nachdem ich Fluoxetin abgesetzt hatte, war die Narkolepsie jedoch fast verschwunden, ich bin jetzt ziemlich beschwerdefrei und schlafe nur noch sehr selten unkontrolliert ein, auch mein Nachtschlafbedürfnis hat sich normalisiert.

Habt Ihr von anderen schon mal einen solchen Zusammenhang zwischen Narkolepsie und Fluoxetineinnahme gehört? Ich ja, deswegen wundert es mich, dass ich hier noch nichts dazu gefunden habe und dass damals die Ärzte im Schlaflabor diese Idee nicht hatten.

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Sase
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Re: Fluoxetin als Auslöser von Narkolepsie?

Ungelesener Beitragvon Sase » Sa 7. Mär 2009, 18:34

Ich habe mal dieses Medikament genommen und jetzt Narkolepsie. Bei mir bleibt die Narko und ich habe sie erst ca. 2Jahre nach der Fluoxetin Einnahme diagnostiziert bekommen. Ich weiß nicht ob dir das was bringt und weiß auch keinen Zusammenhang. Allerdings habe ich beim Absetzen von Fluoxetin viel geschlafen und war immer müde.

Kah
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Re: Fluoxetin als Auslöser von Narkolepsie?

Ungelesener Beitragvon Kah » Di 17. Mär 2009, 19:38

Hallo Sase,
vielen Dank, dass Du Deine Erfahrung geschildert hast.

Ich habe überlegt, dass Psychopharmaka ja häufig einen starken Schlafdrang auslösen, aber sieht dieser Schlafdrang dann auch wie Narkolepsie aus (wurde bei mir ja, wie gesagt, wirklich diagnostiziert)?

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Narki
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Re: Fluoxetin als Auslöser von Narkolepsie?

Ungelesener Beitragvon Narki » Mi 18. Mär 2009, 18:06

Hallo Kah

Um eine Diagnose der Narkolepsie zu stellen, gibt es ein paar Schwierigkeiten. (Vor einem Jahr gab es hier in der Schweiz einen guten Vortrag dazu, ich hoffe, ich habe es richtig in Erinnerung behalten....)

Narkolepsie mit Kataplexie:
Eigentlich wäre die Diagnose für eine Narkolepsie mit Kataplexie ganz einfach, da die Kataplexien ein Leitsymptom sind und nur bei Narkolepsie auftreten. Die Schwierigkeit fängt bei der Abklärung an, da Kataplexien äusserst selten in einer Arztpraxis auftreten (ist ja auch nicht lustig :? ) und der Arzt deshalb nur auf die Schilderungen des Betroffenen zurückgreifen kann. Bei unklarer Sachlage kann eine Lumbalpunktion Gewissheit bringen.

Narkolepsie ohne Kataplexie:
In diesem Fall wird die Diagnose ganz schön knifflig!!

Einerseits gibt es die Tagesmüdigkeit mit erhöhtem Schlafdruck. Dies zeigen auch Patienten mit Schlaf-Apnoe, Restless-Legs, idiopathischer Insomnie und Depressionen.
Eine genaue Differenzialdiagnose ist unabdingbar.

Schlaf-Apnoe kann mit den Atemaussetzern während der Polysomnographie aufgezeigt werden. Aber: sehr viele Narkoleptiker leiden auch an Schlafapnoe.
Das Restless-Legs-Syndrom kann ebenfalls im Schlaflabor gemessen werden, ist aber meines Wissens noch nicht der Standard.
IH und Depressionen müssen anhand anderer Kriterien ausgeschlossen werden können. Jedoch zeigen viele Betroffene zur Zeit der Abklärung eine leichte "depressive Verstimmung", die durch die Unsicherheit (was ist nur los mit mir...??) ausgelöst wird.

Eine weitere Schwierigkeit kommt bei MSLT-Test hinzu: Geht ein Patient gewöhnlich nach Mitternacht ins Bett, und muss nun im Schlaflabor bereits um 21Uhr zur Polysomnographie, so ist er in seinem Schlafrhythmus um drei Stunden zu früh. Bei den ersten beiden Schlaftests am folgenden Tag befindet sich der Patient folglich bereits in den Schlafphasen mit extrem langen REM-Phasen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er während den 20 Minuten in die REM-Phase fällt, ist sehr gross. Das hat aber Nichts mit Narkolepsie zu tun.

Zu deiner Frage: wenn Du keine Kataplexien hast, könnte es sein, dass die Müdigkeit tatsächlich vom Antidepressivum kommt und je nach Tageszeit der Abklärung fälschlicherweise als Narkolepsie gedeutet wurde. Klarheit können Dir die genauen anderen Untersuchungsergebnisse geben.

Ich hoffe, meine Ausführungen sind einigermassen verständlich :shock:

Gruss,
Narki


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