Atemprobleme im Wachzustand?

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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Tempeltaenzer
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Du hast so recht...

Ungelesener Beitragvon Tempeltaenzer » Fr 17. Dez 2004, 13:15

Hi Yogi.

ich wurde ja innerhalb von 13 Jahren über 2 Jahre in psychiatrischen Kliniken behandelt. Ein Auszug aus den Diagnosen sagt alles:

- Depression
- bipolare Störung
- Borderline Syndrom
- Persönlichkeitsstörung
- Schizophrenie
...

Naja, spätestens nach dem 10 Arzt, der dir ganz vorsichtig erklärt, daß du deppert bist, denkst du nach: "Naja, wenn alle sagen ich bin deppert - vielleicht stimmt es ja dann auch. Ich sehe es zwar anders - aber das ist ja so, weil ich deppert bin".

Ich war so fertig nach der Erstdiagnose Narkolepsie, daß ich im zweiten Schlaflabor ganz zittrig aufs Ergebnis gewartet habe. Und als dann Narkolepsie bestätigt wurde, bin ich erst mal innerlich aufgesprungen, bin in mein Zimmer und konnte ne Stunde lang nix mehr machen, weil ich superweich war.

Jetzt, wo die Medikamente ihre Wirkung zeigen, ich in der Klinik andere Patienten kennengelernt habe, denen es genau so geht und viel über die Krankheit lese, erst jetzt lasse ich für mich wirklich den Schluss zu, daß es so ist.

Ich hatte vor lauter Verzweiflung meine gesamte Vergangenheit permanent vergessen - und in einer Nacht alles zurückbekommen. Jetzt ist mein Kopf voller Bilder und zum ersten Mal seit Jahren träume ich wieder bewusst. Das hatte ich nämlich auch "vergessen".

Manchmal wissen die Ärzte garnicht, was für ein Leid ihre Fehldiagnosen bedeuten. Für mich waren es 31 Jahre Müdigkeit, Krankenhäuser und Selbstzweifel. Und zweimal wäre ich aus eigener Hand fast tot gewesen. Welch eine Tragik, war doch keine Krankheit, sondern Fehlbehandlung Schuld dran.

Marco
Marco Küpper
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HLA-DR2 NEGATIV! und trotzdem betroffen.

Aktuelles Ergebnis aus der Forschung: 100 % aller Narkis haben einen pulsierenden Tumor im Brustraum! Ein Herz.

yogi68
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Ungelesener Beitragvon yogi68 » Fr 17. Dez 2004, 13:49

Hi Marco

Das gefährliche an der Narkolepsie ist nicht die Narkolepsie, sondern das Unvermögen der Ärzte sie zu erkennen.
Den Selbstzweifel kenne ich auch. Irgendwann glaubst du einfach alles. Erst sagen alle du seist gesund, also fragts du dich ob du dir alles nur einbildest. Folglich fragt du dich ob du noch richtig tickst.
Und irgendwann stellt sich auch die Frage wofür man jeden Tag aufs neue kämpfen soll wenn es auch Alternativen gibt.
Über Alternativen haben wohl die meisten lange-nicht-diagnostizierten nachgedacht. Immer unverstanden, vereinsamt, was bleibt da noch? Um so erleichtert ist man wenn endlich eine Erklärung kommt, zumal die organischen Ursprungs ist. Defakto: Man ist nicht bekloppt! Wau!

Ich war zwar nie soweit, mein Selbsterhaltungstrieb ist fast unantastbar, aber die Frage stellt sich unweigerlich. Antidepressiva wollte man mir auch oft geben, habe aber stets abgelehnt.
Die Diagnose war mir im ersten Moment egal. Hätte mich auch über einen Tumor im Kopf gefreut. Haupsache es gibt eine Erklärung und ich bin nicht geistig daneben.
Bei einer Dunkelziffer von 120000 möchte ich mir nicht ausmalen wieviele auf dem Weg zur Diagnose verlohren gingen...

Die Gefahr liegt nicht in der Narkolepsie sondern in den phsychischen Schäden die sie anrichtet wenn sie nicht gefunden wird.

Du weist nun warum es Dir so ging. Du wirst auch rückblickend viel von dem erklären können was Dir passiert ist. An Deinen Schreiben erkenne ich auch eine Menge Wut darüber, dass es so lange gedauert hat. Geht mir auch so. Es hätte viel vermieden werden können. Man hätte vieles nicht durchmachen müssen. Aber es ist halt wie es ist. Der Feind hat nun ein Gesicht und wir können mit ihm umgehen.

yogi

Tempeltaenzer
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Was ich davon habe...

Ungelesener Beitragvon Tempeltaenzer » Fr 17. Dez 2004, 14:46

Hallo Yogi,

du hast schon recht. Was ich davon habe:

- Autounfall mit 120 vor Baum -> Rückenschäden, Knie kaputt, Harninkontinenz, Dauerschmerz, Schädigung der Atemmuskulatur

- Sturz mit Kopfplatzwunde: -> schwere Sepsis mit Multiorganversagen, Niere, Leber und Herz wurden geschädigt.

- in regelmäßigen Abständen bekomme ich durch mein Asthma so schwere Atemprobleme, daß ich beatmet werden muss. Allein das ist jedes Mal schei...., habe mich dieses mal heimfahren lassen, weil es mir lieber ist, als die Inkompetenz der Ärzte (die hängen mich lieber an die Morphinpumpe, bis ich garnicht mehr schnaufe).

So schauts aus, kann man da wütend werden? Von den Gewaltakten in Psychiatrien, unfreiwilligen Freiheitsentzügen, tagelangem einsperren oder anschnallen mal ganz abgesehen? Das kann einen wütend machen, traurig und machen vielleicht verzeifeln lassen. Ich sage immer: was mich nicht umgebracht hat, hat mich nur härter gemacht und heute müssen die Ärzte damit leben, was sie selbst geschaffen haben.

Alla Wappa.

Marco
Marco Küpper

Betroffener

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yogi68
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Oh man

Ungelesener Beitragvon yogi68 » Sa 18. Dez 2004, 15:15

Hallo Marco

Habe lange überlegt was ich dazu sagen soll. Mir fällt aber nichts angemesses ein.
Der Gedanke an die Vermeidbarkeit und resultierend die Schlussfolgerung Du könntest jetzt ein relativ "normales" Leben führen ist erschreckend. Deine Wut nun auch verständlich.

Ich kann mich nicht in Deine Lage versetzten und alleine der Versuch erscheckt mich. Daher spare ich mir jeden weiteren Kommentar.

Ich kann für Dich nur hoffen, dass Deine Zukunft besser wird als Deine Vergangenheit war. Auch wenn die körperlichen Schäden wohl nicht völlig reparabel sind.
Wut ist eine enorme Multivation, aber leider ein schlechter Ratgeber.

Was soll ich Dir da noch wünschen? Hätte ich eine Zeitmaschine die Dich 13 Jahre zurückbringt... habe ich aber nicht. Leider!

yogi

Gast

Re: Atemprobleme im Wachzustand?

Ungelesener Beitragvon Gast » Di 4. Apr 2006, 00:31

Ninsche hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

weiß seid knapp zwei Jahren dass ich Narkoleptiker bin und nehme im Moment Ritalin.

Das klappt ganz gut - je nach Phase, aber ist OK.
Aber in letzter Zeit habe ich immer so Probleme beim Atmen! Auch wenn ich wach bin. Ich merke dann, dass ich unregelmäßig atme und muss mich dann richtig darauf konzentrieren, sonst schlafen mir mal wieder die Arme ein und alles wird schummrig.

Frage mich, was das jetzt ist, ob dass direkt mit der Narkolepsie zu tun hat oder ob ich da mal was anderes abchecken lassen sollte.

Muss dazu sagen, ich hatte vor drei Monaten auch meine erste Atemlähmung - was mir schon ganz schön Angst gemacht hat. Zum Glück bis jetzt keine weitere!

Wäre froh, wenn ich wüßte, dass es euch vielleicht auch so geht, dann weiß ich, dass es OK ist :wink:

LGmmmmmmmmmmmm
Nina
:twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :roll: :roll: :arrow: :arrow: :( :( :( :( :(


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