Pupillengröße schwankt

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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serebra
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Pupillengröße schwankt

Ungelesener Beitragvon serebra » Mo 10. Sep 2007, 17:14

Bei meiner Freundin besteht Verdacht auf Narkolepsie. Der Neurologe hat ihr eine Einweisung für Schlaflabor gegeben, wo sie nächsten Monat hingeht.
Wir sehen uns nicht so oft, mir ist aber aufgefallen, dass ihre Pupillen immer verschieden groß ist, mal sehr groß, mal kleiner. Einmal musste sie sich deswegen sogar einem Drogentest unterziehen. Sie hat aber noch nie Drogen genommen.
Hängt das auch mit der Narkolepsie oder mit der Müdigkeit zusammen, dass die Pupillengröße so schwankt.

bobby
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Re: Pupillengröße

Ungelesener Beitragvon bobby » Mo 10. Sep 2007, 23:07

Hallo Serebra :)

in der Schlafmedizin gibt es den pupillografischen Schläfrigkeitstest. Dabei wird die Pupillengrösse bei Dunkelheit über einen Zeitraum von 11 min. gemessen. Bei den Messergebnissen gilt: Je geringer die Abweichungen der Pupillengrösse, desto höher der Wachheitsgrad des Untersuchten. Bei (insbesondere unbehandelten) Narkoleptikern schwankt aufgrund der teilweise extremen Tagesmüdigkeit die Pupillengrösse sehr stark. Meist muss bei Narkoleptikern die Messung vorzeitig abgebrochen werden, da aufgrund der Untersuchungsbedingungen (Dunkelheit, Ruhe...) der Betroffene während der Untersuchung einschläft :roll:

Aus diesem Grund kann Deine Beobachtung schon ein Hinweis darauf sein, dass Deine Freundin an Narkolepsie erkrankt sein könnte :oops: , zumindest aber ein starkes Indiz dafür ist, dass sie ziemlich müde sein muss.

Viele Grüsse

bobby :)
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Ungelesener Beitragvon Ninutschka » Mo 10. Sep 2007, 23:33

Hallo Serebra.. hallo Bobby

Mein allererster Besuch beim Neurologen brachte lediglich ein Ergebnis..... meine Pupillen sind unterschiedlich in der Größe und die Größe natürlich nicht immer gleich groß....

und da ja meine Diagnose nun ebenfalls stet, könnte an der Pupillengeschichte schon was dran sein... bin übrigens auch stets ohne Drogen ausgekommen... wenn man von meinen Zigaretten mal ein klein wenig absieht :wink:
liebe Grüße
Christine


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Ungelesener Beitragvon Narki » Di 11. Sep 2007, 02:20

Hallo Serebra

Bei extremer Tagesschläfrigkeit sind meine Pupillen wie Stecknadelköpfe und ich wirke daher, als ob ich auf Heroin wäre. Ich bin deswegen ebenfalls schon etliche Male gefilzt worden.
Auch im automatischen Verhalten gleichen meine Bewegungen einem Junkie. Weil man dabei leicht in die Knie geht und mitfedert, wird das in der Szene auch als "Skifahren" bezeichnet.
Tatsächlich kann das menschliche Gehirn drogenähnliche Substanzen produzieren, was bei Narkoleptikern anscheinend auch dauernd geschieht.

Gruss,
Narki

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Re: Pupillen

Ungelesener Beitragvon bobby » Di 11. Sep 2007, 07:36

Hallo Serebra :)

nur ein kleiner Nachtrag zum besseren Verständnis:

Der Test wird in völliger Dunkelheit durchgeführt und die Pupillengrösse wird mittels Infrarottechnik während des Tests dauernd vermessen. Dabei gilt: Je höher die Müdigkeit, desto stärker beginnt die Pupille in der Grösse zu "pulsieren", d.h. die Pupille verändert (in der Dunkelheit!) um so stärker dauernd ihre Grösse, je müder man ist. Dabei ist es im Prinzip egal, wie weit die Pupillen während der voran gegangenen Helligkeit (also vor der Untersuchung) geöffnet gewesen sind. Auch handelt es sich bei der Grössenanderung der Pupillen nicht etwa um einen Anpassungsprozess, um die Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen o.Ä. (dies muss bei dem Test vorab ohnehin durchgeführt werden).

@Narki :)

Früher, also bevor die Narkolepsie bei mir endgültig durchschlug, hatte ich extrem grosse Pupillen. An manchen Tagen konnte man kaum die Iris mehr erkennen; selbst im Sonnenlicht waren diese relativ gross geblieben, sodass ich damals häufig angesprochen wurde, ob ich dauernd kiffen würde (was nicht der Fall war :wink: ).

Mit zunehmender Vollausprägung der Symptomatik verschwand das Phänomen der grossen Pupillen und mittlerweile habe ich den Eindruck, dass es sich ins Gegenteil verkehrt hat: Ich sehe jetzt tatsächlich eher aus wie ein Junki auf "H"; Gott sei Dank nur immer dann wenn ich total müde bin :roll: 8)

Viele Grüsse

bobby :)
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Ungelesener Beitragvon serebra » Di 11. Sep 2007, 13:00

Danke für die vielen Antworten. Das ist ja sehr interessant, dass es da einen Zusammenhang gibt. Ich habe mir schon so etwas gedacht.
Aber sie hat ja die Diagnose noch vor sich und hat überhaupt keine Lust, sich mit der Krankheit auseinandersezusetzen.

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Ungelesener Beitragvon Ninutschka » Di 11. Sep 2007, 14:38

Bitte bitte ned böse sein oder falsch verstehen...

aber ist es wirklich so wichtig sich mit der Krankheit total auseinanderzusetzen? Klar ist es wichtig darüber bescheid zu wissen, falls sie tatsächlich Narkolepsie haben sollte (auch über mögliche andere Diagnosen)

ich weiß zwar nicht wie es Deiner Freundin geht, aber so lange sie mit allem klar kommt, es ihr "gut" geht, finde ich es sogar besser nicht jeden Tag mit seinen "Problemen" konfrontiert zu werden...

mich nervt es auch oft gewaltig, wenn kaum ein Tag vergeht ohne daß die Krankheit wenigstens mal namentlich erwähnt wurde... kann ich gerne drauf verzichten wenn es denn irgendwie möglich ist...
liebe Grüße
Christine


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Re: Auseinandersetzung mit seiner Krankheit

Ungelesener Beitragvon bobby » Di 11. Sep 2007, 23:58

Hallo Ninutschka :)

bitte meine nächsten Zeilen auch nicht falsch verstehen :oops:

Ninutschka hat geschrieben:...aber ist es wirklich so wichtig sich mit der Krankheit total auseinanderzusetzen? Klar ist es wichtig darüber bescheid zu wissen, falls sie tatsächlich Narkolepsie haben sollte (auch über mögliche andere Diagnosen)

ich weiß zwar nicht wie es Deiner Freundin geht, aber so lange sie mit allem klar kommt, es ihr "gut" geht, finde ich es sogar besser nicht jeden Tag mit seinen "Problemen" konfrontiert zu werden...


"Total" hatte keiner geschrieben, aber "auseinandersetzen" muss man sich meines Erachtens schon mit seiner Krankheit. Warum? Weil es sich bei der Krankheit eigentlich um eine Behinderung handelt, die - blöderweise :roll: - auch noch ein Leben lang bestehen bleibt :? . Dies allein wäre natürlich noch kein Grund, aber wenn die Narkolepsie mit Ihrer Symptomatik auftritt, ist "sie" ständig und überall "anwesend", d.h. sie "durchdringt" sämtliche Lebensbereiche von Betroffenen nachhaltig. Dies gilt auch bei Betroffenen die - Glück im Unglück - auch nur leicht von manchen/allen Symptomen betroffen sind. Sich nicht mit seiner Behinderung auseinanderzusetzen läuft Gefahr hart aufzuschlagen, da manche Symptome bei dem Versuch sie zu negieren, ziemlich heimtückisch reagieren können. Auseinandersetzen meint aber auch nicht für alles und jeden Umstand (den man vielleicht nicht hinbekommen hat) die Behinderung "vorzuschieben" :wink: .

Ich finde (andere werden/können natürlich anderer Meinung sein), dass man bei Narkolepsie "mehrgleisig" fahren muss. Will sagen: Ich kann mich z.B. nicht nur auf die Medikation verlassen, sondern muss mich auch durch "Coping" (also "anpassen" [nicht "verbiegen"] des eigenen Verhaltens) auf die Krankheit einlassen.

Ninutschka hat geschrieben:...mich nervt es auch oft gewaltig, wenn kaum ein Tag vergeht ohne daß die Krankheit wenigstens mal namentlich erwähnt wurde... kann ich gerne drauf verzichten wenn es denn irgendwie möglich ist...


Erwähnen muss man "sie" deswegen tatsächlich nicht jeden Tag :wink: :) . Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen keine Narkolepsie zu haben 8) . Dummerweise habe ich keinen Wunsch frei :? . Aber ich kann auch nicht vor mir selbst weglaufen, auch wenn ich mich noch so anstrenge, weil die Behinderung ein Teil von mir ist. Auch wenn's schwer fällt :roll: :? ...

Viele Grüsse

bobby :)
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Re: Auseinandersetzung mit seiner Krankheit

Ungelesener Beitragvon Conny » Mi 12. Sep 2007, 08:27

bobby hat geschrieben: Sich nicht mit seiner Behinderung auseinanderzusetzen läuft Gefahr hart aufzuschlagen, da manche Symptome bei dem Versuch sie zu negieren, ziemlich heimtückisch reagieren können. [i]


hart aufschlagen im wahrsten sinne des wortes *grummel*
zwischen schwarz und weiss passt immer ein ganzer Regenbogen

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Ungelesener Beitragvon serebra » Mi 12. Sep 2007, 14:41

Bei meiner Freundin sind die Pupillen auch stecknadelgroß, wenn sie übermüdet ist. Aber ich habe schon paar Mal erlebt, dass sie dann innerhalb von paar Minuten durch Emotionen ( z.B. schlechte Nachricht) so schnell so groß werden, dass man die Augenfarbe nicht mehr sieht.
Das ist sehr seltsam. Das passiert aber nicht jeden Tag, nur in Ausnahmefällen.
Kennt ihr so was? Sie will erstmal sicher sein, dass sie Narkolepsie hat.
Aber 95% sprechen dafür.

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ReReRe: Pupillengrösse

Ungelesener Beitragvon bobby » Mi 12. Sep 2007, 17:58

Hallo Serebra :)

ich schaue mich bei Gefühlswallungen (also positive wie negative Emotionen) selten im Spiegel an :wink: , aber bei meiner Freundin (auch Betroffene) ist das auch so 8). Das heisst aber nicht, dass Deine Freundin Narkolepsie hat, sondern nur, dass sie müde ist.

Viele Grüsse

bobby :)
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