Unterdrückung des REM-Schlafes

mögliche Ursachen, medizinische Zusammenhänge

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svetania
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Unterdrückung des REM-Schlafes

Ungelesener Beitragvon svetania » Mi 15. Aug 2007, 17:21

Hab gesehen, dass es hier einige Leute gibt, die sehr gute fachliche Kenntnisse haben.
Was wird eigentlich unter der Unterdrückung des REM-Schlafes verstanden? Sehr viele Medikamente, zum Beispiel Benzodiazepine sollen ja den REM-Schlaf unterdrücken. Das ist eine Verkürzung oder hat man dann gar keinen? Das stimmt doch? Opiate und Alkohol haben auch einen Einfluss auf dem REM-Schlaf? Was für einen? Verkürzung oder Verlängerung?
Schlaflähmungen und Halluzinationen habe ich sehr oft.
Ich kann mich aber noch an mein Schlafverhalten in der Pubertät erinnern. Bin eingeschlafen und habe sofort geträumt, wach geworden, danach wieder eingeschlafen, wieder geträumt, wieder wachgeworden.

Ich habe im Entlassungsbericht die Diagnose: "Verdacht auf Narkolepsie"
stehen. Bin leider ein schwer abhängiger Mensch, kämpfe seit Jahren dagegen: Methadon, Alkohol, Benzos. Ich muss erst entgiften, zumindest von den Benzos und Alkohol, dann wird die Diagnostik wiederholt. Habe mir das auch vorgenommen.
Ich habe den multiplen Schlaflatenz-Test gemacht. Die Ärzte im Labor ( ein akkreditiertes Labor) wussten über alle Medikamente Bescheid.
Beim ersten Schlafen ist der Test oberflächlich (also narkoleptisch) ausgefallen, so sagte es mir die Schwester. Während der Pause zum 2.Test habe ich eine Flunitrazepam mit Alkohol genommen. Die anderen drei Test sind leider nicht so ausgefallen, wie der erste. Aber die Benzos habe ich ohnehin im Blut. Das Methadon habe ich am Morgen getrunken, drei Stunden vor dem Test.
Außerdem nehme ich zum Schlafen seit Jahren ein trizyklisches Antidepressiva Doxepin. Es soll auch ein Medikament gegen Kataplexien sein. Vielleicht hätte ich dann noch mehr Kataplexien. So hält sich das in Grenzen. Ohne Doxepin kann ich überhaupt nicht schlafen. Die Flunitrazepm nehme ich gegen die Panikatacken, die ich fast täglich habe.
Bei der Polysomnographie ( die hab ich auch gemacht) konnte der Arzt angeblich keinen Traumschlaf finden. Ich habe aber geträumt.
Eigentlich wundert es mich, dass mann bei mir die Tests gemacht hat. Bei dem MEdikamenten-Konsum. Aber ich bin auch sehr froh, einen Anfang gemacht zu haben und das die Ärzte micht ernstgenommen haben.
Wie ist es denn bei Euch, die die Diagnose haben und Medikamente nehmen. Habt ihr noch Untersuchungen im Schlaflabor, wie fallen denn dann die Tests aus?

Lize
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Ungelesener Beitragvon Lize » Mi 15. Aug 2007, 18:46

Ich behaupte einfach mal das Narkolepsie mit Medikamten nicht umbedingt etwas zu tun haben muss.
Abhängig war ich schon als ich meine Diagnose, Narkolepsie, zum ersten mal hörte. Ich war über 10 Jahre Polytox incl. Heroin,Crystel, Alkohol und auch Benzos.
Habe vor 2,5 Jahren alles nacheinander abgesetzt und meine Symptome der Narkolepsie haben sich sicherlich nicht gebessert.
Ich brauche nicht zu Dir sagen das Mißbrauch jeglicher Art scheiße ist.
Bald (oder auch nicht) macht es "BING" in Deinem Kopf und du läßt es ohne Theater davon zu machen. Aber zum Thema Benzos kann ich Dir aus Erfahrung sagen: Du bekommst Cellulite, schwubbelige und graue Haut und wirkst zunehmend wie mit höchstens 60 IQ. Du schmeckst tolle Dinge nicht mehr und der multiple Höhepunkt beim "Lieb-Haben" rückt gewaltig weit weg.

svetania
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Ungelesener Beitragvon svetania » Mi 15. Aug 2007, 19:38

Hallo Lize, es freut mich, dass Du mir geschrieben hast. Ich dachte immer, Narkolepsie
und diese Abhängigkeit schließen einander aus. Mich hat jahrelang kein Arzt ernst genommen. Meine Mutter hat mir schon von 5-6 Jahren gesagt, ich soll mich untersuchen lassen wegen Narkolepsie Du hast Recht mit dem, was du geschrieben hast. Meine Mutter sagt auch, ich wäre verblödet, im Vergleich zu früher. Das andere stimmt auch. Ich bin auch dabei, alles nach und nach runterzusetzen. Es klappt auch ganz gut. Vor einem Jahr habe ich noch mehr konsumiert. Aber die Müdigkeit ist sogar schlimmer geworden. Und die Beine knicken beim Gehen immer ein. Das kommt aber nicht vom Alkohol. Ich habe kein Vitamin B-Mangel, worauf die Ärzte das zurückführten. Dann hätte es früher schlimmer sein müssen.
Wie hast Du denn Deine Diagnose bekommen? Ich hatte immer Probleme mit den Ärzten. Erst vor kurzem habe ich mich untersuchen lassen und habe alles Symptome beschrieben, vor den Drogen, nach den Drogen In welchem Labor warst Du?
Ich habe leider kein Internet. Bin bei meiner Mutter bis morgen zu Besuch

bobby
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Re: Unterdrückung des REM-Schlafes

Ungelesener Beitragvon bobby » Do 16. Aug 2007, 00:23

Hi svetania :)

Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich versuche mich mal...
svetania hat geschrieben:...Was wird eigentlich unter der Unterdrückung des REM-Schlafes verstanden? Sehr viele Medikamente, zum Beispiel Benzodiazepine sollen ja den REM-Schlaf unterdrücken. Das ist eine Verkürzung oder hat man dann gar keinen? Das stimmt doch? Opiate und Alkohol haben auch einen Einfluss auf dem REM-Schlaf? Was für einen? Verkürzung oder Verlängerung?
Schlaflähmungen und Halluzinationen habe ich sehr oft.
Ich kann mich aber noch an mein Schlafverhalten in der Pubertät erinnern. Bin eingeschlafen und habe sofort geträumt, wach geworden, danach wieder eingeschlafen, wieder geträumt, wieder wachgeworden...


Narkolepsie-Betroffene leiden ursächlich daran, dass ihre "Qualität des Schlafes" mehr und mehr abnimmt. Dies bedeutet, dass insbesondere der Tiefschlaf, der für Wachheit am nächsten Tag benötigt wird, mehr und mehr in der Gesamtheit des Schlafens abnimmt. Die Qualität des Schlafens hängt aber nicht nur von der Quantität (also der Länge) des Schlafs oder einzelner Schlafphasen ab, sondern auch von der richtigen "Schlafstruktur". Bei einem Narkoleptiker wird die nächtliche Abfolge der verschiedenen REM- und NREM-Phasen immer chaotischer, was die Schlafqualität weiter beeinträchtigt. Außerdem treten bei Narkoleptikern sehr häufig sogenannte "Sleep-Onset-REM-Phasen" auf. Dies sind REM-Phasen (Traumphasen), die sofort nach dem Einschlafen auftreten :wink: . Zwar können auch "Schlafgesunde" mal eine solche Phase haben; dies dürfte allerdings sehr selten sein.

Um die Tagesmüdigkeit bei Narkoleptikern zu verbessern, wird versucht die wenigen NREM-Phasen (also den Tiefschlaf) zu verlängern, da davon ausgegangen wird, dass der Tiefschlaf, insbesondere der Stufe IV, für die körperliche Erholung verantwortlich ist. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: Während des Tages werden "aufputschende" Medikamente eingenommen; diese bewirken, dass der Patient in der folgenden Schlafphase einen erhöhten NREM-Schlafanteil "erschläft", da das Gehirn grundsätzlich bei höherer Müdigkeit (welche wegen der Einnahme des Medikaments "übertüncht" wird) mit einem erhöhten Tiefschlaf im kommenden Schlaf reagiert. ODER:
Durch Einnahme von Medikamenten wird kurz vorm zu Bett gehen eine Medikament mit sedativer (also einschläfender) Wirkung eingenommen. Durch das Sedieren *sabber* wird der NREM-Schlaf-Anteil erhöht. Dadurch kann die Wachheit am folgenden Tag gesteigert werden. Gerade bei ausgeprägter Symptomatik wird eine Kombination beider Ansätze sinnvoll sein.

Alkohol ist zwar - in hoher Dosierung - ein Sedativum. Bei abnehmenden Promillegehalt (wie immer während des Schlafens) bewirkt es aber ein sehr starkes "zerhacken" des Schlafs, sodass in Summe Alkohol die Müdigkeit am nächsten Tag noch erhöht. Benzos... habe ich noch nie genommen; diese machen aber - soweit ich weiß - nach kürzester Zeit (drei Wochen und mehr) schwerst abhängig, sodass sie für eine Dauerbehandlung absolut ungeeignet sind. Opiate...hmmm... keine Ahnung.

svetania hat geschrieben:...Bei der Polysomnographie ( die hab ich auch gemacht) konnte der Arzt angeblich keinen Traumschlaf finden. Ich habe aber geträumt...


Eigentlich geht man davon aus, dass ein Mensch träumen muss. Von daher muss sich der Arzt getäuscht haben, insbesondere deswegen, weil Du Dich an Träume erinnern kannst. Allerdings gibt es in Israel einen Kriegsveteran, dem durch ein Granatsplitter vor 30 Jahren das Träumen komplett(!) abhanden gekommen ist. Er lebt damit wunderbar. Der Bericht kam vor Kurzem auf ARTE. Habe ich mir gerade als Mitschnitt bestellt :)

Viele Grüsse

bobby :)
D 2017: Wahlen kommen und gehen - die Politik bleibt (Merkel, Merkel, Merkel) :evil:

Christine
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Ungelesener Beitragvon Christine » Do 16. Aug 2007, 15:19

hallo Bobby,
ich habe gerade gelesen, dass Du Dir den Mitschnitt des Berichts in ARTE bestellt hast..... habe ich schon gleich am Tag nach der Sendung gemacht, kommt aber nichts trotz mehrfachem Nachfassen. Die rüppeln sich nicht einmal... ein ganz unfreundlicher und Zuschauer-feindlicher Verein, wie ich meine.

Vielleicht hast Du ja mehr Glück. Falls einer von uns einen Mitschnitt bekommt - Kopie?

Grüße aus Eningen - Christine
"Mögen wir noch so viele gute Eigenschaften haben - die Welt achtet vor allem auf unsere
schlechten" - Jean Baptiste Molière.


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