Xyrem und Abhängigkeit

Unser Ärzteteam beantwortet gerne eure Fragen rund um das Thema Narkolepsie.
Hinweis: über das Internet kann keine Diagnose gestellt werden!
Bitte beachtet die Bekanntmachung vom 27.11.2014.

Moderatoren: Jan, Webmaster, Beirat

willizingg
Beiträge: 3
Registriert: Mo 13. Mai 2013, 18:16

Xyrem und Abhängigkeit

Ungelesener Beitragvon willizingg » Mi 17. Jul 2013, 13:59

Ich nehme momentan 2 bis 3 mal täglich 100mg Modasomil und habe ca. 10 Kataplexien pro Tag. (Ich bleibe stehen, vom Tonusverlust betroffen ist immer nur eine Körperseite resp. das Gesicht) (Wenn ich genug rauche reduzieren sich die Kataplexien) Ich arbeite zu 100%. Mein Hausarzt und mein lokaler Neurologe sind gegen die Einnahme von Xyrem, mein "auf Narkolepsie spezialisierter Neurologe" (nicht an meinem Wohnort tätig) empfiehlt mir die Einnahme von Xyrem.

Meine Fragen: Kann ich Xyrem zeitweise absetzen? Ich möchte nicht andauernd bswp. in den Ferien Medikamente zu mir nehmen.

Entzugserscheinungen beim Absetzen von Xyrem?

Scheinbar sind neue Medikamente in der Entwicklung: Pitolisant etc... "Lohnt" es sich überhaupt noch mit Xyrem zu starten?

Vielen Dank für Ihre Antworten

Beirat
Aerztlicher Beirat d. SNaG
Beiträge: 129
Registriert: Do 16. Nov 2006, 11:19

Re: Xyrem und Abhängigkeit

Ungelesener Beitragvon Beirat » Mi 17. Jul 2013, 20:49

Xyrem in Kombination mit Modasomil ist heute die erste Wahl bei der Narkolepsie mit Kataplexien.
Besonders ideal ist das Xyrem wenn auch schon Schlafstörungen mit mehreren Unterbrüchen des Nachtschlafes auftreten.
Das Xyrem hilft am besten gegen die Kataplexien und gegen den gestörten Nachtschlaf und reduziert sogar geringgradig die Tagesschläfrigkeit.
Xyrem sollte grundsätzlich möglichst regelmässig eingenommen werden, weil es so die beste Wirkung entfaltet. Das Absetzen ist nicht ein Problem wegen irgendwelchen Nebenwirkungen, sondern nur weil dann auch die Wirkung wieder nachlässt. Im Gegensatz zu den Antidepressiva, die man wegen dem Rebound (Status Kataplektikus!) auf keinen Fall abrupt absetzen darf, wirkt aber das Xyrem nach dem absetzen sogar noch einige Tage bis Wochen weiter bis dann ganz langsam wieder immer mehr Kataplexien auftreten.
Das mühsame am Xyrem ist, das oft zwei Dosen benötigt werden, die erste unmittelbar vor dem zu Bette gehen und die zweite ca. 3 Stunden später. Dazu muss der Patient sich einen Wecker stellen, wenn er oder sie nicht sowieso erwacht. Man sollte auch keine anderen Schlafmittel oder Alkohol gleichzeitig mit dem Xyrem einnehmen. Die einschläfernde Wirkung vom Xyrem dauert nur etwa 3 Stunden, ist aber in dieser Zeit relativ stark, sodass selten ein Schlafwandeln oder sogar Bettnässen auftreten kann. Die starke Wirkung wäre ein Problem wenn sie Pikett Dienst haben und jederzeit einsatzbereit sein sollten.
Auf neue Medikamente gegen Kataplexien zu warten lohnt sich kaum, wenn gegen dieses Symptom ein derart wirksames Mittel wie das Xyrem zur Verfügung steht.
Ich rate Ihnen nochmals mit dem spezialisierten Neurologen zu sprechen und alle Ihre Fragen zu klären.
Aerztlicher Beirat der SNaG

willizingg
Beiträge: 3
Registriert: Mo 13. Mai 2013, 18:16

Re: Xyrem und Abhängigkeit

Ungelesener Beitragvon willizingg » Di 24. Sep 2013, 21:50

Liebes Aerzte Team

Vielleicht war meine Fragestellung nicht klar. Kann ich die Xyrem Einnahme jeweils 2 mal pro Jahr für ca. 2 Wochen Drug Holidays unterbrechen und das ohne Entzugserscheinungen?

Ich komme mit meiner Narkolepsie in den Ferien ganz gut zu recht:-). Zudem beschäftigt mich die Tagesschläfrigkeit bedeutend mehr als die Kataplexien.

Vielen Dank für die Antwort.

Beirat
Aerztlicher Beirat d. SNaG
Beiträge: 129
Registriert: Do 16. Nov 2006, 11:19

Re: Xyrem und Abhängigkeit

Ungelesener Beitragvon Beirat » Fr 11. Okt 2013, 21:24

Das Xyrem wird bei der Narkolepsie primär gegen die Kataplexien und zur Verbesserung des Nachtschlafes eingesetzt. Der Effekt auf die Tagesschläfrigkeit ist eher bescheiden. Dazu sind Stimulantien wie Modafinil (Modasomil) oder Methylphenidat (Ritalin) besser geeignet.
Der Effekt auf die Kataplexien tritt oft erst nach Monaten so richtig in Erscheinung und nach dem Absetzen kommt es nicht zu einem Rebound (verstärkte Kataplexien).
Man könnte somit schon absetzen, aber der Patient riskiert, dass es nach dem Wiederbeginn länger dauert bis die Wirkung gegen die Kataplexien wieder optimal ist.
Die Wirkung der Schlafverbesserung tritt rascher ein wenn einmal die richtige Dosis bekannt ist. Beim Absetzen wird meistens der Schlaf aber auch rasch wieder schlechter.
Absetzen ist also möglich aber nicht unbedingt nötig und man kann nicht garantieren, dass es beim Wiederbeginn die gleiche Wirkung erreicht wird wie vor dem Absetzen.
Aerztlicher Beirat der SNaG


Zurück zu „Fragen an unser Ärzteteam“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste