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Verantwortung

Verfasst: Mi 5. Sep 2012, 22:50
von Nagerli
Hallo zusammen

vielleicht eine für ein völlig lächerliche Frage, aber ehrlich gesagt kümmere ich mich seit nicht allzu lange nun selber um meine Papiere und Versicherungen usw und da ich eine schlechte Erfahrungen mit meinem *spezialisten* im fall Narkolepsie gemacht habe, möchte ich mal Nachfragen ob es eigentlich möglich ist bei total Irreführen (also wie zum beispiel das der Arzt komplett keine ahnung hat das man mit Ritalin nicht ins Ausland darf oder nicht mehr als eine packung verschrieben haben darf usw.)

also wirklich für mich unverständliche Dinge, die einem *speziallisten* so finde ich nicht mehrmals unterlaufen dürfen. Oder dass ich die Menge meiner Medikamente die ich nehmen muss selber einfach wechseln und abwegen soll, was ich für ein Neuling in Sachen langzeitmedikamente echt schrecklich finde.

anyway, meine frage ist eigentlich hauptsächlich
---ist es möchlich einen Arzt irgendwie zur Verantwortung zu ziehen bei wirklichem totalem irreführen? oder wenigstens irgendwo melden, das vielleicht mal überprüft wird, ob diesem HErren solche Fehler oft unterlaufen (anonyme Tester oder so) oder muss ich tasächlich jede seiner ANtworten die ich bekomme in Internet selber nachchecken gehen, weil man ihm kaum vertrauen kann?

p.s Wechseln fällt mir schwer, da er in der Umgebung der einzige *spezialist* ist und iich nicht einfach wegsehen möchte.

ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, auch wen es bestimmt ein ziemlich unangenehmes Thema ist.

liebe grüsse melanie

Re: Verantwortung

Verfasst: Di 6. Nov 2012, 12:21
von Beirat
Tatsächlich ist es vor allem bei der Narkolepsie so, dass oft „ausprobiert“ werden muss, welches Medikament in welcher Dosis für diesen individuellen Patienten am besten ist. Ein „one fits all“ gibt es in der Medizin Gott sei Dank nicht – kann auch nicht sein, denn schliesslich haben wir es ja mit individuellen Menschen zu tun.

Es gehört auch zur Arzt Patienten Beziehung, herauszufinden, wieviel oder wenig Anweisung / Führung ein PatientIn braucht. Als Patient sollte man sich weder „unmündig“ noch „alleingelassen“ fühlen. Im hier beschriebenen Arzt-Patienten-Verhältnis scheint diese Balance noch nicht gefunden zu sein.

Die Frage die hier aufzutauchen scheint ist ja die: Muss man davon ausgehen, dass der Arzt dann inkompetent ist, wenn er nicht weiss, dass man eine Bestätigung etc. braucht, um mit einem Medikament (hier Ritalin) in’s Ausland zu gehen? Wohl nicht. Aber: wenn so grosses Misstrauen herrscht („jede Aussage im Internet überprüfen“), scheint die Basis für eine gute Arzt-Patienten-Beziehung nicht gegeben zu sein und es stellt sich die Frage, ob dann nicht besser ein weiterer Weg in Kauf genommen werden sollte. Und: Natürlich hätte jeder gerne einen Arzt der alles weiss und alles kann – vor allem wenn es sich um einen Spezialisten handelt. Das gibt es jedoch nicht, nirgends – jeder hat seine Stärken und Schwächen.

Es gibt keine „anonymen Tester“ bei Aerzten. Das wäre weder angemessen noch machbar. Ein Arzt ist verpflichtet über die medizinischen Aspekte eines Medikamentes aufzuklären (Bernisches Gesundheitsgesetz, Artikel 39). Er ist nicht verpflichtet und es ist auch nicht seine Aufgabe, eine rechtliche Aufklärung zu leisten (das ist die Sache von Juristen, die eine entsprechende Ausbildung haben). Dass man z.B. solche Medikamente nicht verkaufen darf, dass man beim Grenzübertritt spezielle Papiere vorlegen muss etc. - diese Informationen gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich eines Arztes. Es liegt vielmehr in der Eigenverantwortung des Patienten, sich über solche rechtlichen Fragen bzw. deren Beantwortung zu kümmern.