Xyrem u. Risperidon

Unser Ärzteteam beantwortet gerne eure Fragen rund um das Thema Narkolepsie.
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mama
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Xyrem u. Risperidon

Ungelesener Beitragvon mama » Fr 9. Dez 2011, 16:31

Meine Frage an das Ärzteteam,
betriftt meinen 23. jährigen Sohn, seit 2 Jahren Narkoleptiker.
Er wurde im Schlaflabor auf Xyrem eingestellt: nimmt die Höchstdosis ( in ml weiß ich es nicht ) vor dem Schlafen u. nachts noch einmal. Vor einem Jahr begann eine schlechte Phase, die ich schwer beschreiben kann: er fühlte sich auf der Arbeit u. zu Hause beobachtet u. er hat mir gegenüber Selbstmorgedanken geäußert. Nach einem Arbeitsplatzwechsel im Frühling wurde alles besser u. der Hausarzt sagte, sollte er wieder an diesen Punkt gelangen, dann müßte er was tun. Jetzt ist es wieder so ( er hat zusätzlich noch ein mehr oder weniger starkes Kribbeln in beiden Händen ) u. der Hausarzt riet zu einer 2 wöchigen Einweisung in eine psychiatrische ( ? ) Klinik. Nach telefonischer Rücksprache mit einem Arzt dieser Klinik wurde mein Sohn an seinen bisher behandelnden Neurologen ( der auch Psychiater o. Phsychologe ? ist) verwiesen mit der Begründung, dass dieser ihn doch schon kenne. Der bisher behandelnde Neurologe hatte vorher von weiteren Medikamenten neben Xyrem abgeraten. Nach einer erneuten Konsultation verschrieb er ohne Zögern Risperidon, hiervon soll er abends( 6 Stunden vor dem Schlafen ) u. morgens 1/2 Tablette ( oder weniger, ich bin nicht sicher ) nehmen, daß ordne die Gedanken, so sein Kommentar. Nach der erste Einnahme erzählte mein Sohn, daß er in der kommenden Nacht überhaupt keine Wirkung von Xyrem hatte , also schlaflos war, den nächsten Arbeitstag aber problemlos überstanden hat. Er macht sich auch Sorgen wegen der gelesenen Nebenwirkungen ( z. B. Auflösung der Hirnrinde u. s. w. ). Er muß unbedingt schlafen können u. will dieses neue Medikament nicht mehr nehmen.
Bitte geben Sie mir einen Rat, wie mein Sohn sich verhalten soll u. ob die einnahme von Risperidon sinnvoll ist.
Man geht davon aus, dass seine Schizophrenie, wenn es denn eine ist, eine Nebenwirkung von Xyrem darstellt. Das Schlaflabor war damals der Ansicht, Xyrem ist das allerbeste Medikament auf dem Markt u. mögliche Nebenwirkungen seien das kleinere Übel. Teilen Sie diese Ansicht?
Weil ich als Mutter nie an den Arztgesprächen teilgenommen habe, weil mein Sohn es nicht wollte, kann ich alles nur so vage schildern u. hoffe trotzdem auf Ihren Rat.
Viele Grüße
Mama

mama
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Re: Xyrem u. Risperidon

Ungelesener Beitragvon mama » Fr 9. Dez 2011, 18:34

noch eine berichtigte Anmerkung zu meinem Anliegen:
die Verordnung des Medikaments Risperidon lautete 1 Tablette jeweils abends und morgens. Mein Sohn hat für sich entschieden nur noch morgens 1 1/2 davon zu nehmen, hatte so eine erholsame Nacht u. tagsüber keine merkliche Veränderung.
Gruß
Mama

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Re: Xyrem u. Risperidon

Ungelesener Beitragvon Webmaster » Sa 10. Dez 2011, 07:50

:arrow: Das Posting von Annas zu dieser Frage findet Ihr neu unter der Rubrik "Narkolepsie bei Kindern".

Damit keine Missverständnisse entstehen, sind Antworten hier in diesem Unterforum dem Ärzteteam vorbehalten.

Ich danke für euer Verständnis :wink:
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mama
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Re: Xyrem u. Risperidon

Ungelesener Beitragvon mama » Do 15. Dez 2011, 18:56

Ich warte wirklich dringend auf Antwort des Ärzteteams.
Mein Sohn ist seit der Einnahme v. Risperidon in keiner guten Verfassung. Durch sehr starke Konzentrationsstörungen u. das "Beobachtungsgefühl" ist sein Arbeitstag problematisch. Ein spontanes Gespräch beim Neurologen kommt auch nicht zustande.
Xyrem wurde im Schlaflabor HH- Alsterdorf verordnet. Mein Sohn glaubt nicht, dass er auf ein anderes Medikament umgestellt werden kann, weil er ohne Xyrem keinen Nachtschlaf hat u. dann die Katplexien wieder auftreten würden.
VG
Mama

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Re: Xyrem u. Risperidon

Ungelesener Beitragvon Beirat » So 18. Dez 2011, 10:12

Es ist wichtig zu wissen, dass man zur Behandlung von Narkolepsie und psychotischen Krankheitsbildern unter mehreren Medikamente auswählen kann. Es gibt nie nur eine Lösung, um mit möglichst wenig Nebenwirkungen das Ziel zu erreichen.

Da Risperdal offensichtlich zur Therapie eines psychotischen Krankheitsbildes mit Suizidalität eingesetzt wurde, sollte auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater die Einnahme gestoppt werden. Zwar ist es recht unerträglich nicht mehr schlafen zu können – aber verglichen mit Suizidgedanken klar im Hintergrund. Letztlich muss natürlich beides behandelt werden.

Risperdal kann zu Schlaflosigkeit / Schlafstörungen führen. Möglicherweise hilft es schon, die Tabletteneinnahme zu ändern (z.B. kleinere Dosis am Abend). Unabhängig davon gibt es andere Medikamente, die evtl. nicht diese schlaf-störende Eigenschaft haben, aber genauso gut auf die Psychose wirken. All das muss mit dem behandelnden Psychiater besprochen werden.

Im geschilderten Fall scheint eine Narkolepsie vorzuliegen, welche mit Xyrem gut eingestellt war. Dazu kam ein psychotisches / paranoides Zustandsbild. Dadurch kam die Frage auf, ob Xyrem dies ausgelöst hat oder zur Narkolepsie eine weitere Erkrankung hinzu kam. Die Antwort auf die Frage ist sicherlich wichtig. Grundsätzlich kann jedes Medikament, das auf das zentrale Nervensystem wirkt – wie es Xyrem und alle anderen Medikamente tun, die zur Behandlung der Narkolepsie eingesetzt werden – zu psychotischen Zustandsbildern führen. Das ist jedoch sehr selten. Aber es könnte auch sein, dass die Beschwerden sehr typisch für eine „Schizophrenie“ sind, die nichts mit einer Medikamentennebenwirkung zu tun haben.

„Auflösung der Hirnrinde“ klingt natürlich äusserst bedrohlich – wie praktisch alle Nebenwirkungen, die sowohl bei Xyrem als auch bei Risperdal beschrieben sind. Dieser Ausdruck findet sich nicht in den Patienteninformationen des Arzneimittel Kompendiums der Schweiz – es ist unklar, was damit gemeint ist. Aber auch hier gilt: der einzige Weg ist der, solche Befürchtungen mit dem behandelnden Arzt (Psychiater) zu besprechen.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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