Verlauf von Narkolepsie und Medikamente

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Verlauf von Narkolepsie und Medikamente

Ungelesener Beitragvon chercheuse » Mi 20. Okt 2010, 14:43

Hallo liebes Ärzteteam,
ich weiß erst seit wenigen Wochen, dass ich Narkolepsie habe. Ich bin 32 Jahre alt. Ich bin nur über die Kartaplexien, die ich sehr verwunderlich fand darauf aufmerksam geworden. Die Diagnose steht fest, auch wenn ich zunächst kaum Tagesschläfrigkeit hatte. Ich habe aber gestörten Nachtschlaf. In den letzten Wochen hatte ich dann einen kleinen "Schub" der mich schon an meine Leistungsgrenze brachte. Jetzt geht es mir wieder besser, nicht tip top, aber besser.
Nun zwei Fragen:
1. Was ist über Verläufe von Narkolepsie bekannt? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Zustand sich nicht schnell oder gar nicht verschlechtert (meine Hoffnung ist impliziert)?
2. Meine Ärztin kennt sich kaum aus. Zuerst wollte sie mir Xyrem verschreiben, jetzt Vigil. Gibt es nicht auch noch passende Medikamente, die leichter sind in der Wirkung, die z.B. den Nachtschlaf verbessern, da ich ja (noch) keine so starke Ausprägung habe? Beziehungsweise, gibt es Medikamten die man auf Bedarf nehmen kann? Scheint bei den vorgeschlagenen zwei Varianten ja nicht unbedingt ratsam zu sein.

Vielen Dank schonmal im Vorraus!!!

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Re: Verlauf von Narkolepsie und Medikamente

Ungelesener Beitragvon Beirat » So 21. Nov 2010, 16:07

Narkolepsie ist eine chronische Erkrankung, dh die Krankheit verschwindet nicht spontan, aber man lernt im Verlauf der Zeit besser mit ihr umzugehen. Wie schwer die Krankheit beim Einzelenen ausgeprägt sein wird, lässt sich nicht voraussagen. Wenn nicht innerhalb kurzer Zeit z.B. die Schläfrigkeit schlimmer wird, so kann das als Zeichen einer milden Verlaufsform gewertet werden. Aber nochmals: auch das lässt sich nicht verallgemeinern.

Wenn Kataplexien und der schlechte Nachtschlaf die beiden Symptome sind, die am beeinträchtigensten sind, so ist Xyrem ausgezeichnet geeignetes Medikament, da es z.B. als einziges den Nachtschlaf bessert. Aber es wirkt auch gegen Kataplexien und gegen Schläfrigkeit. Wenn jedoch Schläfrigkeit kaum ein Problem ist, braucht es auch kein "wachmachendes Medikament" (Vigil). Xyrem ist kein Medikament, das man nur gelegentlich einsetzt, Vigil hingegen könnte man nur bei Bedarf nehmen. Es ist von der Art der Schlafstörung abhängig, ob auch andere Medikamente erfolgversprechend sein könnten. Wichtig ist jedoch - ausser der medikamentösen Behandlung - eine bestmögliche Schlafhygiene!

Narkolepsie ist eine seltene Krankheit und so ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Aerzte wenig oder keine Erfahrung damit haben. Gleichzeitig gibt es z.B. universitäre Schlafzentren, wo auch seltene Krankheiten relativ oft gesehen werden. Sie stehen jederzeit bezüglich Diagnostik und Therapie unterstützend zur Verfügung.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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