Lumbalpunktion

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Maika
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Lumbalpunktion

Ungelesener Beitrag von Maika » So Jun 14, 2009 5:46 am

Kann eine Lumbalpunktion, die nicht erfolgreich war, eine Diagnose beeinflussen?

Ich habe auf jeden Fall eine Schlafkrankheit, leider, nicht richtig diagnostiziert.

Treysa. Eine Ärztin, die verhältnissmässig neu war, hat versucht, Lumbalpunktion zu unternehmen. Ich habe sie unterrichtet: degenerative Veränderungen in Wirbelsäule-Bereich: - keine Interesse.
Ich werde nie wieder meine Einwilligung in solch ein Eingriff geben. Es sie dem-Vollnarkose. Es war grausam.

Da verzichte ich lieber auf eine EU-Rente.
(es ist doch nicht menschenwürdig, zu solcherart Untersuchungen gezwungen zu werden?)
Unter Androhung von falscher Dg.

Welche Bedeutung hat Liquor Untersuchung?

MfG
Maika
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Re: Lumbalpunktion

Ungelesener Beitrag von Beirat » Mi Jun 24, 2009 7:59 am

Grundsätzlich ist eine Lumbalpunktion nur in Einzelfällen nötig. Sie wird nötig, wenn die Diagnose Narkolepsie aufgrund der Beschwerden und der Untersuchungen im Schlaflabor (Polysomnographie, Multipler Schlaflatenztest) nicht eindeutig gestellt werden kann.

Die Lumbalpunktion dient in erster Linie der Bestimmung von Hypocretin (Orexin). Je nach Resultat wird der Verdacht auf Narkolepsie damit unterstützt oder unwahrscheinlich.

Es ist sehr wichtig, sich der Diagnose Narkolepsie möglichst sicher zu sein. Damit ist z. B. klar, welche Medikamente zu Einsatz kommen können und welche nicht helfen werden. Man weiss wie die Krankheit verläuft etc. Daneben ergeben sich (je nach Land) versicherungsrechtliche Konsequenzen.

Eine Lumbalpunktion kann schmerzhaft sein. Meist ist sie jedoch vor allem unangenehm (man sieht nicht was am Rücken gemacht wird). Je nachdem ob das Gewebe vorher unempfindlich gemacht wird (wie beim Zahnarzt), braucht es mindestens ein oder zwei Stiche. Bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, und daher vor allem bei älteren Menschen, treten häufiger Schmerzen auf. Das Gewebe ist verhärtet (Bänder verkalkt), zwischen den Wirbeln ist weniger Platz und man muss öfters stechen um den Zugang zu finden. Wenn sich zeigt, dass die Lumbalpunktion auf normalem Wege nicht möglich ist oder wenn bekannt ist, dass die Wirbelsäule schwer verändert ist, kann man mit einer sogenannten Durchleuchtung sehr gezielt und mit meist wenig Schmerzen versuchen Liquor zu entnehmen. Dabei werden mit einem Röntgengerät die Knochen dargestellt, wodurch man die Nadel gezielt plazieren kann. Diese Methode stellt dann eine sehr gute Alternative zur üblichen Entnahmetechnik dar. Die Angst könnte mit kurz wirksamen Medikamenten gemildert werden. Eine Vollnarkose ist so nicht nötig.

Ohne den konkreten Fall zu kennen, dürfte die nicht erfolgreiche Lumbalpunktion die Konsequenz haben, dass die Diagnose Narkolepsie weiterhin unsicher bleibt.
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