Narkolepsie untersuchbar bei Kindern ?!

Unser Ärzteteam beantwortet gerne eure Fragen rund um das Thema Narkolepsie.
Hinweis: über das Internet kann keine Diagnose gestellt werden!
Bitte beachtet die Bekanntmachung vom 27.11.2014.

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SybeX
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Narkolepsie untersuchbar bei Kindern ?!

Ungelesener Beitragvon SybeX » Mo 17. Nov 2008, 20:14

Hallöchen liebes Ärzteteam,

ich habe seit 4 Jahren die Diagnose "Narkolepsie" und seit ca. einem halben Jahr geht es mit meinem Sohn im Kindergarten (in der Vorschulgruppe) bergab. Es zeigt sich keine Steigerung mehr, er kann sich demnach sehr schwer konzentrieren und ist auch sehr motivationslos. Ich bin mit ihm zum Kinderarzt gegangen, weil mich die Erzieherinnen ansprachen, das ich versuchen sollte "Ergotherapie" zu beantragen. Beim Kinderarzt wurden erstmal einige Tests gemacht, u.a. Tests die über die Feinmotorik und das Turnen gehen. Bei allen Tests, die mit ihm gemacht wurden, wirkte er sehr sehr müde und er brachte auch kein gutes Ergebnis, sondern eher ein schlechtes Ergebnis zustande, d.h. er liegt mit der Entwicklung "hinten" und soll im nächsten Jahr (nachdem er ein Jahr schon "zurückversetzt" wurde) in die Schule kommen.

Der Kinderarzt fragte mich nun nach chronischen Krankheiten und ich nannte ihm, das ich seit 4 Jahren Narkoleptiker bin. Da er sich mit dieser Schlafkrankheit gar nicht auskennt, möchte er nun abklären lassen, ob mein sechsjähriger Sohn auch diese Krankheit in sich trägt. Er fragte mich, wie sich bei mir dieses äußere und ich habe auch große Probleme mich zu konzentrieren wie mein Sohn, doch mit meinen Medikamenten (Vigil) komme ich eigentlich sehr gut aus.

Nun wüsste ich gerne, ob es eine Möglichkeit gibt, bei einem sechsjährigen Kind untersuchen zu lassen, ob er dies auch hat ?! Das alles was wir momentan durchmachen erinnert mich an mich zurück, da es bei mir in der damaligen Ausbildung auch in so kurzer Zeit bergab ging und Jahre danach erst die Diagnose gestellt werden konnte.

lieben Gruß,
Andrea

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Re: Narkolepsie untersuchbar bei Kindern ?!

Ungelesener Beitragvon Beirat » Di 25. Nov 2008, 09:00

Bei Kindern ist kommt es häufig vor, dass ihre Müdigkeit / Schläfrigkeit als Lethargie, Faulheit oder Motivationslosigkeit verkannt wird. Die häufigste Ursache für Müdigkeit / Schläfrigkeit ist zu wenig Schlaf, selten leiden jedoch bereits Kinder an Erkrankungen die den Schlafbedarf erhöhen bzw. die zu "pahtologischer" Müdigkeit / Schläfrigkeit führen. Ein Beispiel davon ist die Narkolepsie, insbesondere dann, wenn ein Elternteil daran erkrankt ist.

Um herauszufinden ob das Kind schläfrig / müde ist und welche Ursache dies hat, ist es wichtig dass die Eltern mindestens mehrere Wochen den Schlaf nachts und das (Schlaf-)Verhalten untertags beobachten (am besten notieren, „Schlaftagebuch“). Aber auch Beobachtungen von KindergärnterIn/LehrerIn können diesbezüglich wichtig sein. Folgende Fragen sollten aufgrund der Beobachtungen u.a. beantwortet werden können:

Wann geht das Kind zu Bett und wann schläft es ein?
Erwacht es häufig nachts?
Schnarcht es?
Macht es beim Atmen im Schlaf Pausen?
Hat es abends / beim Zubettgehen unangenehme Empfindungen in den Beinen?
Wie lange schläft das Kind unter der Woche?
Wie lange schläft es in den Ferien / am Wochenende?
Sind die Bettzeiten regelmässig?
Hat das Kind früher weniger geschlafen?
Schläft das Kind untertags? Wenn nicht: geht es dem Kind besser wenn es untertags schläft?
Trinkt es Cola oder andere coffeinhaltige Getränke?
Sieht es abends noch fern / spielt games?
Ist das Kind müde/schläfrig oder erschöpft (z.B. weil es viel Sport macht)?
Ist das Kind niedergeschlagen?
Kommt es bei starken Emotionen zu einem Kraftverlust / Muskelschwäche? usw.

Das sind einige der Fragen deren Antworten für den behandelnden Arzt / Aerztin sehr wichtig zur sind. Darüber hinaus braucht es auch eine körperliche Untersuchung. Teilweise kann aufgrund der Befragung und Untersuchung bereits die Diagnose gestellt werden.

Falls die Diagnose noch unklar ist, kann mit „apparativen“ Methoden ergänzt werden. Grundsätzlich sind das die gleichen Methoden wie bei Erwachsenen. Dazu zählen u.a. Polysomnographie (eine Nacht im Schlaflabor „verkabelt“ schlafen), Aktigraphie (während 1-2 Wochen eine „Uhr“ am Handgelenk tragen) und der Multiple Schlaflatenztest (MSLT, 4-5 x an einem Tag im Schlaflabor versuchen zu schlafen).
Der MSLT ist auch bei Kindern mit der Frage nach Narkolepsie ein sehr wichtiger Test. Allerdings ist es bei Kindern manchmal schwierig, sie zu den im Test gewünschten Verhaltensweisen zu motivieren (z.B. „möglichst schnell einschlafen“). In seltenen Fällen kann auch eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) nötig werden um das Orexin zu bestimmen.

Erst wenn die Diagnose gestellt worden ist, kann eine gezielte Behandlung erfolgen (sh. auch die Frage „Welches Medikament für Kinder“).

Narkolepsie ist keine sehr häufige Krankheit und damit ist das Wissen darum nicht sehr verbreitet. Das gilt um so mehr für Kinder. Daher ist es gut, Spezialisten aufzusuchen.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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