welches medikament für Kinder

Unser Ärzteteam beantwortet gerne eure Fragen rund um das Thema Narkolepsie.
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bierschinken
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welches medikament für Kinder

Ungelesener Beitragvon bierschinken » Di 7. Okt 2008, 15:00

Hallo,

vor ca. einem halben Jahr wurde meine Tochter (6 Jahre alt) sehr reizbar und aggressiv. Wir merkten, dass sie sehr müde war. Anfangs wehrte sie sich dagegen einen Mittagsschlaf einzulegen. Mittlerweile schläft sie tagsüber 2-4 Stunden (nachts 11-14 Std.)
Als wir die Kinderärztin aufsuchten, wurden wir nur belächelt (normal in dem Alter, Wachstum...). Kurze Zeit später knickte sie immer wieder in den Knien ein, schlief während des Essens ein, die Augenlider und der Kiefer hing oft herab. Daraufhin wurde sie in die Kinderklinik eingewiesen. Die Untersuchungen dort brachten kein Ergebnis (Wach- und Schlaf-EEG, Liquor, Stoffwechsel, Kernspintomographie, augenärztliche Untersuchung...). Entlassungsdiagnose: "unklare Wesensveränderung". Bei fortbestehender Symptomatik wurde uns eine Vorstellung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nahegelegt. Nach dem Krankenhausaufenthalt fiel sie beim Lachen oder wenn sie sehr erschreckte zu Boden. Manchmal schlief sie gleich nach dem Frühstück weiter oder schlief auch mal während des Laufens ein.
Unsere Termine in der Klinik für Psychotherapie des Kindes-und Jugendalters sagten wir jedoch nach 2 Besuchen ab, weil die Ärzte und Psychologen dort ziemlich ratlos waren (und es uns nicht sehr sinnvoll erschien, ergotherapeutische Tests oder Intelligenztests durchzuführen).
Als ich im Internet über Narkolepsie gelesen habe und darin meine Tochter wiedererkannt habe, suchten wir ein Schlaflabor auf. EEG und Langzeit-EEG brachten keine Erkenntnis, außer dass sie tagsüber sehr viel schläft. Auch die 2 Nächte im Schlaflabor waren unauffällig.
Letzte Woche wurde noch der multiple Schlaf-Latenz-Test durchgeführt. Sie schlief dabei jedesmal innerhalb 3-4 Min. ein. Mittlerweile steht die Diagnose Narkolepsie fest.

Jetzt stellt sich die Frage, welche Medikamente bei Kindern angewendet werden. Der Neurologe sagte mir, dass unsere Tochter für ihn das erste Kind mit Narkolepsie sei und er sich noch mit anderen Neurologen in Verbindung setzen möchte.

Können bestimmte Medikamente für Kinder empfohlen werden (muss es Ritalin sein?). Wartet man bei Kindern besser noch ab, bis es nicht mehr anders geht?
Wir sind für jede Erfahrung dankbar.

Vielen Dank im Voraus!
Elke

Beirat
Aerztlicher Beirat d. SNaG
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Re: welches medikament für Kinder

Ungelesener Beitragvon Beirat » Fr 7. Nov 2008, 08:59

Es gibt deutlich weniger Studien zur Therapie von Narkolepsie bei Kindern als bei Erwachsenen. Die beste nicht-medikamentöse Behandlung von Schläfrigkeit sind Tagesschläfchen (von einigen Minuten bis einer Stunde). Sie führen zu einer vorübergehenden Milderung der Schläfrigkeit. Meist genügt das nicht und vor allem bei Schulkindern kann die Umsetzung schwierig werden. Darüber hinaus ist es sehr wichtig eine gute Schlafhygiene zu pflegen, d.h. regelmässige Bettzeiten und wenn möglich, morgendlich etwas Bewegung / Sport. Auch Nahrung hat einen Einfluss auf Schläfrigkeit. So führt z.B. ein hoher Anteil von Kohlenhydraten und (raffinierter) Zucker zu mehr Schläfrigkeit.
In einem nächsten Schritt können coffeinhaltige Getränke eingesetzt werden. Bei älteren Kindern und Erwachsenen werden 400mg bis 600mg Koffein für eine relevante wachmachende Wirkung benötigt (=3-4 Tassen Kaffee). Nach ca. 15-30min tritt der Effekt ein und hält einige Stunden an. Koffein ist wie die Tagesschläfchen alleine selten ausreichend, können jedoch manchmal als „Medikamentensparer“ eingesetzt werden.
Die bei Kindern in Studien beschriebene Medikamente umfassen vor allem Methylphenidat (Ritalin®), Amphetamin / Dextroamphetamin, Modafinil (Vigil®) und Natriumoxybat (Xyrem®). Vor allem die ersten beiden sind aus der Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bekannt, d.h. man hat etwas mehr Erfahrung damit. Zunehmend werden auch das neuere Modafinil und das wiederentdeckte Natriumoxybat eingesetzt. Doch es gibt nur wenige und auch nur kleine Studien dazu (was nicht ausschliesst, dass gewisse Zentren / Aerzte relativ viel Erfahrung damit haben). Welches Medikament zum Einsatz kommen soll muß individuell entschieden werden und wird auch vom Gesamtbild der Beschwerden beeinflußt („nur“ Schläfrigkeit, viel / wenig Kataplexien, gestörter Schlaf etc.).
Aerztlicher Beirat der SNaG


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