Sehbehinderung durch Narkolepsie?

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Lize
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Sehbehinderung durch Narkolepsie?

Ungelesener Beitrag von Lize » Mi Okt 01, 2008 8:58 pm

Meine ganze Familie trägt eine Brille. Auch ich war mehrfach beim Augenarzt und Optiker. Laut beiden ist meine Sehkraft außerordentlich gut. Ich habe nur ein Problem:
Ich sehr Abstände nicht.
Bei jeder Rolltreppe oder Treppe weiß ich nie wie hoch der Abstand, bzw. (das Hinderniss) ist.
Jeder Teppich-oder Treppenabsatz macht mir Schwierigkeiten, da ich mich immer vorran tasten muss. Ich kann "Entfernungen, Abstände und Distanzen" einfach nicht "sehen".
Bin ich in einem Laden mit Glastüren taste ich mich unauffällig voran. Nachts, in dunklen Wohnungen habe ich weniger Probleme.
Zur Narkolepsie passt es nicht, der Augenarzt findet auch nichts.
Was ist es?

Beirat
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Re: Sehbehinderung durch Narkolepsie?

Ungelesener Beitrag von Beirat » Di Okt 14, 2008 8:44 am

Wahrscheinlich handelt es sich um eine sog. „höhere Sehstörung“. Das bedeutet, dass zwar der Sehapparat (Linse etc.) gut funktioniert (d.h. normale Sehkraft gemäss Augenarzt / Optiker), aber die Verarbeitung der Seheindrücke gestört ist. Diese „Verarbeitungsstörung“ kann ganz nur bestimmte Aspekte des Sehens betreffen, wie z.B. das Abschätzen von Entfernungen. Ursachen gibt es mehrere. Am häufigsten treten solche Störungen neu nach Hirninfarkten auf (betroffen ist das occipito-parietale Gehirnareal, meist rechtsseitig). Aber auch beim Schielen oder sog. „bitemporale Hemianopsien“ (dabei können die Seheindrücke des jeweils aussen liegenden Gesichtsfeldhälfte nicht mehr wahrgenommen werden) kann es zur Störung des Tiefensehens kommen. Es kann auch angeboren sein, weshalb z.B. angehende Piloten u.ä. speziell geprüft werden, ob das Tiefensehen / Abschätzen von Entfernungen gut funktioniert.

Mit solchen Sehstörungen beschäftigen sich Spezialisten auf dem Gebiet der Neuroophthalmologie (neurologische Störungen in der Augenheilkunde), die entweder Augenärzte oder Neurologen sind. In der Regel gibt es solche Spezialambulanzen nur an (grösseren) Universitätskliniken.

Ein Zusammenhang mit der Narkolepsie besteht nicht.
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