Welche Rolle spielt das Alter?

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Giselle
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Welche Rolle spielt das Alter?

Ungelesener Beitragvon Giselle » Di 23. Sep 2008, 10:32

Ein herzliches Grüß Gott aus Bayern.

Zwar habe ich im Treffpunkt-Bereich über meine Beschwerden schon (viel zu ausführlich :roll: ) geschrieben, aber eine Frage konnte mir bisher nicht wirklich beantwortet werden.

Also ich finde es komisch, wenn eine Kataplexie nur einmal auftritt und dann nicht mehr. Das spricht eher gegen eine Kataplexie, sondern zu viel Alkohol und sonstige Umstände. ...

... Und ja ich finde auch, dass es ungewöhnlich ist erst mit über 40 an Narkolepsie zu erkranken, normalerweise merkt man so was im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt.

Besteht entgegen obiger Aussage die Möglichkeit, dass Narkolepsie tatsächlich erst Anfang bis Mitte 40 auftritt?
Ich bin inzwischen 48 und meine Beschwerden, die ich seit etwa drei bis vier Jahren habe (hauptsächlich immer wieder kurze Einschlafattacken) werden schleichend immer schlimmer.

Allerdings bin ich beruflich und privat sehr eingespannt. Vielleicht bin ich auch einfach „nur“ total erschöpft.
Den Verdacht auf Narkolepsie stellte mein Neurologe, nachdem ich einmal für mehrere Minuten „zusammengebrochen“ war, aber durchaus mitbekam, was um mich herum vorging. Dies deutete er als Kataplexie. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt drei Gläser Rotwein getrunken. Wer weiß, vielleicht führte auch nur der Alkohol dazu, dass ich zusammengesackt war.

Ich habe am 30. September ein erstes Vorgespräch im Schlaflabor (Max-Planck-Institut in München). Ein zweiwöchiges Schlaftagebuch und umfassende Fragebögen habe ich bereits ausgefüllt.
Aber ich habe ein bisschen Angst, mich zu blamieren, wenn ich in meinem Alter mit solch einer Verdachtsdiagnose auftauche. Bild

Ich danke schon mal vorab für Ihre Antwort.

Liebe Grüße
Giselle
Ich hatte mich grade hingelegt, da fragte eine Stimme: „Was ist der Sinn des Lebens?“
Und ich antwortete: „Mach jetzt bloß keinen Stress.“

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Re: Welche Rolle spielt das Alter?

Ungelesener Beitragvon Beirat » Mo 29. Sep 2008, 15:49

Erstmalige Narkolepsie Symptome (meist Schläfrigkeit) treten besonders häufig um das 14./15. Lebensjahr und um Mitte Dreissig auf (eine gute Erklärung für diese zwei Altersgipfel gibt es nicht), das durchschnittliche Erkrankungsalter ist Anfang Zwanzig. Mitte vierzig an Narkolepsie zu erkranken repräsentiert damit nicht die Mehrheit, "Extremwerte" sind jedoch (in der Medizin) kaum je ausgeschlossen.
Gleichzeitig gibt es Formen von Narkolepsie, die durch eine Verletzung des Gehirns auftreten können. Am häufigsten ist dann der sog. "Hypothalamus" im Gehirn betroffen, aber auch bei Verletzungen anderer Bereiche des Gehirns kann es zu den Beschwerden kommen, die für Narkolepsie typisch sind (Tagesschläfrigkeit und Kataplexie u.a.). Bei diesen Formen ist das Erkrankungsalter vom Zeitpunkt des verursachenden Ereignisses abhängig. Befragung und Untersuchung der Betroffenen geben die entscheidenden Hinweise auf die sog. "symptomatische Narkolepsie" (= durch "etwas" verursacht, wohingegen die Ursache der nicht-symptomatischen Form nicht bekannt ist).
Bevor jedoch entschieden werden kann, welche Form von Narkolepsie vorliegt, muss zuerst die Diagnose Narkolepsie (u.a. im Schlaflabor) gestellt werden.
Die Abklärung der Symptome Schläfrigkeit und Kataplexie ist sicher gerechtfertigt und keinesfalls peinlich.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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