Neues Medikament ?

Unser Ärzteteam beantwortet gerne eure Fragen rund um das Thema Narkolepsie.
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kendiman
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Neues Medikament ?

Ungelesener Beitragvon kendiman » Fr 5. Sep 2008, 19:14

Sehr geehrtes Beirat-Team!

Ich nehme seit nunmehr über 2 Jahren 300mg - 400mg Modasomil tgl ein, da ich 2006 im Schlaflabor die Diagnose Narkolepsie erhalten habe.
Die Wirkung hat mittlerweile fast völlig nachgelassen, wie auch im Schlaflabor mittels Pupillometrie gemessen wurde.
Äußerst selten schlafe ich trotz dieser Dosierung ein, sonst ist nur die Tagesmüdigkeit wieder störend und im Berufsleben hinderlich.
Hauptsächlich mache ich mir aber Gedanken wegen der Nebenwirkungen: Äußerste Nervosität, aggressives Verhalten (oft im Straßenverkehr), innerliche Unruhe, oft ein leichtes Zittern in den Händen, Kopfschmerzen und - am unangenehmsten - zeitweise völliges unkonzentriert sein bis hin zur Vergesslichkeit.
Wenn ich die Dosierung dann etwas senke - eben von 400mg auf 300mg bis auf 200mg für ein paar Tage, gehts wieder für kurze Zeit, aber die Müdigkeit wird unkontrollierbar.
Soweit die Beschreibung meines Problemes, nun die Frage:

Laut Fernsehberichten soll Orexin A irgendwann für Narkoleptiker als Medikament zur Verfügung stehen und angeblich Abhilfe schaffen können. Was kann man sich davon erwarten bzw wann kann es soweit sein?
Und letztendlich, falls daran tatsächlich am Menschen geforscht wird, wie kann man sich als Testperson zur Verfügung stellen?

Mit besten Grüssen,

kendiman

Beirat
Aerztlicher Beirat d. SNaG
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Re: Neues Medikament ?

Ungelesener Beitragvon Beirat » Mo 29. Sep 2008, 14:21

Orexin steht als Medikament zur Therapie von Narkolespie noch nicht zur Verfügung.

Grundsätzlich wird vor allem an Universitätskrankenhäusern geforscht. Wer sich als Proband zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen möchte, meldet sich am besten bei den entsprechenden Kliniken (z.B. Neurologie) oder Abteilungen (Schlafzentrum / Schlaflabor) eines Universitätskrankenhauses. Schlafforschung ist ein (noch) nicht sehr verbreitetes Fach, so dass nicht garantiert ist, dass jede Universität in jedem Land auf diesem Gebiet forscht. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass sich von Narkolepsie betroffene zur Verfügung stellen - denn letztlich kommt es nur so zum Fortschritt in der Wissenschaft, die ja den Betroffenen dienen soll.

Zur Behandlung der Schläfrigkeit gibt es neben Modafinil noch andere medikamentöse und auch nicht-medikamentöse (z.B. Schlafhygiene) Behandlungsmöglichkeiten, die noch versucht werden können (u.a. Natriumoxybas (Xyrem), Amphetamine).
Aerztlicher Beirat der SNaG


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