anafranil und ritalin und noctamid

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Nicole22
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anafranil und ritalin und noctamid

Ungelesener Beitragvon Nicole22 » Di 25. Mär 2008, 17:06

Ich habe die oben genannten Medis verschrieben bekommen. Nun haben wir abgemacht, dass ich noctamid nur bei Bedarf nehmen soll, wenn ich nicht einschlafen kann (kann ich eigentlich immer, nur bei vigil konnte ich wegen nervositätszuständen nicht mehr einschlafen). anafranil habe ich von einem "leidensgenossen" gehört, dass ich das nur bei Bedarf nehmen sollte wenn die katas durch ritalin stärker werden. Nun hat die Ärztin aber gesagt ich solle es regelmäßig nehmen.. die ärztin hat aber zugegeben keine großen erfahrungen mit narkolepsie und dessen behandlung zu haben... nun bin ich einfach unsicher was ich machen soll.. ich würde gern auch einmal xyrem probieren wegen meinem bescheidenen nachtschlaf, jedoch hat die ärztin gesagt, dass sie xyrem nicht wirklich kennt und das erst ausprobieren will wenn das andere nicht hilft.. das kann ich auch verstehen.. naja bin durcheinander!!!
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Re: anafranil und ritalin und noctamid

Ungelesener Beitragvon Beirat » Fr 28. Mär 2008, 13:37

Anafranil ist ein wirksames Medikament gegen Kataplexien, bereits geringe Dosen (10mg täglich) können eine sehr gute Wirkung entfalten. Anafranil ist kein Medikament, das „bei Bedarf“ genommen wird, es muss täglich eingenommen werden. Plötzliche Einnahmestops können sogar zu einer Verschlimmerung der Kataplexien führen.

Ritalin reduziert die Tagesschläfrigkeit. Es ist ein gut bekanntes, wirksames und günstiges Medikament und man kann daher gut mit diesem Medikament beginnen. Sollte sich im Verlauf zeigen, dass der Nachtschlaf zum Hauptproblem wird und / oder zu einer grossen Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit führt (vgl auch Antwort auf die Frage „Kann ich mein Schlafpensum aufteilen?“) oder dass Ritalin nicht mehr ausreichend wirksam ist, wäre Xyrem eine Alternative.

Der Einsatz von Noctamid, ein Medikament aus der Stoffklasse der Benzodiazepine, sollte sehr sparsam erfolgen, d.h. wirklich nur „bei Bedarf“. Zum einen verlieren diese Medikamente bei längerem Einsatz ihre Wirkung, zum anderen besteht ein Abhängigkeitspotential (unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung).
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Nicole22
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Re: anafranil und ritalin und noctamid

Ungelesener Beitragvon Nicole22 » Mo 31. Mär 2008, 15:25

Durch einen Ansprechpartner der DNG hat sich ein Spezialist meine Unterlagen angeschaut und sagte, dass mein Schlaf so extrem gestört ist (SOREM'S mit REMlatenzen von 0-3min; über 40 weckmomente, obwohl ich dachte ich schlafe; 140 Schlafstadienwechsel;inkomplette Zyklen; Tiefschlaf im letzten Drittel der Nacht), dass mit Ritalin sich dieser Zustand wahrscheinlich kaum bessert, man mich halt nur tagsüber fitter kriegt.
Ich empfinde das ähnlich. Problem bei sedierenden anitdepressiva war bei mir bisher, dass diese mir zu sehr in den Tag nachhingen... da ich student bin, ist es halt auch sehr frustierend immer nur kraft für eine sache zu haben :-(
Ich denke wirklich, dass mein Hauptproblem am Tage ist, dass ich so müde bin, und so viel automatisch passiert, ich soviel vergesse und mich nicht konzentrieren kann. ich würd halt einfach gern ein normales leben führen... :-( naja geht halt im moment nicht...
Diese woche habe ich einen neurologentermin, weil ich ja nicht immer nach schwerin fahren kann um die rezepte zu bekommen. meinen Sie ich könnte dort einfach noch einmal meinen Nachtschlaf ansprechen und sagen, dass ich denke ein besserer Nachtschlaf würde auch meinen Tag optimieren oder soll ich lieber abwarten? man kriegt ja so selten die chance mit einem neurologen zu sprechen bei der terminlage :-/
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Re: anafranil und ritalin und noctamid

Ungelesener Beitragvon Beirat » Mo 31. Mär 2008, 16:06

Das Thema "gestörter Nachtschlaf" anzusprechen ist sicher richtig und sogar sehr wichtig. Die Beschreibung und Gewichtung (am meisten beeinträchtigend ist ... etc.) der Beschwerden ist durch nichts ersetzbar. Denn schliesslich sollen die Beschwerden des/der PatientIn therapiert / gebessert werden. Untersuchungsergebnisse, auch wenn die Zahlen auch noch so eindrucksvoll sind, sind nur ein Element, das bei der Entscheidungsfindung der bestmöglichen Therapie helfen soll.
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