Milde Form von Narkolepsie?

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MomoV
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Milde Form von Narkolepsie?

Ungelesener Beitragvon MomoV » Do 1. Mär 2007, 21:49

Hallo!

Im Forum sehe ich dass bei Betroffenen Halluzinationen und Schlaflähmung, aber auch plötzliches Einschlafen häufig bzw. täglich vorkommen.

Ist es möglich, dass man an einer abgeschwächten Form von Narkolepsie leiden könnte, wenn man nur phasenweise und relativ selten Nachts Halluzinationen hat, noch seltener Schlaflähmung, häufig müde ist, manchmal, auch Phasenweise von einer plötzlichen und bleiernen Müdigkeit überfallen wird, gegen die man je nach Situation aber ankämpfen kann (wenn Leute um einen sind). All die Symptome sind keinesfalls täglich, aber sie sind da und ziehen sich durch mein Leben.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank!

MomoV

Beirat
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Ungelesener Beitragvon Beirat » Di 6. Mär 2007, 09:42

Grundsätzlich gibt es auch bei der Narkolepsie milde Formen. Schläfrigkeit steht auch dann im Vordergrund und kann je nach Krankheitsausprägung eine milde Beeinträchtigung darstellen, die leicht überwunden werden kann, sie aber auch überwältigend sein. Schläfrigkeit hat in der Narkolepsie keinen anfallsartigen Charakter, sondern ist in der Regel dauerhaft vorhanden, wiewohl das Ausmass variieren kann. Langweilige, monotone Situationen oder bestimmte Tageszeiten (z.B. nach dem Mittagessen) können die Schlärigkeit noch weiter verstärken, wohingegen z.B. körperliche Aktivität oder anregende Situationen (z.B. Unterhaltungen) die Schläfrigkeit für die Dauer der Aktivität leichter überwinden lassen.

(Hypnagoge / hypnapompe) Halluzinationen treten am Uebergang von Wachheit / Schlaf auf. Sie sind Traumbildern ähnlich, unterscheiden sich u.a. jedoch dadurch, dass eine gewisse Bewusstheit bezüglich der Umgebung erhalten bleibt. Schlaflähmungen treten ebenfalls am Schlaf-Wach-Uebergang, manchmal auch zusammen mit Halluzinationen auf. Sowohl Halluzinationen als auch Schlaflähmungen können mild ausgeprägt sein, z.B. indem sie selten auftreten.

Das Vorkommen von Schläfrigkeit, Halluzinationen und Schlaflähmung darf jedoch nicht mit der Diagnose einer (milden) Narkolepsie gleichgesetzt werden. So kann z.B. eine Schlaflähmung bei sonst Gesunden z.B. nach Schlafmangel auftreten – wie auch Schläfrigkeit.

Die Frage nach einer milden Form von Narkolepsie kann also erst beantwortet werden, wenn die Diagnose einer Narkolepsie gestellt worden ist.
Aerztlicher Beirat der SNaG

MomoV
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Ungelesener Beitragvon MomoV » Di 6. Mär 2007, 19:17

Lieber Beirat,

vielen Dank für Ihre Antwort! Ich wollte generell wissen ob es sich überhaupt lohnt für mich, mit meinen Symptomen zum Neurologen zu gehen, um mich auf Narkolepsie untersuchen zu lassen. In einer psychosomatischen Reha-Klinik, in der ich wegen Depressionen eine Kur gemacht habe, hat ein Neurologe dieses vorgeschlagen. Ich habe eine zeitlang Kameras durch unser Schlafzimmerfenster filmen sehen, immer mal wieder Menschen im Zimmer gesehen - diese Halus waren Nachts beim Aufwachen (nicht beim Einschlafen) und es war eher ein Wachzustand - ich wusste ich bin im Schlafzimmer und wusste auch dass weder Kameras noch die Menschen da sein konnten obwohl ich sie sehe. Ich habe als Teenager schon Tropfen von der Decke tropfen gesehen, die erst verschwanden, wenn ich sie anfasste.
Die Schlaflähmung habe ich gehabt, wenn ich mich Nachmittags (in Lern-, also Streßphasen) hingelegt habe, weil ich zu müde zum Lernen war. Beim Aufwachen dachte ich, ich MUSS aufstehen und weitermachen, konnte mich aber nicht bewegen, habe versucht, einen Arm oder ein Bein zu bewegen, weil ich wusste, dass ich mich dann wieder bewegen kann - hat aber nicht geklappt. Habe sogar mal versucht um Hilfe zu schreien, hat aber nur innerlich geklappt. Wie ich letztlich da rauskam weis ich nicht mehr. Einmal habe ich auch "geträumt" ich wäre aufgestanden, bis ich irgendwann realisierte, dass ich doch noch da liege. Manchmal habe ich aufgegeben und bin wieder "schlafen gegangen". Zwanghafte plötzliche Müdigkeit habe ich öfters in Streßsituationen zB beim Lernen, ne unangenehme email etc.

Da es nun mehrere Symptome sind die immer mal wieder auftreten (aber eben selten bzw. phasenweise) und teils / vielleicht sogar ganz Stressbedingt sind, frag ich mich (und Sie), ob es sowas häufig auch "normal" gibt und Narkolepsie trotzdem eher unwahrscheinlich ist oder ob all dies zusammen doch auf schon auf die Möglichkeit einer Narkolepsie hinweist. Ich habe einen Termin beim Neurologen, aber erst im Mai, und ich weis auch nicht ob er sich mit Narkolepsie auskennt. Ich möcht mich nur gern gut darauf vorbereiten.

Liebe Grüße & vielen Dank! Momo

Beirat
Aerztlicher Beirat d. SNaG
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Ungelesener Beitragvon Beirat » Mi 14. Mär 2007, 21:00

Die Abklärung durch einen Neurologen ist sicher sinnvoll um die Ursache der Symptome herauszufinden.

In der Antwort zum Beitrag über "HB Wert" wurde ausgeführt, welche Schritte eine Abklärung mit dem Verdacht auf Narkolepsie umfassen kann.

Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig. Wichtig wird sein, die eigenen Beschwerden möglichst detailiert (was? seit wann? wann? wie oft? wodurch schlimmer / besser? etc.) beschreiben zu können.
Aerztlicher Beirat der SNaG


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