Resignation...

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Conny
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Resignation...

Ungelesener Beitragvon Conny » Di 1. Jul 2003, 03:04

01.47. Uhr

Hallo Ihr Lieben!
Ich hab 'n ziemlich bescheidenen Tag hinter mir irgenwie..wollte hier nur mal ein paar Gedanken loswerden..ich erwarte keine Antwort, geht mir nur darum, auch für mich alles mal im Kopf zu ordnen....

Ich habe heute -nee, gestern- einen für mich ziemlich wichtigen Entschluss getroffen, eine Entscheidung, die ich lange Zeit vor mir hergeschoben habe....habe bei meinem Arbeitgeber die Reduzierung der Arbeistzeit beantragt aus gesundheitlichen Gründen...das hört sich so einfach an- ist für mich mit 23 Jahren aber irgendwie ein Schlag ins Gesicht.

Die Reduzierung auf vorerst 30 Stunden wöchentlich ist ansich kein Problem- öffentlicher Dienst ebend- nur was mich enttäuscht und nachdenklich macht; ich habe zur Zeit einen unbefristeten Vollzeitarbeitsvertrag. Mit der Unterzeichnung der Änderung auf Teilzeit verliere ich den Anspruch auf meine VZ-Stelle/Beschäftigung...

gut, im Moment vielleicht nicht wichtig, denkt Ihr. Aber für mich ist das die hinterletzte Lösung gewesen...und was ist, wenn -wie auch immer- das beispielsweise in einem halben Jahr oder so, dochnochmal funktioniert mit meinen Medies. Dann sitz ich da. Auf meiner 30 Stunden Stelle. Toll. Als ob ich was dazu könnte . Naja kurz gesagt kotzt mich das an. Habe mich die letzten Jahre wirklich verausgabt, war nie krank oder so. Habe mich immer irgendwie hingeschléppt...sogar auf Krücken. Naja, irgendwie fühlt man sich da doch diskriminiert..auch wenn ich es aus Sicht des Amtes ja verstehen kann...trotzdem....

offen gesagt- selbst 30 Stunden in der Woche sind noch zuviel- aber was bin ich dann, wenn ich noch weniger kann!? Ein Sozialfall? Klasse, ein tolles Gesundheits- und Sozialsystem haben wir in Deutschland- auch wenn ich für den Laden arbeite...ich kann nur echt jedem raten, der ung und gesund ist, eine BU-Zusatzrente privat abzuschliessen...hätte ich mal dran gedacht...

nun stehe ich also da, mit den gleichen Kosten und nur noch 3/4 vom Gehalt...dazu kommt die anstehende Steuerklassenänderung wegen meiner Trennung von III auf I. Prost Mahlzeit. Macht alles in allem netto ne ganze Menge aus...und nachdem ich nun seit der Schule im siebten Jahr durchgehend arbeite , ersetzt mir das kein Mensch.

Armes Deutschland kann ich da nur sagen.

soweit so gut,ein bissl Frust von der Seele geschrieben....

Conny
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Shadow
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Ungelesener Beitragvon Shadow » Di 1. Jul 2003, 12:22

Hi Conny!

Kann das gut verstehen! Irgendwie bekommt man es nicht gedankt wenn man sich bemüht und verausgabt. Im Gegenteil, man macht (weil man eh schon meist ein schlechtes Gewissen und Ehrgeiz hat) mehr als man muß oder kann und wird dann noch dafür bestraft! Statt daß sich unser Staat mal darüber freut und es unterstützt wenn man trotz Problemen arbeiten will!

Tja, und es kratzt schon arg am Stolz wenn man dann Abstriche machen muß! Ich bin 31, habe jetzt meine Berufspläne umgestellt auf eine Lösung die hoffentlich besser funktioniert, aber es ist echt schwer manchmal, einzugestehen, daß manche Dinge einfach nicht gehen. Sie gehen von den Fähigkeiten oder vom IQ her, auch die Motivation fehlt nicht oder der Ehrgeiz, aber es geht nicht weil ich müde bin und es geht nicht wenn ich mich mal ausschlafe oder morgen oder übermorgen, denn ich bin immer müde und nur wenige Tage sind so gut, daß alles wie am Schnürchen läuft. Es nervt oft total und ist manchmal einfach nur frustrierend. Aber irgendwie will ich trotzdem ein normales (soweit machbar) Leben führen. Und mit 31 in Rente? Neee!

Auf der anderen Seite: Sieh es mal positiv! Du hast mit Sicherheit in den Jahren in denen Du bis jetzt gearbeitet hast - relativ gesehen - mehr geleistet als viele andere, weil Du TROTZ allem Deinen Job gemacht hast!

Ist das denn so endgültig mit der Stundenzahl? Kannst Du nicht vielleicht, wenn es später mal mit den Medis besser klappt, doch zurück auf volle Stundenzahl? Und kann nicht auch ein Teilzeitvertrag unbefristet sein?

Hm, und gibt es nicht die Möglichkeit einer teilweisen EU-Rente, die dann den Rest Gehalt zur vollen Stelle übernimmt? (Weiß da nicht viel drüber, aber ich meine ich hätte da mal was gehört...)

Naja, laß Dich nicht unterkriegen!

Lieben Gruß!

Shadow

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Conny
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Ungelesener Beitragvon Conny » Di 1. Jul 2003, 15:49

Hallo Shadow;

hab lieben Dank für Deine Antwort;

habe gerade nur kurz Zeit, versuche mein Nickerchen nachzuarbeiten ...
nach neuem Rentenrecht gibt es für junge Modelle wie uns keine teilweise Erwerbsminderungsrente! Die "alten" Fälle laufen weiter, Neuanträge ab Jahrgang 42 (meine ich) haben es schwerer. Ich meine nur noch wenn man unter 3 Std leistungsfähig ist gibt es die Rente. Früher gab es noch die Staffelung unter drei, dann drei bis sechs und voll....
jedenfalls in meinem Fall keine Chance!

Sicher bleibt mein Vertrag weiter unbefristet, aber wenn ich wieder Vollzeit könnte, müsste ich abwarten, dass hier wieder eine enstprechende Stelle ausgeschrieben wird, auf die müsste ich mich dann bewerben *arrgh* toll, nech!? Meine "übrigen" 8 Stunden werden jetzt haushaltstechnisch anders verplant, das lässt sich ja dann auch nicht so einfach wieder rückgängig machen...eben Pech gehabt!

So, ich muss erstmal weitermachen *Stresshab*

hab aber lieben Dank für die aufmunternden Worte!

LG, Conny
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Dornrose
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Ungelesener Beitragvon Dornrose » Di 1. Jul 2003, 21:04

Liebe Conny,

mir fällt so spontan auch nix Aufmunterndes ein. Jedenfalls nicht viel. Das einzige was ich mir denken könnte, dass du dich durch die Reduzierung der Stunden besser fühlen könntest.

Mich ärgert unser System auch. Ein Sozialhilfeempfänger hat es hier in unserem Land besser, als jemand, der aus gesundheitlichen Gründen in jungen/jüngeren Jahren die Rente einreichen muss. Ich gehöre auch zu der Sorte, die fast durchgängig gearbeitet haben und so gut wie nie krank waren. Verdient habe ich die letzten Jahre auch nicht schlecht, aber was unter dem Strich an Rente herauskommt ist ein Witz. Zahnersatz werde ich mir in diesem Leben nicht mehr leisten können (bin schließlich Rentnerin und nicht Sozialhilfeempfängerin), leisten kann ich mir gar nix mehr und trage mittlerweile Sachen von anderen Leuten auf.

Medikamente werden teilweise auch nicht mehr bezahlt. Egal, was wir für die Gemeinschaft getan haben, wir sind im Grunde ziemlich in den Hintern gekniffen. Man spart an denen, die Hilfe nötig haben. Dabei fallen mir zig Möglichkeiten ein, woher unser Staat Kohle kriegen könnte für die Rentenkasse usw., aber man hält sich hartnäckig an Mittelstand und drunter. Mir fallen mindestens genauso viele Möglichkeiten ein, wo Krankenkassen sparen könnten, anstatt Leistungen zu streichen.

Habe auch wenig Zeit, deshalb nur dieses Geschreibsel aus der Lameng. :wink:

Ciao

Dornrose
Wenn ein langer Bart schon Weisheit bedeutet, kann auch eine Ziege Lehrer sein. (Chinesisches Sprichwort)

Tussi
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Ungelesener Beitragvon Tussi » Fr 4. Jul 2003, 21:23

hi conny!!
hört sich net nur scheiße an, ist es wohl auch!! ich bin auch im öffentlichen dienst, allerdings in der ausbildung. ich habe nur einen vertrag, solange die ausbildung dauert. und danach weiß ich auch noch net weiter. was ich dann machen soll, oder noch kann..... eine versicherung hab ich natürlich auch net abgeschlossen. und da ich z.ZT auf eigenen füßen stehe, und das auch wohl weiter tun werde (selbstversorger) muß man sich echt so langsam mal gedanken darüber machen, wie es weiter gehen soll. ich hoffe das ich net arbeitsunfähig werde, wollen den teufel ja auch net an die wand malen... aber wer weiß?!!??? und dann dieses.. ok alle wissen von der krankheit, aber wirklich verstehen oder verstehen wollen geschweige denn nachvollziehen tuts eh keiner. immer wenn ich als beifahrer einpenne.... die dummen sprüche, oder dieses du bist ja auf drogen... (vigil) ist eigentlich "nur" nen dummer spruch. aber an manchen tagen kann man auch die net gebrauchen. aber das leid teilen wir wohl alle.... ich drücke dir die daumen, das du ne lösung findest!!!!!
lg de tusse

Bishop

Ungelesener Beitragvon Bishop » Fr 1. Aug 2003, 03:00

Ja diese tollen Sprüche... fuvk.. manchmal glaub ich echt das es vielleicht gar nicht so schlecht war soviele soziale kontakte nach auftauchen der Krankheit verloren zu haben , waren meist eh nur die oberflächlichen Bekanntschaften sagen wir mal grob saufkumpanen.

Auch egal. Manchmal glaube ich aber wirklich das es besser äre kein Bein zu haben oder eine Krankheit die Schmerzen bringt.
Damit die anderen begreifen das man was hatt und noch wichtiger eigentlich es auch selber klar warnimmt, ich mein ich beschäftige mich seit einem Jahr ziemlich intensiv damit und was weis ich schon eigentlich soviel wie in den ersten wochen...
Und das mit bden anderen Symptome beschreiben hilft ja nix, da kommt immer noch ein nettes "na verschlafen" wenn man zu einer verabredung zu spät kommt, was meisst natpürlich stimmt aber einen doch irgendwie ärgert weil später diese personen eine als unzuverlässig bezeichnen.
Ich mein ich bin inzwischen soweit das ich um die schwere der Krankheit jemanden erklären zu können ihm sage wieviel prozente das auf dem schwerbehinderten ausweis gäbe...

Stellt euch das mal vor bei sichtbaren oder mode Krankheiten....
Oder glaubt ihr das Sprüche wie "beim nächsten mal mix mir gleich eeinen Shake" gegenüber epileptikern toleriert werden ich glaube nicht....


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