*klopf klopf* Bin ich hier richtig?

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Sternenbande85
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Sternenbande85 » Sa Sep 20, 2008 8:54 pm

Hallo!
Also ich finde es komisch, wenn eine Kataplexie nur einmal auftritt und dann nicht mehr. Das spricht eher gegen eine Kataplexie, sondern zu viel Alkohol und sonstige Umstände. Vielleicht waren es auch Antidepressiva, falls du welche genommen hast, da bin ich auch immer rumgetaumelt.
Und ja ich finde auch, dass es ungewöhnlich ist erst mit über 40 an Narkolepsie zu erkranken, normalerweise merkt man so was im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt.
Was passiert, wenn man nichts feststellt, hängt von dir und den Ärzten ab.
Wenn du Zeit hast, dann würde ich wegen dem Job erst nach die Diagnose abwarten.
Grüsse Sandra

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Giselle
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Giselle » Di Sep 23, 2008 10:08 am

bärbelchen hat geschrieben:erst mal Hallo und ich denke, dass Du hier richtig bist.
bobby hat geschrieben:erst einmal: Herzlichen Glückwunsch für die Registrierung im Forum :)
Danke für eure herzliche Aufnahme.
Da ich immer noch keine Diagnose habe, ich aber schön langsam am verzweifeln bin, tut es gut, darüber schreiben zu können, wie ich mich grad fühle.

Ich habe mir eure Beiträge ins Word kopiert und schreibe dort. Wird wohl etwas dauern, da ich nebenbei in der Arbeit schreibe. Aber zurzeit ist es hier etwas ruhiger, so dass ich ein bisschen schreiben kann - wenn ich nicht grad einnicke. Bild
(Was würd ich bloß ohne meinen Sarkasmus machen?)

Sternenbande85 hat geschrieben:Also ich finde es komisch, wenn eine Kataplexie nur einmal auftritt und dann nicht mehr. Das spricht eher gegen eine Kataplexie, sondern zu viel Alkohol und sonstige Umstände. ...

... Und ja ich finde auch, dass es ungewöhnlich ist erst mit über 40 an Narkolepsie zu erkranken, normalerweise merkt man so was im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt.
Da ich nicht weiß, ob das damals tatsächlich eine Kataplexie war oder ich einfach „nur“ zu viel getrunken hatte und es, wie Sternenbande schreibt, in meinem Alter ungewöhnlich ist, dass die Krankheit diagnostiziert wird, wird sich die Diagnose Narkolepsie vermutlich nicht bestätigen.

Allerdings frage ich mich, was ist es dann, dass mir ständig Dinge aus der Hand fallen, dass mir immer wieder die Knie „schwach“ werden? Warum lalle ich, obwohl ich keinen Alkohol getrunken habe? Was kann das denn sein?

Warum fällt es mir so schwer, mich tagsüber wachzuhalten?
Warum kann ich aber nachts nicht schlafen?

Sternenbande85 hat geschrieben:Vielleicht waren es auch Antidepressiva, falls du welche genommen hast, da bin ich auch immer rumgetaumelt.
Ich nehme keine Antidepressiva mehr. Übrigens bin ich auch mit Antidepressiva nicht rumgetaumelt (und auch bei dem Zusammenbruch nicht). Ich war recht gut eingestellt.
Die einzigen Medikamente, die ich noch nehme, sind meine Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) und Mittel gegen Bluthochdruck (Ramipril).

bärbelchen hat geschrieben:Für mich hört sich das auch schwer nach Narko an. Du bist auch nicht zu "alt". Bei mir fing es auch mit 32 schleichend an. Mit 42 war es endlich ausgeprägt und Dank der Katas ist die Diagnose nunmehr gesichert. Hinzu kamen noch Halluzinationen und Schlaflähmungen.
Ja, schleichend fing es bei mir auch an. Aber später.
Kannst du mir bitte mal deinen Halluzinationen beschreiben, Martina?
Ich habe manchmal den Eindruck, jemand ist im Zimmer, ich spür und hör ihn (es ist immer ein Mann) manchmal, seh ihn aber nicht. Manchmal denke ich, ich werde schön langsam wahnsinnig.
Es ist anders als „träumen“, aber doch nicht real. Fast schon so, als wär da ein Geist (hm, vermutlich bin ich wirklich schon verrückt). Bild Bild

Wie ist die Schlaflähmung Martina?
Ist das ein Zustand, dass man zwar wach ist, aber sich nicht wirklich rühren kann?

bobby hat geschrieben: Ich hoffe natürlich für Dich, dass Du keine Narkolepsie hast ;). Jedenfalls ist Dein Arbeitsprogramm Arbeit, Tankstellenjob, zwei Ehrenämter, kranken Ehemann und Haushalt führen alles andere als "narkokompatibel" *einbisschenneidisch* ;).
Eben, spricht doch auch gegen Narkolepsie und einfach für Erschöpfung.
Wenn ich irgendwann mal so richtig zum Ausschlafen komme, dann werd ich hoffentlich auch diese ständige Müdigkeit los und nicke nicht mehr ein.

Nur – auch wenn ich noch so müde bin, nach spätestens 2 – 4 Stunden (eher nach 2) wache ich auf.

Wie ich bei vielen von euch gelesen habe, schlaft ihr aber 9 Stunden und länger.
Also wieder ein Argument, das gegen Narkolepsie bei mir spricht.


Eure Argumente, ob man in der Arbeit Bescheid sagen soll, finde ich sehr interessant.

Ich tendiere eher dazu, es wie bei der Depression zu machen, und nicht Bescheid zu geben. Das geht natürlich nur, solange ich den momentanen Zustand noch einigermaßen geheim halten kann.

Ich habe für mich beschlossen, dass ich die Stelle, für die ich mich beworben hatte, nicht annehmen werde, sollte sich der Verdacht auf Narkolepsie bestätigen. Auch wenn ich das Geld dringend bräuchte (meinem Mann geht es wieder schlechter), befürchte ich einfach, dass ich die Einschlafattacken auf Dauer nicht verbergen könnte. Das wäre bei dem Posten einfach zu peinlich.
Allerdings werde ich dann eine andere Begründung angeben. Bild, tja aber welche?

Zwar bin ich im öffentlichen Dienst und mir kann nicht so einfach gekündigt werden.
Aber was passiert denn, wenn ich die Krankheit verschweige, es aber immer schlimmer wird (den Eindruck hab ich zurzeit) und ich immer öfter einschlafe, es irgendwann auch auffällt? Kann mir dann daraus ein Strick gedreht werden, weil ich nichts gesagt habe?

Allerdings trau ich mich zu behaupten, dass ich trotz Nickerchen zwischendurch durchaus gute Arbeit leiste (auch wenn ich zwischendurch mal im Forum schreibe Bild)

Leonmami hat geschrieben:Die Narko ist so vielseitig.Ich möchte damit sagen,dass jeder einzelne eine eigene Symthomatik hat.
Es gibt denke ich,keine Schablone für diese Erkrankung.
Bei mir sind Kataplexien dann present,wenn ich übermüdet bin,oder Schlafdefizit.Auch Stress .Selten falle ich ganz zu Boden.Meistens ist es wie ein leichtes einknicken,dass ich noch abfangen kann.Ein guter Witz dagegen kann mir nichts anhaben.Dafür Angst und Eskalation.
Also ist Sternenbandes Einschätzung doch nicht ganz richtig.

Ach, es wird Zeit, dass ich endlich irgendwas erfahre.

Stell ich mich bloß an?
Werde ich alt und kann einfach nicht mehr so wie früher?
Sorry, aber ich bin grad in einer ganz peinlichen Selbstmitleidsphase.Bild

Leonmami hat geschrieben:Eine unausreichende Untersuchung im Schlaflabor im Städtischen Klinikum liess mich wieder viele Jahre im Ungewissen.
Dort durfte ich eine Nacht lang nicht schlafen(HÖLLE),damit am nächsten Morgen ein Schlafentzugs EEG gemacht werden konnte.Und dann musste ich in so farbige Lampen kucken und sagen was das mit mir macht.So ein Spauz! ...
Als unauffällig entlassen mit der Empfehlung eine Psychotherapie zu machen.

7 Jahre hab ich mich so durch den Tag und Dienst gemogelt.Kaffee,Coffeintabletten und Tradon-ein Medikament,dass nicht mir verordnet wurde aber eine Zeitlang half.
Mein Gott Leonmami, du hast da ja einiges hinter dir. Und dann 7 Jahre durchmogeln. Bild

Ich denke, das ist das Schicksal vieler Narkoleptiker, dass sie jahrelang damit leben müssen, ohne zu wissen, was eigentlich los ist. Aber dass bei dir die Diagnose im Schlaflabor nicht richtig gestellt wurde, ist schon heftig.

Kommt denn so was oft vor?

Leonmami hat geschrieben:Dann kam der Tag, an dem ich in der Fussgängerzone beim Fahren einschlief. :!:
Mein Mann (auch Strabfahrer)kam mir entgegen und klingelte mich wach.Und Gott steh mir bei,diese Fahrt hat niemanden gefährdet :!:
Ich hab mich sofort ablösen lassen ,und dann einem Neurologen (der 10.te inzwischen)die Pistole auf die Brust gesetzt!
Wahnsinn, dass erst so was passieren musste, bis du ernst genommen wurdest. Bild
Leonmami hat geschrieben:Ich hab jetzt viel geschrieben,sorry,aber ich wollte Dir und anderen Verunsicherten damit darstellen,wie tückisch und schwer nachvollziehbar so eine Narko sein kann.Und eine sichere Diagnose nur mit Schlaflabor gestellt werden kann!
Ich bin dir sehr dankbar, dass du deinen Leidensweg so ausführlich beschrieben hast Leonmami.
Ganz gleich, ob ich nun Narkolepsie habe oder nicht, ich fühle mich dadurch sehr ernst genommen.
Außerdem ist mir vieles noch so neu und ich möchte euch kennenlernen und ein bisschen für euch dasein dürfen.

Na ja, zurzeit bin ich allerdings noch in der „Selbstmitleidsjammerphase“. Bild

Leonmami hat geschrieben:Jetzt,4 Jahre später und inzwischen mit Mann und Sohn Leon sieht die Welt etwas geordneter aus.Mein ungeliebter Job ist derzeit in Stundenbasis gut zu bewältigen.Doch nach dem Erziehungsurlaub gibt es wieder eine "neue alte "Situation.
Ich wünsch dir ganz viel Glück dafür Leonmami.

Vielen Dank für euer Verständnis und das Mut machen.

Bussal
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Ich hatte mich grade hingelegt, da fragte eine Stimme: „Was ist der Sinn des Lebens?“
Und ich antwortete: „Mach jetzt bloß keinen Stress.“

Shaun
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Shaun » Di Sep 23, 2008 10:34 am

Hallo Giselle,
ich denke Du musst Dich einfach dringend untersuchen lassen im Schlaflabor um Gewissheit zu haben.
Es ist zwar so, daß Narkolepsie in jüngeren Jahren "anfängt" (oder sagen wir mal so, die Symptome beginnen) aber es ist sicherlich ganz und gar nicht ungewöhnlich, dass Du jetzt erst mit über 40 die Diagnose bekommst. Da die Krankheit eher unbekannt ist, gibt es eine sehr hohe Dunkelziffer an Erkrankten, da bin ich mir sicher.
Ich war 1x auf einer Jahrestagung und da waren erstaunlich viele Ältere, tlw. auch schon Rentner, die erst seit ein paar Jahren und nach einem langen Leidensweg wissen, WAS sie eigentlich haben und DASS sie tatsächlich krank sind.
Jetzt gibt es vielleicht zunehmend auch jüngere Menschen, die schon wissen dass sie Narko haben, weil in den letzten Jahren auch schon ein paar mal in den Medien darüber berichtet wurde. Ich denke aber vor 20 Jahren hat kein normaler Mensch gewusst und geahnt, dass es so eine Krankheit gibt.
Und ich denke daß viele Ältere sich im Nachhinein an frühere Symptome erinnern können, die sie damals aber halt so hingenommen und nicht hinterfragt haben.
Ist das bei Dir auch so?

Das erste was ein Arzt Dir sagen wird ist mit Sicherheit, dass Du Deinen Lebenswandel und Schlaf-Wach-Rythmus ändern musst!
Aber wie gesagt, lass Dich erst mal gründlich untersuchen...

Viele Narkos können übrigens nachts nicht oder nur schlecht schlafen! Ich gehöre gottseidank nicht dazu, aber habe hier im Forum schon einiges dazu gelesen.
Und Deine Hallu-Beschreibung hört sich doch auch sehr nach Narko an!

Alles Gute,
Shaun

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Narki » Di Sep 23, 2008 12:12 pm

Hallo Giselle

Meistens werden die Symptome von den Betroffenen erst einmal als Eigenheit wahrgenommen. Erst durch äussere Einflüsse können sich die Symptome verstärken oder weitere Symptome dazukommen. Von diesem Moment an realisiert der Betroffene, dass etwas nicht mehr stimmt. Häufig fällt diese Veränderung in die Pubertätsphase, aber auch nach einer Schwangerschaft oder grosser Belastung.
Aber: wie Shaun geschrieben hat, liegen zwischen den ersten kleinen Anzeichen der Narkolepsie und dem Zeitpunkt der Diagnose bis zu 40 Jahren!!

Wir sind hier keine Ärzte und können auch keine Diagnose liefern. Dennoch habe ich einige deiner Aussagen zusammengetragen und stelle sie Dir in Kontrast zur Beschreibung der Narkolepsie. Urteile selber...

Du schreibst:
Warum fällt es mir so schwer, mich tagsüber wachzuhalten?
Warum kann ich aber nachts nicht schlafen?
1. Tagesschläfrigkeit
Tagesschläfrigkeit ist entweder ständig vorhanden oder tritt in Form anfallsartiger Einschlafattacken von meist nur wenigen Minuten Dauer auf. Häufig kann ein Schläfchen von 15 bis 30 Minuten die Schläfrigkeit der nächsten paar Stunden beseitigen.
In unterschiedlichen Abständen kehrt die Müdigkeit mehrmals pro Tag zurück. Dieser Rhythmus erinnert an den etwa 4-stündigen Schlaf-Wach-Rhythmus des Neugeborenen. Wenn keine Möglichkeit besteht einige Minuten zu schlafen, verstärkt sich die Einschlafneigung und wird unwiderstehlich.
Kommt ein Narkoleptiker nicht zu seinem erforderlichen Schlaf, so fällt er für kurze Momente in einen Halbschlaf. Dann werden geistesabwesend unsinnig erscheinende Handlungen ausgeführt.
Du schreibst:
Im März diesen Jahres fiel ich dann mal komplett in mich zusammen. Ich war bei Freunden, wir hatten einen wunderschönen Abend zusammen und ich hatte auch drei Gläser Rotwein getrunken. Es hat eine ganze Zeitlang gedauert (knapp 10 Minuten, wie mir meine Freunde danach sagten), bis ich wieder reagieren konnte. Zwar bekam ich mit, wie ich von meinen Freunden angesprochen wurde, aber es war mir nicht möglich, mich zu bewegen oder zu antworten.
Allerdings frage ich mich, was ist es dann, dass mir ständig Dinge aus der Hand fallen, dass mir immer wieder die Knie „schwach“ werden?
2. Kataplexie
Kurzandauernde und plötzliche Erschlaffung der Gesichts-, Arm- oder Beinmuskulatur. Der Körper des Narkoleptikers fällt in die REM-Phase. Man spricht von einem "affektiven Tonusverlust", weil diese Anfälle meistens durch eine Gemütsregung ausgelöst werden. Je nach Schweregrad eines Anfalls führt die Erschlaffung zu undeutlichem Sprechen oder Stimmverlust, zum Fallenlassen eines Gegenstandes, zu einem Weichwerden der Knie oder zum vollständigen Zusammensinken.
Das Bewusstsein ist bei einer Kataplexie nicht beeinträchtigt.
Du schreibst:
Ich habe manchmal den Eindruck, jemand ist im Zimmer, ich spür und hör ihn (es ist immer ein Mann) manchmal, seh ihn aber nicht. Manchmal denke ich, ich werde schön langsam wahnsinnig. Es ist anders als „träumen“, aber doch nicht real. Fast schon so, als wär da ein Geist.
3. Hypnagoge Halluzination
Im Gegensatz zu normalen Schläfern beginnen die Schlafepisoden von Narkoleptikern mit dem REM-Schlaf. Beim Einschlafen können sich Inhalte des REM-Schlafs (Verlust der Muskelspannung, Traumwahrnehmungen) mit dem Wachbewusstsein vermischen und überlappen. In diesem Zustand kann der Betroffene nicht klar erkennen, ob er wach ist oder schläft.
4. Schlaflähmung
Bei intensiven Träumen fällt der Betroffene in eine Schlaflähmung, eine sogenannte Schlafparalyse. Er möchte aufstehen, das Licht anzünden – doch der Körper ist in der Muskelerschlaffung des REM-Schlafs gefangen. Dieses Phänomen kann beim Einschlafen oder beim Erwachen auftauchen. Der Narkoleptiker will wach werden, doch der Schlaf lässt ihn nicht los.
Du schreibst:
Nur – auch wenn ich noch so müde bin, nach spätestens 2 – 4 Stunden (eher nach 2) wache ich auf.
5. Gestörter Nachtschlaf
Der gestörte Schlaf in der Nacht kann als Weiterführen des 4-stündigen Ruhe-Aktivitätsrhythmus angesehen werden. Typisch ist ein abruptes Erwachen ohne ersichtlichen Grund. Der Narkoleptiker ist hellwach und angeregt, verrichtet mitten in der Nacht irgendeine Arbeit oder bringt seine Ideen und Gedanken zu Papier.
Die Beschreibung findest Du auch auf der Homepage der SNaG http://www.narcolepsy.ch, dort unter der Rubrik "Was ist Narkolepsie?"

Ich denke, Du musst unbedingt dranbleiben. Denn auch wenn eine Diagnose im ersten Moment so unabänderlich scheint, sie ermöglicht Dir aber auch, Dich damit auseinanderzusetzen und deinen Weg zu finden.

Gruss,
Narki

Bobby68
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Bobby68 » Di Sep 23, 2008 3:36 pm

So, ich bin auch neu hier !
Und ich weiß - so wie Giselle - auch noch nicht genau ob ich eigentlich hier richtig bin !
Ich hoffe, ihr alle könnt mir dabei helfen ! Termin für´s Schlaflabor steht nämlich im Moment noch aus, ich muß erst noch die Ergebnisse des Endokrinologen abwarten. Erst danach - so hats mir mein Neurologe empfohlen - soll ich dort hin...
Warum ich das schreib ? Weil Schilddrüse schon zweimal gecheckt wurde, weil zwei Langzeitzuckertest´s kein Ergebnis brachten, und weil ich langsam durchdrehe !!!!

Meine Odysee begann im Januar ´08. Zuerst war ich bei nem Neurologen, dann zur CT, dann beim Augenarzt und und und ...
Der Neurologe war der Meinung ich hab Migräne ... gut - ich gab mich damit zufrieden, auch wenn ich nicht typische Migräne zu haben schien.
Ab März wurden dann meine "Beschwerden" immer schlimmer.
Ich war permanent abgeschlafft, ich war oft müde, egal ob ich bald ins Bett ging, oder nicht, und ich kann mich zu nix mehr aufraffen.
Irgendwann ging ich zu nem Internisten - der untersuchte alles - meine Blutwerte (incl. Mineralstoffe) waren bestens. Seine abschließende Diagnose: "Gehen sie früher ins Bett!"
haha ! ich wusst in dem Moment nicht mehr was ich drauf sagen sollte.

Ok, ich schob dann anfangs auch so ein wenig meine Schlafstörungen auf meinen Job. Er ist ab März bis Oktober stressig, da ich als Kontrolleur im Verbraucherschutz tätig bin, und vor allem saisonbedingt mehr arbeiten muß. Außerdem bin ich noch nebenbei Trainer, und gebe zwei mal in der Woche Cardio Trainingsstunden.

Also hatte gleich all mein Umfeld eine passende Antwort: Du hast zuviel Stress, du hast zuviel um die Ohren, du leidest an burn out ...
Glaubt ich aber nicht... denn bei burn out gefällt einem seine arbeit nicht, aber ich mag meinen job sehr, und ich hab spaß und erfüllung dabei.
zuviel stress .... kann ich auch nicht haben, ich hab früher noch mehr nebenbei gemacht.

Aber wie kann es sein, das ich einfach tagsüber einschlafe ? Ich steh in meinem Job einer Frau gegenüber mit der ich mich dienstlich unterhalte. Eine interessante Unterhaltung sogar, und plötzlich guckt sie mich komisch an ...
Ich hab dann auch komisch geguckt, und frag sie was jetzt war ... Sagt sie, das ich auf einmal nur noch unverständliches wirres zeug geredet hab ...
Peinlich !
Ein paar Tage später sitz ich im Büro meinem Kollegen gegenüber, und merk wie ich immer mehr anfang undeutlich zu sprechen, und find die wörter nicht mehr...
hallo ? und er sagte mir dann, das ich eingeschlafen bin.

und gerade das mit dem sprechen - das hab ich schon länger...
ich bin sonst ein mensch der viel spricht und erzählt, und schon seit längerer zeit sagen z.B. meine freunde :"ey, mit dir is ja nix mehr los, du bist ja nur noch ruhig!"
Oder wenn wir zusammen sitzen mit freunden, und ich erzähl was, brauch ich manchmal ewig um nen satz zu ende zu bringen. meine frau hat mir dann schon öfter mal so nen leichten schlag auf den hinterkopf gegeben, so nach dem motto :"spuck endlich aus, was du sagen willst !"

Autofahren ... für mich früher kein problem - auch nachts nicht. mittlerweile sitz ich 10 minuten hinter dem lenkrad und dann weiß ich nicht mehr wie ich heimgekommen bin....

es ist auf jeden fall zum kotzen ! ich kann mich nicht mehr konzentrieren, ich kann mir überhaupt nichts mehr merken, und weiß nicht mehr was ich tun soll.
Das seltsame daran ist, das ich das ja nicht jeden Tag hab.
Und ja auch erst seit "kurzer" Zeit.
Ach ja, was mir noch auffällt... ich bin im moment wieder extrem müde. Ich geh um ca. 22.15 bis 22.30 schlafen, und wache zwischen 1 und 2 uhr nachts auf. nicht immer. aber oft.
und obwohl ich dann doch relativ schnell wieder einschlafe, bin ich am nächsten tag einfach nur noch gerädert. Ich höre auch überhaupt keinen wecker mehr. ich schlaf dann früh einfach nebem dem wecker der so laut klingelt, das man eigentlich aus dem bett fallen müsste. aber ich nicht...
normalerweise müsst ich versuchen spätestens um 5.45 Uhr aufzustehen, und die zeit die ich dann geschlafen hätte müsste ja auch ausreichen für mich, aber wie gesagt, ich hör keinen wecker. keinen der 4 !

ich weiß auch nicht, ob ich nun will das ich narkolepsie hab, oder besser doch nicht, oder woran es sonst liegt, das ich nur noch müde bin. ich weiß nur, das ich bald nicht mehr weiß, was ich tun soll um diese müdigkeit in griff zu bekommen !
vielleicht könnt ihr mir ja mal verraten, ob ihr schon immer müde ward, oder ab welchem alter bei euch die ersten anzeichen auftraten, und ob man das auf einmal mit voller wucht hat, oder ob es sich langsam anbahnt, und die störungen immer schlimmer mit der zeit werden.
vielen Dank einstweilen !
Grüßle !

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Narki
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Narki » Di Sep 23, 2008 4:56 pm

Hallo Bobby68!

Erst mal ein herzliches Hallo hier im Forum :lol:

Du schreibst:
Aber wie kann es sein, das ich einfach tagsüber einschlafe ? Ich steh in meinem Job einer Frau gegenüber mit der ich mich dienstlich unterhalte. Eine interessante Unterhaltung sogar, und plötzlich guckt sie mich komisch an ...
Ich hab dann auch komisch geguckt, und frag sie was jetzt war ... Sagt sie, das ich auf einmal nur noch unverständliches wirres zeug geredet hab ...
Peinlich !
Ein paar Tage später sitz ich im Büro meinem Kollegen gegenüber, und merk wie ich immer mehr anfang undeutlich zu sprechen, und find die wörter nicht mehr...
hallo ? und er sagte mir dann, das ich eingeschlafen bin.


In der Beschreibung der SNaG heisst es:
Wenn keine Möglichkeit besteht einige Minuten zu schlafen, verstärkt sich die Einschlafneigung und wird unwiderstehlich.
Kommt ein Narkoleptiker nicht zu seinem erforderlichen Schlaf, so fällt er für kurze Momente in einen Halbschlaf. Dann werden geistesabwesend unsinnig erscheinende Handlungen ausgeführt.
Einige Patientenorganisationen sehen darin ein eigenes 6. Symptom der Narkolepsie: das automatische Verhalten!

Die DNG beispielsweise beschreibt es so:
Automatische Handlungen
stehen im ursächlichen Zusammenhang mit den Schlafattacken tagsüber. Sie sind das Symptom, welches die gefährlichsten Situationen für die Narkoleptiker heraufbeschwört. Automatische Handlungen entstehen immer dann, wenn der Betroffene versucht in einer Schlafattacke seine Tätigkeit fortzusetzen.

Er führt die Handlung weiter, ohne aber auf sich ändernde Umstände einstellen zu können, weil er sie nicht wahrnimmt oder falsch reagiert. Besonders gefährlich wird es, wenn zusätzlich das Gehirn Traumbilder vorgaukelt, auf die eine der Realität nicht entsprechende Reaktion ausgelöst wird.

Als typische Beispiele mögen herhalten:

* Der Eingeschlafene geht weiter. Er kommt dabei aus der sicheren Richtung und tritt vom Gehsteig auf die Straße (selbst erlebt) oder an einer gefährlichen Stelle vom Wanderweg.
* Ein Arbeiter führt seine Handlungen mit einer gefährdenden Maschine (z.B. Säge) weiter.
* Ein Autofahrer fährt weiter, obwohl er merkt, dass eine Schlafattacke droht.

Ungefährlich aber wenig erfreulich ist das Fortführen einer Handlung unter sicheren Umständen:

* Schreibarbeiten werden fortgesetzt. Die Handschrift wird so unleserlich, dass sie nachher von keinem mehr gelesen werden kann oder es stehen völlig zusammenhanglose Worte da.
* Die Schrift bricht mitten in der Unterschrift ab und endet mit einem Strich nach unten über die Seite hinaus (habe ich mir nicht nur einmal geleistet).
* Gegenstände werden völlig unsinnig abgelegt, werden später völlig verzweifelt gesucht und tauchen schließlich an Stellen auf, wo sie niemand vermuten würde.
* Beim Kochen werden Zutaten oder Gewürze verwechselt (der Alptraum jeder Hausfrau).
* Beim Vortrag redet der Referent plötzlich über Vorgänge, die mit dem Sachverhalt überhaupt nichts zu tun haben, weil er aus einem Traum erzählt, der vor seinem inneren Auge abläuft (habe ich fertiggebracht, als ich über geänderte Rechtsvorschriften vor meinen Mitarbeitern sprach und von deren Gelächter geweckt wurde).
hier der Link dazu: http://www.dng-ev.de/artikel/narkolepsie/symptome.html

Du schreibst:
ich weiß auch nicht, ob ich nun will das ich narkolepsie hab, oder besser doch nicht, oder woran es sonst liegt, das ich nur noch müde bin. ich weiß nur, das ich bald nicht mehr weiß, was ich tun soll um diese müdigkeit in griff zu bekommen !


Aus meiner eigenen Geschichte weiss ich, dass man einerseits hofft, keine Narkolepsie zu haben, andererseits aber endlich(!) wissen möchte, woran man ist.

Aber schlussendlich eröffnet die Diagnose auch neue Möglichkeiten:
- Gewissheit, nicht irre zu sein
- neues Verständnis für sich selber
- Anpassung der Schlafzeiten
- unterstützende medikamentöse Massnahmen
- und falls man an ein Treffen geht, lernt man ganz nette andere Narkis kennen...


Gruss,
Narki

Sternenbande85
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Sternenbande85 » Di Sep 23, 2008 10:49 pm

@Giselle:
Klingt zumindest nach was Neurologischem, wenn dir immer Dinge aus der Hand fallen. Da habe ich an Parkinson gedacht. Kann mir das nur schwer vorstellen, wass mit deinen Händen passiert, dass dir was aus der Hand fällt.
Dass du tagsüber einschläfst ist klar, wenn du nachts nicht schläfst.
Das Gefühl, dass manchmal ein Mann im Raum ist klingt auch eher nach was Psychiatrischem.
Geh einfach weiter zum Arzt und lass das abklären bis man was findet.


@Narki:
Wie muss man sich diesen Halbschlaf vorstellen? Ich merke oft bei kurzen Zugfahrten, wenn ich gegen die Müdigkeit noch ankämpfe oder bei meinem derzeitigen Schulpraktikum, wo ich meist nur hinten in der Klasse rumsitze, dass ich sehr müde werde und irgendwann die Stimmen der Menschen schon gar nicht mehr höre und auch sonst nichts mitbekomme und aufpassen muss, dass mein Kopf nicht runterfällt. Ist das sowas? Ich führe dann aber keine unsinnigen Handlungen aus.

@Bobby68:
Bei mir fing es mit 22 Jahre an. Die Ferien waren vorbei und die Uni fing wieder an. Ich hatte also wie immer sehr viel Stress, diesmal mehr als sonst. Ich wurde krank (Infektion), diese schleppte ich 4 Wochen lang rum und ich wurde müde, immer mehr müde, habe immer mehr geschlafen und konnte immer seltener zur Uni gehen. 12-13 Stunden Schlaf waren irgendwann normal. 3 Monate später hatte ich eine Gehirnentzündung (man hat bei der Abklärung meiner Beschwerden nicht nur eine Narkolepsie festgestellt, sondern auch einen Immundefekt, deswegen wohl die ganzen Infektionen, diese haben also wohl nicht unbedingt etwas mit der Narkolepsie zu tun) und konnte ab da gar nicht mehr aus dem Bett kriechen, weil ich nach 3 Schritten eingeschlafen wäre (aber auch da vermutet man noch eine andere Krankheit, welche der Narkolepsie ähnlich ist, die Testergebnisse sind nur noch nicht da). Von da an musste ich mich täglich spätestens 6 Stunden nach dem Aufstehen wieder hinlegen und habe bis nachts geschlafen. Erst ab da wurde es richtig schlimm und ich habe gemerkt, dass ich wirklich krank bin.
Vorher galt ich ab dem Jugendalter zwar als Schlafmütze und habe in den Ferien und am Wochenende immer rund 12 Stunden geschlafen und unter der Woche auch 8-10, aber ich galt ansonsten als unauffällig.


Grüsse Sandra

bobby
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von bobby » Mi Sep 24, 2008 6:39 am

Hi Sternenbande85 :)

zu Deiner gemachten Aussage zu Giselles Symptomatik bin ich nicht Deiner Auffassung.
Sternenbande85 hat geschrieben:@Giselle:
Klingt zumindest nach was Neurologischem, wenn dir immer Dinge aus der Hand fallen. Da habe ich an Parkinson gedacht...
(1) Narkolepsie ist auch was "Neurologisches".
(2) Kataplexien (=kurzzeitiger Tonusverlust der [Halte-] Muskulatur]) können auch nur in den Händen auftreten (oder auch andere Körperpartien), sodass Giselles beschriebene Problematik durchaus auf Kataplexien zutreffen kann. Parkinson kann ich mir weniger vorstellen, da Giselle dann auch unter relativ starkem Zittern der Gliedmaßen leiden müsste. Außerdem würde bei Parkinson dieses Problem nicht "schlagartig" auftreten und genau so schnell wieder verschwinden. Das sieht eher nach K. aus :roll:.
Sternenbande85 hat geschrieben:...Dass du tagsüber einschläfst ist klar, wenn du nachts nicht schläfst.
Ist nicht - unbedingt schlüssig. Nicht jeder der müde ist, schläft deswegen tagsüber auch ein. Es ist ein Unterschied, ob man unter "Tagesmüdigkeit" leidet oder zusätzlich unter imperativen Schlafattacken, die es einen unmöglich machen wach zu bleiben. Diese imperativen Schlafattacken kommen zum Beispiel bei idiopathischer Hypersomnie nicht vor, obwohl die Personen auch extrem müde sind :shock:.

Sternenbande85 hat geschrieben:...Das Gefühl, dass manchmal ein Mann im Raum ist klingt auch eher nach was Psychiatrischem.
Geh einfach weiter zum Arzt und lass das abklären bis man was findet.
Zur Symptomatik der Narkolepsie gehören auch die hypnagogen (=beim Einschlafen) und/oder hypnopompen (=beim Aufwachen) Halluzinationen. Es handelt sich hierbei um direktes Symptom des - schwer - gestörten Schlafes, da, obwohl der Betroffene noch gar nicht wirklich schläft (bzw. wach ist), er Teile von Traumbildern in die reale Welt mit rüber nimmt. Gerade eine Halluzination, die einem "vorgaukelt", dass ein Mann/Monster/Irgendwas im Schlafzimmer steht, ist bei Narkoleptikern alles andere als selten. Als "Traumbilder" müssen keine optischen Halluzinationen, sondern gehören akustische oder auch haptische Halluzinationen dazu, die einzeln oder gemeinsam auftreten können. Ganz besonders unangenehm ist eine solche Halluzination, wenn sich diese mit einer Schlafparalyse (=Schlaflähmung) kombiniert auftritt, d.h. der Betroffene zwar etwas sieht/hört/fühlt/riecht, aber sich - bis auf die Augen - nicht bewegen kann :?. Das ist der Grusel pur.
Ich möchte hierbei anmerken (also für diejenigen, die nicht wissen können was eine Schlaflähmung ist), dass es hier nicht darum geht, nicht einfach so aus dem Bett zu kommen, sondern die objektive Unmöglichkeit auch nur den kleinen Finger zu bewegen...

Sofern die Diagnose N. im Raum steht, sollte derjenige oder diejenige dass dem Arzt, der die Anamnese macht, unbedingt sagen :!:.

Viele Grüsse

Bobby :)
D 2018: Trump - der Wahnsinn in blond :lolno:

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Giselle » Mi Sep 24, 2008 4:50 pm

Hallo Bobby68 Bild,

schön, dass du auch hierhergefunden hast.
Warten wir gemeinsam auf unser Ergebnis.

Also ich habe beschlossen, dass ich hier durchaus richtig bin - ob mit oder ohne Narkolepsie.
Auf alle Fälle sind hier fast alle sehr verständnisvoll und erklären sehr ausführlich, was da mit uns passiert.
Ich fühl mich grad nicht mehr so allein damit.

Ich hoffe, die geht es hier auch so Bobby68.
Ich wünsche dir alles Gute und toitoitoi.



Liebe Shaun, lieber Bobby, lieber Narki,

vielen Dank für euer Verständnis und eure ausführlichen Ausführungen.
Ich fange an zu verstehen, weshalb mein Neurologe bei mir auf Narkolepsie getippt hat.
Hm - na ja, abwarten und Tee trinken. Oder wohl besser Kaffee, um wachzubleiben. :D

Bussal
Giselle
Ich hatte mich grade hingelegt, da fragte eine Stimme: „Was ist der Sinn des Lebens?“
Und ich antwortete: „Mach jetzt bloß keinen Stress.“

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von bobby » Do Sep 25, 2008 7:16 am

Hi Bobby68 :)

nicht nur, dass Du fast den selben Nickname, wie meiner einer benutzt ;). Mir sind noch weitere Ähnlichkeiten aufgefallen:
Bobby68 hat geschrieben:...Das seltsame daran ist, das ich das ja nicht jeden Tag hab....
Dies war bei mir - früher - auch so. Doch seit ungefähr acht Jahren kann ich das nicht mehr sagen. Nun gibt es "gute" und "weniger gute" Tage, d.h. die Symptome sind allgegenwärtig, aber nicht jeden Tag gleich stark :roll:. Davor kannte ich das auch. Daher dachte ich (wenn's mir gut ging) von mir selbst, dass ich manchmal einfach nur irgendwie lethargisch sei und mir wohl auch vieles nur einbilde :roll:.
Bobby68 hat geschrieben:...Und ja auch erst seit "kurzer" Zeit...
Das habe ich eine zeitlang auch gedacht, doch war es schon auffällig, dass ich früher schon immer sehr lange geschlafen habe (so um die 10 Stunden/Nacht) und ich eine halbe Ewigkeit und sehr viel Kaffee "aus dem Quark kam" :|.
Bobby68 hat geschrieben:...Ach ja, was mir noch auffällt... ich bin im moment wieder extrem müde. Ich geh um ca. 22.15 bis 22.30 schlafen, und wache zwischen 1 und 2 uhr nachts auf. nicht immer. aber oft...
Das ist der zerhackte Nachtschlaf. Der ist typisch für Narkolepsie und eine Folge des mehr und mehr zerfallenden circadianen Tagesrhythmus (=24 Std.-Tag).
Bobby68 hat geschrieben:...und obwohl ich dann doch relativ schnell wieder einschlafe, bin ich am nächsten tag einfach nur noch gerädert...
Ich habe aus dem "Fluch" eine Tugend gemacht und freue mich bei der Betrachtung des Weckers mitten in der Nacht, dass ich noch nicht aufstehen muss ;). So vermeide ich mich aufzuregen, da das eine Adrenalinfreigabe erzeugen würde und ich dann unmöglich wieder einschlafen könnte. So, schlafe ich (fast immer) innerhalb von Sekunden wieder ein :).
Bobby68 hat geschrieben:...Ich höre auch überhaupt keinen wecker mehr. ich schlaf dann früh einfach nebem dem wecker der so laut klingelt, das man eigentlich aus dem bett fallen müsste. aber ich nicht...
normalerweise müsst ich versuchen spätestens um 5.45 Uhr aufzustehen, und die zeit die ich dann geschlafen hätte müsste ja auch ausreichen für mich, aber wie gesagt, ich hör keinen wecker. keinen der 4 ! ...
Bei mir ist die Lautstärke (auch) völlig irrelevant. Zurzeit nehme ich mein Handy als Wecker, in dem ich es in den "Brummel-Modus" leise stelle und auf das Nachttischchen lege. Das brummelnde Geräusch - auf der Holzplatte - ist so nervtötend, obwohl nicht laut, dass ich davon sofort wach werde. Vorher habe ich es mit diversen Weckern probiert - ohne Erfolg.
Bobby68 hat geschrieben:...ich weiß auch nicht, ob ich nun will das ich narkolepsie hab, oder besser doch nicht, oder woran es sonst liegt, das ich nur noch müde bin. ich weiß nur, das ich bald nicht mehr weiß, was ich tun soll um diese müdigkeit in griff zu bekommen !
Mit Kaffee oder Tee wird es nicht gehen. Da müssen, sofern es keine externen Ursachen sind, wohl mit relativ starken Medikamenten nachgeholfen werden :?.
Bobby68 hat geschrieben:...vielleicht könnt ihr mir ja mal verraten, ob ihr schon immer müde ward, oder ab welchem alter bei euch die ersten anzeichen auftraten, und ob man das auf einmal mit voller wucht hat, oder ob es sich langsam anbahnt, und die störungen immer schlimmer mit der zeit werden.
Tja, früher hätte ich gesagt, dass mit 24 Jahren die ersten imperativen Schlafattacken aufgetreten sind. (Leicht!) müde war ich wohl schon ein paar Jahre zuvor, wobei die Tagesmüdigkeit kaum störend war, ausser in den Abendstunden. Kataplexien kamen sehr sehr selten vor, so dass ich nicht genau weiss, wann es begann; ich vermute so ab 20 Jahren. Dazu muss gesagt werden, dass ich als kleines Kind (nicht mehr als Jugendlicher?!) beim Lachen sofort alle Sachen aus den Händen gelegt habe, da ich diese nicht mehr halten konnte. Dabei hatte ich (also nur als Kind) ein Kribbeln in den Händen, was ich so nicht mehr kenne.
Ansonsten kam bei mir die Narkolepsie so langsam "angegkrochen", dass ich e w i g gedacht habe, dass alles noch normal sei (was es nicht war). Mit 30 Jahren war die Tagesmüdigkeit und vor allem das Auftreten der imperativen Schlafattacken (fast) zur alltäglichen Problematik geworden... :|.
Heute habe ich mind. dreimal am Tag eine imperative Schlafattacke, die Tagesmüdigkeit ist ohne Medikamente nicht mehr in den Griff zu bekommen. Heute lebe ich mit meiner Frau (=auch Betroffene!) in einem Doppelnarkoleptikerhaushalt - da geht es schon manchmal ziemlich chaotisch zu ;) 8). Aber wir beide sind berufstätig und unterstützen uns gegenseitig wo wir können.

Auch wenn manche Tage wirklich Anlass zur Verzweifelung geben können - den (Lebens-) Mut nicht aufgeben. Das Leben ist auch mit N. schön :).

Viele Grüsse

Bobby :)
D 2018: Trump - der Wahnsinn in blond :lolno:

Shaun
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Shaun » Do Sep 25, 2008 8:38 am

Guten Morgen und herzlich willkommen Bobby68!

Du hast geschrieben, daß Du im Gespräch mit anderen auf einmal eingeschlafen bist bzw. wirres Zeug geredet hast. Das kenne ich auch, also diesen Zustand der irgendwo zwischen Schlaf und Wach zu sein scheint. Ich nenne das dann immer "Blackout". Komische Sachen rede ich dabei eigentlich nicht, vielmehr rede ich dann gar nicht mehr. :wink: Aber ich kann mir vorstellen daß das peinlich ist...und DAS passiert einem Nicht-Narkoleptiker nicht!! Andere sind trotz eines hohen Schlafdefizits noch einigermaßen in der lage, wach zu bleiben. Bei einer langweiligen Konferenz ist das natürlich was anderes---da schlafen auch schon mal Kollegen ein :D

Ich gehe ungefähr um die gleiche Zeit wie Du ins Bett und bin nachts auch 1-x mal kurz wach, aber kann eigentlich meistens gleich weiterschlafen. Außer es beschäftigt mich etwas oder ich habe Stress, dann liege ich auch mal wach, aber das geht anderen sicher auch so.
Vor nicht allzu langer Zeit konnte ich immer durchschlafen, 9-10 stunden lang! Und das war auch schon als Kind so und ich war bekannt dafür daß ich ja sooo gut schlafen könnte usw...TOLL! :|
Ich habe als Kind auch oft mal ein "Mittagsschläfchen" gemacht wenn wir zu besuch irgendwo waren und im Auto und auf dem Sofa bin ich auch oft eingenickt. Aber irgendwie hat da niemand eine chronische Krankheit dahinter vermutet.
Schade insofern, als dass mir auch einige Blamagen und eine "Odysee" erspart hätte bleiben können. Ich habe die Diagnose erst mit 24 bekommen, nachdem ich Schulzeit und Studium mal besser, mal schlechter, überstanden habe.

Insofern musste ich etwas schmunzeln als Du schriebst "meine Odysee begann im Januar '08" !!! :lol: Nichts für ungut, es freut mich für Dich, wenn Du so schnell wie möglich weisst, was Du hast und was Du tun kannst. Aber die meisten hier haben - glaube ich - eine Odysee von mehreren Jahren ohne Diagnose hinter sich!!!
(Is nicht böse gemeint, gell?)

Konzentrationsprobleme habe ich auch oft, v.a. natürlich wenn ich länger nicht mehr schlafen konnte.
Die Wecker-Problematik kenne ich nicht, ich werde eigentlich normal wach vom Wecker. Allerdings stehe ich nicht annähernd so früh auf wie Du!
Das wäre mein Horror!
Ich brauche nämlich schon im Idealfall 9-10 Stunden Schlaf und wenn ich morgens bis mind. 8 oder 9 Uhr schlafen könnte (unabhängig von der Zeit des Zubettgehens!) ginge es mir am Besten.
Die Schlafphase morgens zwischen 6 und 8 Uhr scheint für mich sehr wichtig zu sein, mehr oder weniger egal wann ich abends ins Bett gehe. Das ist mir schon immer aufgefallen. Muss ich mal um 6 oder 7 aufstehen bin ich dermaßen kaputt den ganzen Tag, schlimm.
Meine Theorie ist, dass ich in dieser Zeit noch einmal eine wichtige Schlafphase nachhole, und da bei uns Narkos die Phasen "verschoben" sind dauert es in Summe länger bis wir alle nötigen Schlafphasen durchlebt haben. So zumindest erkläre ich mir das, ich hoffe das ist auch wissenschaftlich halbwegs plausibel :?:

Ich wünsch Dir alles Gute und daß Du gut durchkommst bis zu Deiner Untersuchung. Ich hoffe Du wirst so schnell wie möglich ins Schlaflabor überwiesen! Denn nur da kann man eine eindeutige Aussage machen!

LG
Shaun

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Giselle
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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Giselle » Do Okt 02, 2008 9:49 pm

Hallo und guten Abend!

Am Dienstag hatte ich meinen Termin im Schlaflabor, nachdem ich den Termin wegen der Kranheit meines Mannes so lange rausgeschoben hatte.

Tja, ist so ganz anders gelaufen, als ich gedacht habe.
Es war durchaus ein sehr gutes und offenes Gespräch. Die Ärztin und der Arzt, mit denen ich das Gespräch geführt hatte, waren sehr aufgeschlossen und sympathisch.
Aber das weitere Vorgehen, dass sie vorhaben, macht mir etwas Angst.

Fazit: Narkolepsie ist nicht auszuschließen aber sie denken eher an (eine) andere Diagnose(n), was sie aber nicht konkretisiert haben.
Deshalb soll ich unbedingt - so schnell wie möglich - stationär in die Klinik.
Allerdings nicht - wie üblich - zwei Tage, sondern mindestens fünf Tage. Sie haben einiges an zusätzlichen Untersuchungen vor. Es können - je nach Ergebnis - auch 2 - 3 Wochen Aufenthalt werden, meinte der Arzt.
Und zwar in der psychiatrischen Abteilung. Bild

Ich muss sagen, das hat mich dann doch umgehauen.
Ich habe sehr ehrlich auf deren Fragen geantwortet. So kam auch meine Depression und die Suizidalität zur Sprache. Sie halten es für notwendig, mich auch hier wieder medikamentös einzustellen. Ich geb zu, ich denke auch, dass es langfristig nicht mehr ohne geht.

Als der Arzt hörte, dass das einzige Mittel, das mir wirklich geholfen hat, der Wirkstoff Moclobemid ist, war ihm sofort klar, dass ich alles andere schon durch habe. Tja stimmt, ich bin ein hoffnungsloser Fall. Bild

Sie wollten sofort einen Termin für den stationären Aufenthalt machen. Aber ich hab mir erst mal Bedenkzeit erbeten.
Zwei Tage hätte ich eingesehen, meinetwegen im Notfall auch fünf Tage. Aber länger geht einfach nicht. Momentan ist es zwar etwas ruhiger in meiner Arbeit, aber das ändert sich bald wieder.

Außerdem, wie bring ich das meinem Mann bei?
Ich habe ihm schon mal angedeutet, dass ich eventuell für zwei Tage stationär in die Schlafambulanz aufgenommen werden soll (mein Neurologe / Psychiater hatte mir das ja schon angedeutet). Er reagiert auf solche Nachrichten immer etwas beleidigt.
Hm, na ja, Recht hat er. Ich könnte mich ja auch zusammenreißen.
Jetzt sind’s plötzlich 5 Tage bis 3 Wochen. Wie soll ich ihm das erklären?
Noch dazu eventuell / höchstwahrscheinlich in der psychiatrischen Abteilung.

Ich fühlte mich durchaus ernst genommen. Die Frage nach Depression habe ich deshalb auch ehrlich beantwortet. Schon aus dem Grund, da ich selber eigentlich überzeugt davon bin, dass die für meine Schlafprobleme verantwortlich ist.
So sahen das die beiden Ärzte vermutlich auch.

Aber deshalb stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie?

Die Klinik hat einen sehr guten Ruf, vor allem was die Psychiatrie betrifft.
Vielleicht könnte mir da wirklich mal geholfen werden.

Allerdings hab ich äußerst schlechte Erfahrungen in einer anderen psychiatrischen Klinik gemacht, weshalb ich einfach Panik habe.
Ich hatte den Eindruck, die Ärzte lassen sich nicht einfach auf stationären Aufenthalt in der Schlafklinik ein und führen dort die entsprechenden Untersuchungen durch, ohne die Depression im Auge zu haben.
Ich verstehe deren Anlieen ja. Ich finds im Prinzip auch gut, nur können sie die denn nicht auch in der Schlafklinik mit im Auge behalten?

Der Oberarzt der Akutstation der Psychiatrie (in die ich gehen soll) ist doch auch der Oberarzt der Schlafklinik.

Ich hab das Gefühl, das gehört eigentlich gar nicht mehr hierher.
Schließlich ist meine Depression jetzt dermaßen in den Vordergrund gerückt, dass die Verdachtsdiagnose Narkolepsie kaum mehr zählt.

Sehts mir bitte trotzdem nach, wenn ich drüber schreibe.
Ich brauch grad ein Ventil und vielleicht auch einen Rat. :cry:

Was soll ich bloß tun?
Ich möcht nie wieder "weggesperrt" werden. (Was sie auch nicht vorhaben, aber ich hab halt meine schlechten Erfahrungen).

Danke fürs Lesen und hm, danke dass ihr mein momentanes Jammern hinnehmt. :oops:

Bussal
Giselle
Ich hatte mich grade hingelegt, da fragte eine Stimme: „Was ist der Sinn des Lebens?“
Und ich antwortete: „Mach jetzt bloß keinen Stress.“

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Narki » Fr Okt 03, 2008 6:46 am

Hallo Giselle

Die Frage ist doch:
Hast Du Narkolepsie und als Folge davon eine Depression?
oder
Hast Du eine Depression und als Folge davon Schlafstörungen?

Ein Psychiater hat mir einmal gesagt, dass er bei einer solchen Unklarheit immer zuerst die körperliche Ursache überprüfen lassen würde, da dies mit den heutigen Methoden einfacher und schneller geht. Eine Bestandesaufnahme der Psyche dauert immer länger.

:arrow: Dehalb würde ich an deiner Stelle darauf drängen, zuerst eine Abklärung zum Verdacht auf Narkolepsie zu machen (neurologisch = körperliche Ursache) und erst wenn kein Befund vorliegen sollte eine Abklärung auf Depression.

Gruss,
Narki

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Kyra » Fr Okt 03, 2008 1:56 pm

Hallo Giselle. :)
Giselle hat geschrieben:Hallo und guten Abend!

Am Dienstag hatte ich meinen Termin im Schlaflabor, nachdem ich den Termin wegen der Kranheit meines Mannes so lange rausgeschoben hatte.

Tja, ist so ganz anders gelaufen, als ich gedacht habe.
Es war durchaus ein sehr gutes und offenes Gespräch. Die Ärztin und der Arzt, mit denen ich das Gespräch geführt hatte, waren sehr aufgeschlossen und sympathisch.
Aber das weitere Vorgehen, dass sie vorhaben, macht mir etwas Angst.

Fazit: Narkolepsie ist nicht auszuschließen aber sie denken eher an (eine) andere Diagnose(n), was sie aber nicht konkretisiert haben.
Ich würde erst den Verdacht auf Narkolepsie abklären lassen, und zwar in einer anderen Klinik.
Das wäre meine Meinung dazu.
Erst wenn spezielle Untersuchungen und die Anamnese durch einen erfahrenen Schlafmediziner ergeben, dass es keine Narkolepsie ist, würde ich an deiner Stelle eine andere Behandlung bzw. Untersuchung in Erwägung ziehen.
Giselle hat geschrieben:Deshalb soll ich unbedingt - so schnell wie möglich - stationär in die Klinik.
Allerdings nicht - wie üblich - zwei Tage, sondern mindestens fünf Tage. Sie haben einiges an zusätzlichen Untersuchungen vor. Es können - je nach Ergebnis - auch 2 - 3 Wochen Aufenthalt werden, meinte der Arzt.
Und zwar in der psychiatrischen Abteilung. Bild
Warum denn so schnell wie möglich? Wegen Suizidgefahr?
Ist es wirklich so schlimm bei dir? Den Eindruck hatte ich beim Lesen deiner Beiträge nicht.
Ich habe die Diagnose Narkolepsie, davor habe mir einiges von den Ärzten anhören müssen.
Bitte verlass dich auf dein Gefühl, was richtig für dich ist und lass dich nochmal beraten, das wäre mein Gedanke dazu.
Es sei denn, es wäre auch dein Gefühl, das dir sagt, dass du dringend psychiatrische Hilfe brauchst.
Giselle hat geschrieben:Ich hab das Gefühl, das gehört eigentlich gar nicht mehr hierher.
Schließlich ist meine Depression jetzt dermaßen in den Vordergrund gerückt, dass die Verdachtsdiagnose Narkolepsie kaum mehr zählt.

Sehts mir bitte trotzdem nach, wenn ich drüber schreibe.
Ich brauch grad ein Ventil und vielleicht auch einen Rat. :cry:

Was soll ich bloß tun?
Ich möcht nie wieder "weggesperrt" werden. (Was sie auch nicht vorhaben, aber ich hab halt meine schlechten Erfahrungen).

Danke fürs Lesen und hm, danke dass ihr mein momentanes Jammern hinnehmt. :oops:
Bussal
Giselle
Ein bisschen haben mich deine Schilderungen an meine Geschichte erinnert, und ich hätte jedoch nicht den Mut gehabt, so offen darüber zu schreiben. Ich habe jeden Tag an mir gezweifelt, meine Symptome vor mir verleugnet, und das hatte mir in der Vergangenheit bestimmt nicht geholfen, eine Diagnose zu bekommen.
Depressionen sind ein Teil meiner Erkrankung geworden - leider.

LG
Kyra

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Re: *klopf klopf* Bin ich hier richtig?

Ungelesener Beitrag von Giselle » Fr Okt 17, 2008 11:09 am

Vielen Dank Narki und Kyra für eure Antworten.
Entschuldigt, dass ich bisher nicht näher darauf eingegangen bin, was ich jetzt aber nachholen will.

Narki hat geschrieben:Deshalb würde ich an deiner Stelle darauf drängen, zuerst eine Abklärung zum Verdacht auf Narkolepsie zu machen (neurologisch = körperliche Ursache) und erst wenn kein Befund vorliegen sollte eine Abklärung auf Depression.
Kyra hat geschrieben:Ich würde erst den Verdacht auf Narkolepsie abklären lassen, und zwar in einer anderen Klinik.
Das wäre meine Meinung dazu.
Erst wenn spezielle Untersuchungen und die Anamnese durch einen erfahrenen Schlafmediziner ergeben, dass es keine Narkolepsie ist, würde ich an deiner Stelle eine andere Behandlung bzw. Untersuchung in Erwägung ziehen.
Momentan fehlt mir einfach so verdammt viel Kraft.
Trotz meiner Angst vor der Psychiatrie gehe ich am Montag nun doch in die Klinik.
Ich habe nur Gutes über diese Klinik gehört und da ich das Vorgespräch sehr offen führen konnte, vertrau ich mich ihnen an.

Ich will jetzt endlich wissen, was hinter meinen Schlafstörungen steckt.
Und vielleicht kann mir ja doch auch ein bisschen gegen meine Depression geholfen werden. *hoff*

Vermutlich hängt beides ja tatsächlich zusammen ?!?

Auf jeden Fall werden gleich ab Montag die notwendigen Untersuchungen im Schlaflabor durchgeführt. Nachtschlaf, Tagschlaf, Lumbalpunktion *Angsthab* etc.

Narki hat geschrieben: Die Frage ist doch:
Hast Du Narkolepsie und als Folge davon eine Depression?
oder
Hast Du eine Depression und als Folge davon Schlafstörungen?
Dass ich unter Depressionen leide, weiß ich. Diese Diagnose hatte ich jahrzehntelang erfolgreich verdrängt, bis ich nur noch Suizid als Ausweg gesehen habe.
Narki hat geschrieben:Ein Psychiater hat mir einmal gesagt, dass er bei einer solchen Unklarheit immer zuerst die körperliche Ursache überprüfen lassen würde, da dies mit den heutigen Methoden einfacher und schneller geht. Eine Bestandesaufnahme der Psyche dauert immer länger.
Endlich mal ein Psychiater, der die körperliche Ursache nicht außer acht lässt.
Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man erst mal die Diagnose „Depression“ hat, bei so ziemlich allen Beschwerden das Etikett „das ist psychisch“ übergestülpt bekommt.
Aus dem Grund wurden bei mir leider mehrere Krankheiten erst so spät diagnostiziert, dass eine Operation dann unumgänglich war.

In der Klinik wird jetzt beides berücksichtigt.
Mal was Neues.

Kyra hat geschrieben:Warum denn so schnell wie möglich? Wegen Suizidgefahr?
Ist es wirklich so schlimm bei dir? Den Eindruck hatte ich beim Lesen deiner Beiträge nicht.
Ja, ich bin depressiv-suizidal. Aber ich habe es im Griff, habe mir einige Überlebensstrategien zurecht gelegt, mit denen ich es bisher „geschafft“ habe.
Aber es ist einfach extrem belastend.

Tja, wie „liest“ man Suizidgefahr?
Ich bin – das mag sich jetzt nach einem argen Widerspruch anhören – ein durchaus fröhlicher Mensch, der gerne lacht, der viel Spaß versteht. Ich versuche auch, möglichst diese Seite von mir zu zeigen. Die meisten Menschen können mit Depressionen oder sogar Suizidalität nicht umgehen. Also verschone ich sowohl meine Mitmenschen damit als auch mich dadurch vor „gut gemeinten Ratschlägen".
Allerdings schreibe ich hier im Forum für meine Verhältnisse ungewöhnlich offen von mir.
Sicher hilft mir dabei die Anonymität. Aber vor allem der verständnisvolle und empathische Umgang in diesem Forum hilft mir sehr.

Ich hoffe allerdings, ich gehe mit manchen meiner Schilderungen (z.B. indem ich meine Suizidalität zugebe) nicht zu weit. Falls doch, bremst mich bitte aus.

Kyra hat geschrieben:Ein bisschen haben mich deine Schilderungen an meine Geschichte erinnert, und ich hätte jedoch nicht den Mut gehabt, so offen darüber zu schreiben. Ich habe jeden Tag an mir gezweifelt, meine Symptome vor mir verleugnet, und das hatte mir in der Vergangenheit bestimmt nicht geholfen, eine Diagnose zu bekommen.
Na ja, eigentlich habe ich die Symptome ja auch schon eine Weile.
Aber da bei mir die Depression zuerst da war (wie ist das mit der Henne und dem Ei?), ist die natürlich an allem schuld.

Ich bin nicht scharf auf die Diagnose Narkolepsie – sollte es sich tatsächlich bestätigen (woran ich immer noch nicht glaube). Aber ich bin doch irgendwie erleichtert, dass hinter meiner Erschöpfung, hinter meinen Schlafproblemen, hinter meinen Konzentrationsschwierigkeiten vielleicht doch eine andere Diagnose steckt. Es muss ja nicht immer die Depression für alles herhalten.

Kyra hat geschrieben:Depressionen sind ein Teil meiner Erkrankung geworden - leider.
Das tut mir leid. Ich hoffe, dir kann dabei geholfen werden. Bild


Alles Liebe euch allen

Bussal Bild
Giselle
Ich hatte mich grade hingelegt, da fragte eine Stimme: „Was ist der Sinn des Lebens?“
Und ich antwortete: „Mach jetzt bloß keinen Stress.“

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