Wunderheiler im Münsterland? Deutliche Besserung der Narkol.

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rudolf
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Wunderheiler im Münsterland? Deutliche Besserung der Narkol.

Ungelesener Beitragvon rudolf » Fr 13. Jul 2007, 14:00

hallo leidensgenossen, nachdem ich nach erfolgreicher klage einen höheren gdb für die narkol. erhalten habe (von 50 auf 70 ), gilt mein neuer ausweis nur noch ein jahr ( der vorherige galt bis 2010 ). die begründung : abschließende gutachterliche stellungnahme der ärztin für allgemeinmedizin ( sozialmedizin ) " nachprüfung erforderlich, es kann durch entsprechende therapie noch mit deutlicher besserung gerechnet werden. " wie die therapie aussehen soll, hat mir bis jetzt allerdings noch niemand sagen können!
was könnte ich außer kopfschütteln noch gegen diese aussage machen,
hat jemand eine idee?

freundliche grüße!

ChrisBremerhaven
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Ungelesener Beitragvon ChrisBremerhaven » Sa 14. Jul 2007, 02:10

Hallo Rudolf
Ich gehe mal davon aus das du diagnostizierter Narki bist.
In dem Fall würde ich mir erst mal einen Neurologen oder gin suchen der/ die sich mit N auskennt.
Des weiteren würde ich diese Allgemeinmedizinerin die das Gutachten begründet hat mal höflich fragen ob sie überhaupt weiß was Narkolepsie ist.
Denn eine Besserung der N gibt es nicht...allenfalls eine Linderung,was aber nicht heißt das man nicht mehr eingeschränkt ist.
Ich bin zum Beispiel Tischler und mir wurde auf Grund von vielen Arbeitsunfällen ( Einschlafen an Maschinenusw.) von der Berufsgenossenschaft nahe gelegt EU Rente einzureichen, das sie bei weiteren Unfällen die auf Grund der N. passieren nicht mehr zahlen würden.
Dies habe ich getan.Nach 6 Wochjen war meine Rente durch bis zur Altersrente ohne Zwischengutachten, ich habe einen GdB von 70% bekommen(jetzt habe ich mittlerweile 80%).
Dies alles aber auch nur weil ich einen Arzt sprich Neurologen hatte der sich mit N wirklich sehr gut auskennt.
Das ich nicht mehr arbeiten darf nervt zwar,doch bevor abbe Finger oder Hände bleibe ich lieber zu Hause.
Viele Grüße
Chris

rudolf
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Wunderheiler?

Ungelesener Beitragvon rudolf » Di 24. Jul 2007, 00:21

hallo chris, danke für deine antwort. ein ausführliches gutachten liegt der bezirksregierung münster vor, es wurde von der bez.reg. in auftrag gegeben und beschreibt alles richtig. in der abschließenden gutachterlichen stellungnahme der bez.reg. münster ist nach klage auch alles soweit übernommen worden, nur durch den letzten darin enthaltenen satz :" nachprüfung in 08 erforderlich ( es kann durch entsprechende therapie noch mit deutlicher besserung gerechnet werden ), fühle ich mich - gelinde gesagt - auf den arm genommen.
verstehe sowieso nicht, nach welchen kriterien die eigenen abschlußgutachter ausgesucht werden, in meinem fall war es eine fachärztin für allgemeinmedizin, meiner meinung nach ohne tiefere kenntnisse des krankheitsbildes narkolepsie, ansonsten würde sie nicht solch eine stellungnahme abgeben.
die ganze geschichte begann beim versorgungsamt dortmund, da bin ich wohl auch an einen ganz besonderen spezi gelangt. hat man doch trotz vorliegender gesicherter diagnose meines neurologen einen eigenen gutachter bestellt, der dann nur nach aktenlage beschieden hat: schlafapnoe, gdb 10. narkolepsie war wohl ein unbekanntes etwas. na ja, war ja auch meines wissens ein chirurg- narko-spezi?
nach widerspruch die erneute pleite, wieder vorstellung beim bestellten gutachter. nach der begrüßung der erste satz:" sie haben keine narkolepsie", neurologe im ruhestand, war wohl nichts, hat aber trotzdem einen gdb 50 attestiert. erneuter widerspruch und nach ablehnung klage.
es könnte viel geld gespart werden, wenn gleich fach-und sachgerechte gutachter bestellt würden. ich bin mit der sache noch nicht fertig, auch nicht obwohl ich altersrentner bin und außer dem freibetrag bei der steuer keine nennenswerten finaziellen vorteile durch den schwerbehindertenausweis habe.
so, jetzt ist es ein halber roman geworden, hoffentlich nicht zu langweilig, war garnicht vorgesehen.

bobby
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Gutachterspezis...

Ungelesener Beitragvon bobby » Di 24. Jul 2007, 20:32

Hallo Rudolf :)

vor einiger Zeit war bei einem Treffen der SHG Dortmund eine Frau vom Versorgungsamt da. Da konnte man mal frei einige "Interna" über den Ablauf erfragen.

So gut wie alle "Gutachter" vom V-Amt sind Allgemeinmediziner, da nur diese für das Gutachtersalär ein Gutachten schreiben; man muss ja wissen, dass die Allgemeinmediziner so das "Prekariat" unter den Ärzten darstellen und wirkliche Fachkräfte daher keinen Bedarf an Nebenverdiensten dieser (geringen) Art haben :wink:

Gutachter heisst in diesen Fällen also nicht gleich Experte. Erstaunlich ist auch, dass von Seiten der Versorgungsamtsverwaltung niemals ein Ergebnis überprüft oder gar beanstandet würde, d.h. nur der "Experte" selbst stellt das Ergebnis zusammen. Ob der "Experte" überhaupt die "gutachterlichen Richtlinien" anwendet - wenn er sie denn überhaupt kennt(!), wird nirgends überprüft :shock: :?

Daher kommt da gerne viel Müll heraus ('tschuldigung, anders kann man das wirklich nicht nennen) :x

Vorschlag vom Versorgungsamt (kein Witz): Widerspruch und notfalls Klage beim Sozialgericht einreichen :roll:

Viele Grüsse

bobby :)
D 2017: Wahlen kommen und gehen - die Politik bleibt (Merkel, Merkel, Merkel) :evil:

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Ungelesener Beitragvon Lize » Sa 11. Aug 2007, 02:22

Ich hatte mit 23 meine EU-Rente durch und war auch sofort 80% schwerbehindert. Habe vorher in einer forensischen Psychiatrie mit Maßregelvollzug gearbeitet. Ich glaube, das ich den Vorteil hatte direkt beim Land Niedersachsen angestellt zu sein. Sie kannten die Diagnose nicht und waren sichtlich erleichtert zu hören das ich eine so hohe Rente bekomme das ich nicht zum Amt muss. Denen ist das doch wumpe! Hab außerdem die Erfahrung gemacht, das es egal ist ob du 10 oder 90% behindert bist. Der Mitleidsblick ist immer gleich lieb, sie reden alle gleich langsam vor Angst das Du zu blöd bist es zu verstehen und Hilfe kannste eh knicken.

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Re: Wunderheiler im Münsterland?

Ungelesener Beitragvon bobby » Mo 13. Aug 2007, 17:58

Hallo Rudolf :)

ich hatte Dir zwar schon geantwortet, aber mir ist - noch eine - Idee eingefallen.
rudolf hat geschrieben:... " nachprüfung erforderlich, es kann durch entsprechende therapie noch mit deutlicher besserung gerechnet werden. " wie die therapie aussehen soll, hat mir bis jetzt allerdings noch niemand sagen können!
was könnte ich außer kopfschütteln noch gegen diese aussage machen,
hat jemand eine idee?...


Könnte es sein, dass Du vielleicht mal eine vom Arzt vorgeschlagene Behandlung abgelehnt hast :?: Denn wie in Deutschland in der Sozialgesetzgebung üblich, gilt auch beim Schwerbehindertenrecht die "Mitwirkungspflicht" :idea:

Vielleicht war ja jemand der Ansicht, das Du nicht "ausreichend" mitwirkst (hier also bei Deiner Behandlung/Therapie). Ist aber nur so eine Idee...

Viele Grüsse

bobby :)
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Schlafmuetze
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Gutachterliche Kommentare von "Fachkräften" und Ex

Ungelesener Beitragvon Schlafmuetze » Fr 7. Sep 2007, 18:59

HAllo,
mir ist mal passiert, dass ich einen Antrag auf verschlechterung gestellt hatte und mein neurologe wusste es nicht. Normalerweis hatte ich immer die Ärzte vorher informiert und "geimpft" in diesem Fall habe ich einfach mal gehofft das der sich schon seinen Teil denkt...
Pustekuchen"
Als ich dann - weil er vorher keinen Termin hatte - einige TAge nach dem ihn das Amt angeschrieben hatte ( man weis auch nie so genau wie schnell die sind) da meinte er nachdem ich ihm die aktuelle Lage schilderte:"....oh, wenn ich gewusst hätte dass es dir gar nicht gut geht....hätte ich was anderes geschrieben...
Na ja aus welchem Grund stellt man wohl einen Verschlechterungsantrag.....
Daraus habe ich gelernt...
Manchmal muss man die Sache "Vorbereiten" und erst etwas Papier erzeugen.....so hab ich es mal in meiner Hospitationsstelle gelernt.
Also für alle Fälle kenne ich ein Schlaflabor mit Arzt der dir so einen gepfefferten Bericht für das Versorgungsamt schreibt, das denen der Kopf wackelt.
So geschehen bei mir.
Allerdings bekam ich im Januar diesen Jahres eine andere neue Diagnose dazu und da schreiben die ja wieder alle Ärzte an unter anderem auch den.
Er nimmt sich Zeit und verfasst schon beim Aufenthalt seine Berichte so, das sie später für alle Änter brauchbar sind!
Vielleicht sollteste da noch ma hin gehen und dann deinen Antrag erneut stellen
Mütze

Rene Kriest
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Ungelesener Beitragvon Rene Kriest » Fr 7. Sep 2007, 23:11

einen Neurologen oder gin suchen der/ die sich mit N auskennt.

Toller Witz, wirklich...

Gegenwärtig könnte ich Amok laufen. Mein Neuro raffts irgendwie überhaupt nicht. Ein bißchen Vigil und das Thema ist vom Tisch - danke. Ursprünglich befand ich mich wg. schwerer Depression in Behandlung. Diese besserte sich nach einem halben Jahr erheblich dank Lamotrigin.

Nicht weg ging dagegen die Müdigkeit usf. Ernstgenommen wurde ich gleichwohl nicht. Die unermüdlichen Hinweise auf die Müdigkeit usf. wurden wohl als Querulantentum oder Simulation eingestuft. Das Schlaflabor habe letztlich ich angeleihert.

Als ich vergangene Woche dann mit dem Befund Narkolepsie vorbeischneite, war die Verblüffung groß. "Haben die also doch was gefunden." - Nein, ich war einfach zu kraß und habe großartig simuliert fürs Schlaflabor um als Narkoleptiker durchzugehen, endlich einen Schwerbehinderten-Ausweis zu erhalten und Ritalin und Vigil verchecken zu können an schlechte Schüler.

Meine Herren, tut das weh!

Unterstützung in sozialen Belangen wie Hinweise im Umgang mit dem Versorgungsamt usf. erhalte ich keine.

Meine Tagesmüdigkeit ist extrem ausgeprägt und ich bin total sauer, daß ich gerade einemal 10 Tage krankgeschrieben worden bin. Ich will einen Reset durchführen und die vergangenen Jahre Revue passieren lassen als auch den Wiedereinstieg ins geregelte Leben finden.

Gute Ärzte und wie in meinem Falle mit Plan von Narkolepsie sucht man wohl vergebens.

Ich weiß im Moment nicht weiter. Da kommt so viel auf einen zu, vor allem im Bereich Arbeit oder EU-Rente. Kompetenten Rat von ärztlicher Seite erhalte ich keinen. :(

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Ungelesener Beitragvon Narki » Sa 8. Sep 2007, 03:57

Hallo René

Deinen Frust kann ich sehr gut nachvollziehen. Wohl die meisten hier haben einen ähnlichen Leidensweg vom ersten Symptom über unzählige Arztbesuche bis zur befreienden Diagnose durchgemacht. Und selbst Jahre später zeigt die Emotionalität, mit welcher die unglücklichen Erfahrungen erzählt werden, wie prägend und frustrierend eine falsche Behandlung wirkt.

Steht dann endlich die Diagnose fest glaubt man sich am Ziel. Doch aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es nach der Diagnose oftmals 2-3 Jahre dauert, bis man wirklich mit der Krankheit umgehen gelernt hat. In dieser Phase ist es normal, dass sich depressive Tage mit Kampfgeist abwechseln, Lösungsansätze ausprobiert und wieder verworfen werden.

Die Diagnose klärt Vieles und ist ein neuer Anfang.
Aber erwarte nicht, dass Du sogleich im Beruf, im Privatleben und mit den Medikamenten klarkommst.
Nimm Dir die Zeit zur Verarbeitung und setze Dich nicht selber unter Druck!


Hier noch drei Tipps, die Dir vielleicht weiterhelfen:

1.) Für eine optimale Medikamenteneinstellung ist das Führen eines Schlaftagebuches eine wertvolle Hilfe.

2.) Ein Treffen mit anderen Betroffenen kann Wunder wirken. Klar, die Narkolepsie ist damit nicht weg, aber nach langer Zeit wieder für vollwertig angesehen zu werden, gibt enormen Auftrieb 8)

3.) Du bist nicht allein, denn wir sind auch noch da!! :wink:

Gruss,
Narki

PS: Wie die Situation bezüglich beruflicher Hilfestellung und Rente in Deutschland aussieht, weiss ich nicht. Bei uns in der Schweiz ist ein Arzt nur für die medizinischen Belange verantwortlich. Geschützte Arbeitsplätze oder berufliche Integrationshilfen gibt es nicht. Und Rente ist eigentliche kein Thema, da die Narkolepsie meistens auf einen Behinderungsgrad von 30% eingestuft wird, Rente aber erst ab 40% ausbezahlt wird....
:arrow: diese Aussagen beziehen sich ausdrücklich auf die Schweiz!


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